Die Gertrud Woermann war ein Kombischiff, das von 1907 bis 1917 im Dienst der Woermann-Linie stand. Im Juni 1917 wurde das Schiff durch Brasilien beschlagnahmt und in Curvello umbenannt. 1927 erhielt es den Namen Cantuaria Guimaraes und hieß ab 1931 Siqueira Campos. 1943 wurde das Kombischiff nach einer Kollision und anschließender Strandung zum Totalverlust.
Geschichte Die Woermann-Linie ließ die Adolph Woermann bei der Hamburger Reiherstiegwerft bauen. Dort lief das Schiff als Baunummer 421 am 21. Juni 1907 vom Stapel und wurde am 20. August an die Reederei abgeliefert.Kludas gibt abweichend den 28. November 1907 als Ablieferungsdatum an, vgl. Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien. S. 58. Diese setzte die Gertrud Woermann in den folgenden Jahren auf ihren Linien ein. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lief das Kombischiff Rio de Janeiro an und wurde dort interniert.
Am 2. Juni 1917 beschlagnahmte die brasilianische Regierung die Gertrud Woermann, die in der Folge den Namen Curvello erhielt und durch den Lloyd Brasileiro bereedert wurde. Die Reederei kauft das Schiff 1925 an und setzte es im Liniendienst nach Hamburg ein. Im Juli 1927 erfolgte die Umbenennung in Cantuaria Guimaraes.Krüger-Kopiske gibt den Namen verkürzt auf Cantuaria an, vgl. Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 47. Im Mai 1931 erhielt das Kombischiff seinen letzten Namen Siqueira Campos, unter dem es bis 1943 im Einsatz war. Am 25. August 1943 musste die Siqueira Campos, die sich auf der Fahrt zwischen Pernambuco nach Ceará befand, etwa 4 sm vor Caponga auf Grund gesetzt werden, nachdem es zuvor zu einer Kollision gekommen war. Das Schiff musste als Totalverlust abgeschrieben werden.
Technik Die Gertrud Woermann war auf dem Hauptdeck 163,68 m lang. Ihre Breite lag bei 15,46 m und der maximale Tiefgang bei 8,72 m. Das Schiff war mit 6466 BRT und 4019 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von 7300 t. An Bord fanden 191 Passagiere Platz, wobei die Kabinen in drei Klassen unterteilt waren und 75 Personen in der Ersten, 66 in der Zweiten sowie 50 in der Dritten Klasse Quartier boten. Die Besatzung bestand aus 127 Mann.
Dem Antrieb dienten zwei von der Reiherstiegwerft hergestellte Verbunddampfmaschinen, die bis zu 3300 PSi leisteten und auf jeweils einen Propeller wirkten. Damit war der Gertrud Woermann eine Höchstgeschwindigkeit von 12,5 kn möglich.
Literatur
Fußnoten Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. S. 47. Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien. S. 58.
Kategorie:Kombischiff (Deutschland) Kategorie:Passagierschiff (Brasilien) Kategorie:Frachtschiff (Brasilien) Kategorie:Schiff (Deutsche Afrika-Linien) Kategorie:Schiffsverlust durch Kollision Kategorie:Schiffsverlust 1943 Kategorie:Dampfmaschinenschiff Kategorie:Reiherstiegwerft