Thomas Gerard LammersThomas G. Lammers: Systematics and evolution of the endemic Hawaiian genus Clermontia Gaudichaud (Campanulaceae: Lobelioideae), Dissertation an der Ohio State University, 1988 (* 20. September 1955 in Burlington, Iowa) ist ein US-amerikanischer Botaniker und Pflanzensystematiker. Sein Forschungschwerpunkt ist die Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) mit einem besonderen Fokus auf der endemischen Flora der Hawaii-Inseln innerhalb der Unterfamilie Lobelioideae. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Lammers erlangte 1977 seinen Bachelor of Science in Botanik an der Iowa State University. Im selben Jahr erschien auch sein erster Fachartikel mit dem Titel A checklist of the aquatic and wetland vascular plants of Iowa: I. Ferns, fern allies and dicotyledons in den Proceedings of the Iowa Academy of Science. Ab 1980 war er wissenschaftlicher Lehrassistent im Fachbereich Biologie an der University of Northern Iowa, wo er 1981 unter der Betreuung von Lawrence J. Eilers mit der Arbeit The Vascular Flora of Des Moines County, Iowa zum Master of Arts graduierte. Während seiner Zeit an der University of Northern Iowa war er ein Jahr lang als Herbariumsassistent tätig und hatte im darauffolgenden Jahr eine Stelle als Lehrassistent in den allgemeinen Biologielaboren inne. Ab 1982 erfolgte sein Doktoratsstudium an der Ohio State University, wo er 1988 mit der Dissertation Systematics and evolution of the endemic Hawaiian genus Clermontia Gaudichaud (Campanulaceae; Lobelioideae) unter der Betreuung von Tod F. Stuessy zum Ph.D. in Pflanzensystematik promoviert wurde. Als Student erhielt Lammers einen Student Alumni Research Award. Er hatte diverse Lehr- und Forschungsassistenzstellen inne, unternahm drei Expeditionen zu den Hawaii-Inseln und besuchte Herbarien in Europa. Zudem begleitete er Stuessy auf einer Exkursion zu den Juan-Fernández-Inseln.

Nach Abschluss seines Studiums erhielt Lammers eine auf zwei Jahre befristete Gastprofessur im Fachbereich Botanik der Miami University in Ohio. Dort leitete er mehrere botanische Lehrgänge. Anschließend wechselte er als Assistant Curator an die botanische Abteilung des Field Museum of Natural History in Chicago. Neben seiner Forschungstätigkeit übernahm er Lehraufträge an der University of Chicago, der University of Illinois Chicago sowie am College of DuPage. Während dieser Zeit führte er Forschungsaufenthalte in Chile, Taiwan und Hawaii durch und begleitete Studienreisen in das Amazonasgebiet und nach Frankreich. Im Juli 1999 trat er eine Professur an der University of Wisconsin–Oshkosh an, wo er bis zu seiner Emeritierung im August 2017 unterschiedliche Lehrveranstaltungen unterrichtete.

Lammers’ Forschungsschwerpunkt innerhalb der Biologie liegt auf der Systematik, einem Teilgebiet, das sich mit Klassifikation, Nomenklatur, Evolution und Biogeographie beschäftigt. Seit den 1980er Jahren widmet er sich vor allem der Pflanzenfamilie Campanulaceae. Diese Familie umfasst 84 Gattungen, darunter Campanula und Lobelia, sowie mehr als 2300 Arten, die auf sechs Kontinenten und zahlreichen Inselregionen verbreitet sind. Seit 1986 veröffentlichte er mehr als 70 peer-reviewed wissenschaftliche Arbeiten zu dieser Pflanzengruppe in Fachzeitschriften und Sammelbänden.

Für das von Klaus Kubitzki im Jahr 2007 herausgegebene mehrbändige Werk The Families and Genera of Vascular Plants verfasste Lammers die Bearbeitung der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sein Beitrag enthält Bestimmungsschlüssel und Beschreibungen aller 84 Gattungen sowie Angaben zu Morphologie, Anatomie, Embryologie, Palynologie, Reproduktionsbiologie, Phytochemie, Ökologie, Biogeographie, Paläobotanik, Klassifikation und wirtschaftlicher Nutzung der Familie.

Ebenfalls 2007 veröffentlichten die Royal Botanic Gardens, Kew, seine Monografie World Checklist and Bibliography of Campanulaceae. Das Werk dokumentiert die damals bekannten Arten der Familie und enthält Informationen zu Taxonomie, Nomenklatur, geographischer Verbreitung, Wuchsformen und Synonymie sowie eine umfangreiche Bibliographie.

Im Anschluss an diese Arbeiten wurde Lammers an der Bearbeitung der Campanulaceae für die vom Missouri Botanical Garden herausgegebene Flora of China beteiligt. 1990 verfasste er den Abschnitt über die Campanulaceae im ersten Band des Standardwerks Manual of the Flowering Plant of Hawaiʻi von Warren L. Wagner, Derral R. Herbst und Seymour Hans Sohmer.

Die Datenbank International Plant Names Index (IPNI) listet 220 Arten, Unterarten oder Varitäten, die von Lammers erstbeschrieben oder revidiert wurden.

Dedikationsnamen Nach Thomas G. Lammers sind die Arten Lobelia lammersiana aus Indien und Ardisia lammersiana aus Papua-Neuguinea benannt.

Weblinks Profil und Curriculum Vitae an der University of Wisconsin–Oshkosh

Einzelnachweise

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