Gerold Krauel (* 9. September 1927 in Stettin; † 20. März 2016 in Oldenburg) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, Hörspielsprecher sowie Maler und Grafiker. Er war langjähriges Ensemblemitglied des Oldenburgischen Staatstheaters.

Leben

Frühe Jahre und Ausbildung

Krauel studierte von 1943 bis 1944 Malerei an der Stettiner Kunst- und Werkschule bei den Professoren Schlapmann und Otto Lang-Wollin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er als Heimatvertriebener in Burhave in Niedersachsen. 1946 zog er nach München, wo er an der Akademie der Bildenden Künste bei Josef Schmid-Fichtelberg studierte. Er war Mitbegründer der Gruppe „Junge Künstler der Nachkriegszeit“, die sich gegen die während des Nationalsozialismus vorherrschende Kunstauffassung richtete.

1948 begann er dank eines Stipendiums ein Studium an der Hochschule für darstellende und bildende Kunst in Hannover, wodurch er seine künstlerische und dramaturgische Ausbildung verbinden konnte.

Hörfunk- und Theaterkarriere

In den 1950er Jahren arbeitete er bei Radio Bremen als Nachrichtensprecher und Hörspielsprecher. Zudem war er als Sprecher für den Norddeutschen Rundfunk tätig.

Er trat unter anderem als „3. Mann“ im Hörspiel Wendemarke von William Faulkner (Bearbeitung und Regie: Gert Westphal) (1952) auf.Wendemarke, ARD-Hörspieldatenbank. Außerdem wirkte er in der Produktion Die Untersuchung des Heiligen Antonius von Gerald Sammet unter der Regie von Günter Bommert (1982) mit.ARD-Hörspieldatenbank.

1955 begann er seine schauspielerische Tätigkeit am Thalia Theater in Hamburg. In den folgenden Jahren spielte er an Theatern in Pforzheim und Trier. Von 1962 bis 1964 war er am Oldenburgischen Staatstheater engagiert.

Anschließend trat er an den Städtischen Bühnen in Heidelberg auf. 1977 kehrte er nach Oldenburg zurück, wo er bis 1990 als festes Ensemblemitglied und bis 1992 auch als Gastschauspieler wirkte.

Publizistische und pädagogische Tätigkeit

Zwischen 1946 und 1972 war er als Kunstkritiker für die Nordwest-Zeitung (NWZ) tätig. Darüber hinaus unterrichtete er Kunsterziehung im Rahmen der Erwachsenenbildung sowie an Schulen in Oldenburg und Varel.

Filmografie

Hauptsächlich als Theaterschauspieler bekannt, trat Krauel gelegentlich auch in Film- und Fernsehproduktionen auf.

Jahr Titel Regie Bemerkung 1959 Konto ausgeglichen Franz Peter Wirth Fernsehfilm 1965 Die Komödie vom Reineke Fuchs – Fernsehfilm

Hörspiele

Jahr Titel Rolle Bemerkung 1952 Wendemarke „3. Mann“ Nach William Faulkner; Regie: Gert WestphalWendemarke, ARD-Hörspieldatenbank. 1982 Die Untersuchung des Heiligen Antonius – Regie: Günter BommertARD-Hörspieldatenbank.

Bildnerisches Werk

Nach dem Ende seiner regulären Schauspielkarriere intensivierte Gerold Krauel seine Tätigkeit als Maler und Grafiker. Sein Werk wurde dem Expressionismus und Symbolismus zugeordnet.

Technik und Arbeitsweise

Krauel arbeitete bevorzugt in Mischtechniken auf Papier und Hartfaserplatten. Seine Arbeiten verbanden präzise Strichzeichnungen mit Farbflächen, Lasuren und pastosen Elementen.

Er verwendete häufig kontrastreiche und dunkle Farbtöne sowie stilisiert dargestellte menschliche Figuren.

Motive

Das Hauptinteresse des Künstlers galt dem Menschen und der Darstellung menschlicher Emotionen.

Zyklus „Nur so Köpfe“: Der bekannteste Werkzyklus konzentriert sich auf die Darstellung menschlicher Köpfe. Maskenmotive: In mehreren Arbeiten verwendete Krauel Masken als wiederkehrendes Gestaltungselement. Licht und Schatten: Seine Theatererfahrung beeinflusste den Einsatz von Licht- und Schattenwirkungen in seinen Bildern.

Ausstellungen

Jahr Ausstellung Ort 1983 Gruppenausstellung Oldenburger Künstler Stadtmuseum Oldenburg 1991 Einzelausstellung im Foyer des Oldenburgischen Staatstheaters Oldenburg 1992–1993 Landschaft und Abstraktion Wanderausstellung u. a. in Brake, Vechta, Wardenburg, Westerstede, Wildeshausen, Nordenham und SchortensLandschaft und Abstraktion, Ausstellungskatalog, Oldenburgische Landschaft, 1992/1993. 1993 „Nur so Köpfe – nur so Figuren“ NWZ-Pressehaus, Oldenburg 1993 Ausstellung von Arbeiten zur Passion Christi Lampertikapelle, Oldenburg 1995 Gruppenausstellungen Galerie O und Lambertikirche, Oldenburg 1997 Ausstellung zu August Strindbergs Fräulein Julie Palais Rastede 1999 Mittsommernacht – Arbeiten zu August Strindbergs Fräulein Julie Schlossmuseum Jever 2005 Einzelausstellung mit Zeichnungen und Malerei Elisabeth-Anna-Palais, Oldenburg 2008 Kunst im Büro mit Gerold Krauel Oldenburg 1990er Jahre Weitere Einzel- und Gruppenausstellungen Elisabeth-Anna-Palais, Galerie O und Lampertikapelle

Signatur

Einige ältere Werke des Künstlers wurden mit dem Zusatz „Kattowitz“ signiert. Die verfügbaren Quellen liefern keine Erklärung für die Verwendung dieser Bezeichnung.

Weblinks

Biografie in der Datenbank Biografien Oldenburger Künstler Profil in der Datenbank von Filmportal.de

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Hörfunkmoderator Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Person (Stettin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann