Das Bivak Slavka Svetičiča (deutsch Slavko-Svetičič-Biwak) war eine Biwakschachtel der Sektion Bovec des Slowenischen Alpenvereins auf im Kanin-Massiv in den westlichen Julischen Alpen. Das Biwak war nach dem slowenischen Bergsteiger Slavko Svetičič (1958–1995)Svetičič, Slavko, slovenska-biografija.si benannt, der 1995 bei dem Versuch einer Alleinbesteigung des Gasherbrum IV tödlich verunglückte.

Das Biwak galt als eine der „ungewöhnlichsten Berghütten Europas“.

Beschreibung Das Biwak war eine aluminiumverkleidete Schutzhütte aus Holz mit den Außenmaßen 2,40 mal 4,90 Meter und bot eine Nutzfläche von rund 10 Quadratmetern. Es stand lediglich auf einer kleinen, im Fels verankerten Auflagestruktur. Das Biwak war mittels Stahlplatten im Betonfundament verschraubt und zusätzlich durch sechs Stahlseile gesichert, um es gegen Wind- und Schneelasten zu stabilisieren. Etwa die Hälfte der Konstruktion ragte über die Felskante hinaus; der Bau sollte auf diese Weise bewusst in das Gelände eingebunden werden und dessen steilen Verlauf aufnehmen. Die talseitige Schmalseite war großflächig verglast. Der Innenbereich bot zwei räumlich differenzierte Bereiche. Dazu gehörten Bänke und Ablagefläche im vorderen Teil sowie daran anschließend drei Plattformen mit Schlafplätzen für bis zu neun Personen. Die Hütte verfügte weder über Strom- noch über Wasseranschluss.

Die Hütte war so ausgelegt worden, dass sie später wieder rückgebaut werden konnte und kaum Spuren im Gelände hinterlassen würde. Sie sollte nur temporär bestehen, die Lebensdauer war ursprünglich auf etwa 15 Jahre ausgelegt.

Der Entwurf für die Hütte stammt vom slowenischen Architekturbüro OFIS Arhitekti aus Ljubljana. Der Bau ist einer von mehreren Prototypen, mit denen das Bauen in extremen klimatischen Bedingungen erforscht und Form, Konstruktion und Materialien getestet werden sollen.

2017 wurde die Hütte für den Architekturpreis Constructive Alps nominiert.

Geschichte Die Bauarbeiten wurden 2015 begonnen und im Jahr 2016 abgeschlossen; die Finanzierung wurde durch Spenden gedeckt. Die Arbeiten vor Ort wurden von freiwilligen Helfern durchgeführt, zudem leistete das slowenische Militär Hilfe. Da das Gebiet nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbar ist, musste das Biwak mit dem Hubschrauber transportiert werden. Sowohl die Massivholzelemente als auch die Verglasung und die weiteren Bauteile wurden an den Standort geflogen. Vor Ort wurde der Bausatz zusammengesetzt und das Biwak innerhalb von drei Tagen fertiggestellt.

2021 wurde das Biwak aufgrund von Beschädigungen vorzeitig abgebaut. Vertreter des Alpenvereins gaben an, die Konstruktion der Hütte hätte sich als ungeeignet für die alpinen Bedingungen erwiesen; das verantwortliche Architekturbüro sah den Grund für die Schäden hingegen in der unzureichenden Wartung durch den Alpenverein.

Zugang Ausgangspunkt war die Talregion bei Bovec, von dort führte zunächst eine Gondelfahrt mit der Kanin-Seilbahn bis auf Anschließend erfolgte der Aufstieg zu Fuß über einen gesicherten Steig, der in rund einer Stunde zur Hütte führte. Das Biwak befand sich direkt oberhalb des Dom Petra Skalarja na Kaninu (deutsch Peter-Skalar-Hütte). Der Zugang war nur mit einem zuvor im Tal abgeholten Schlüssel möglich.

Genutzt wurde das Biwak vor allem im Winter von Bergsteigern, Skitourengehern und Höhlenforschern. In der Nähe befindet sich der Zugang zu dem Höhlensystem Mala Boka, das zu den tiefsten bekannten Höhlensystemen der Region gehört.

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Einzelnachweise

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