Die Gießebrücke (auch Büttstedter Viadukt genannt) ist eine Eisenbahnbrücke in Thüringen im Landkreis Eichsfeld. Sie überspannt den Gießengraben sowie die Landesstraße in der Nähe des Ortes Büttstedt. Die Brücke wurde im Zuge des Baus der strategischen „Kanonenbahn“ (Berlin–Metz) und der unterliegenden Bahnstrecke Leinefelde–Treysa errichtet.
Die heutige Balkenbrücke war ursprünglich eine steinerne Bogenbrücke und zählte zu den vielen Kunstbauwerken dieses Streckabschnitts, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs 1945 gesprengt wurden.
Geschichte Der Viadukt über die Gieße wurde durch die damaligen hohen lokalen Materialpreise zu einer teuren Brücke, kostete daraufhin 77.990 Mark und ist wahrscheinlich in den späten 1870er Jahren errichtet worden. Am 6. April 1945 wurde der Viadukt von zurückweichenden Soldaten der Wehrmacht gesprengt. Dies geschah im Zusammenhang mit letzten Kämpfen im Bereich um Struth. Nach Kriegsende wurde am 28. Dezember 1945 eine Notbrücke fertiggestellt, die 1984 bei umfangreichen Instandsetzungsarbeiten saniert wurde und einen neuen Überbau erhielt, jedoch in der Nachkriegsbauweise erhalten blieb.Eduard Fritze: Die Eichsfelder Kanonenbahn 1880–1994 und der Bahnhof Küllstedt. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2003 (bzw. Neuauflage 2011), ISBN 3-936030-05-7 (ISBN 978-3-936030-05-1) S. 12, 13.
Konstruktion Die Gießebrücke hat eine Gesamtlänge von 39,1 m sowie einer Höhe von 17,5 m und ist damit etwa kleiner als das baugleiche Unstrut-Viadukt aus der näheren Umgebung. Die Eisenbahnbrücke besitzt drei Öffnungen, welche sich aus den Endöffnungen mit je 9 m und einer mittleren Öffnung mit 11 m Spannweite zusammensetzen.Zeitschrift für Bauwesen 1880 S. 455.
Ursprünglich wurde der Büttstedter Viadukt als steinerne Bogenbrücke ausgeführt, wobei das Mauerwerk aus Muschelkalkstein (von den Steinbrüchen Struth, Eigenrieden, Bernterode und Dünberg bei Lengenfeld) bestand und das Gewölbe aus Sandstein (von den Steinbrüchen Arenshausen, Marth und Dietzel bei Altenburschla) gemauert wurden. mini|Gießebrücke 2020 Des Weiteren wurde die originale Brückenkonstruktion auf zweigleisigen Zugverkehr angelegt, aber letztlich nur eingleisig ausgeführt. Nachträglich wurde 1906/07 das zweite Gleis im Abschnitt Küllstedt–Geismar verlegt, nachfolgend jedoch wegen des verlorenen Ersten Weltkriegs und den daraus resultierenden Forderungen des Versailler Vertrags, im Jahr 1920 wieder demontiert. Nach der Zerstörung der Brücke 1945 wurde der Oberbau nur für eingleisigen Eisenbahnverkehr angelegt, dies hat sich auch nach der Sanierung 1982 bis heute nicht geändert.
Heutiger Zustand Der Schienenverkehr auf dem Streckenabschnitt Küllstedt–Geismar wurde am 31. Dezember 1992 eingestellt. Nach einiger Zeit wurde im Jahr 2002 der Draisinenbetrieb auf dem im Eichsfeld noch erhaltenden Abschnitt der „Kanonenbahn“ eingeführt und wird heute parallel zum Kanonenbahn-Radweg auf den ehemaligen Anlagen des zweiten Gleises genutzt.erlebnis-draisine.de
Weblinks
Zeitschrift für Bauwesen 1880- technische Informationen werra-Meissner-Bahnen.de – historische und bauliche Informationen historische Aufnahme des im Bau befindlichen Viaduktes um 1877 Zeichnung der Bogenbrücke von Otto Thomasczek auf eichsfelder-postkarten.online
Einzelnachweise
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