Als U.S. Post Office Salem Main ist seit 1986 das Postamt des United States Postal Service (bis 1971 United States Post Office Department) in Salem, Massachusetts, im National Register of Historic Places eingetragen. Es ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke des Colonial-Revival-Stils in Salem.

Beschreibung Das Postamt von Salem befindet sich am südlichen Ende eines Geschäftsviertels an der Margin Street. Dieses zweigeschossige Bauwerk in Stahlrahmenkonstruktion dient sowohl als Postamt als auch als Bundesgebäude. Es besteht aus rotem Backstein im flämischen Verband und besitzt über dem öffentlichen zweigeschossigen Gebäudeteil ein Kreuzgiebeldach. Zehn breite Granitstufen mit schmiedeeisernen Geländern kennzeichnen den Haupteingang. Die Vorderfassade (Ostseite) besteht aus einer Vielzahl von Achsen mit einem mittig vorspringenden Eingangsbereich. Dieser wird von einem gemauerten Tympanon mit einem schrägen Granitgesims sowie einem Oculusfenster mit Bronzerahmen und festonartigem Terrakotta-Ornament bekrönt. Ein schlichtes Granitgebälk mit gezahntem Gesims umgibt das Bauwerk. Der Eingangsportikus wird durch eine Reihe gemauerter Pilaster mit ionischen Terrakotta-Basen und -Kapitellen betont, die an einen hexastylen Portikus erinnern. Ein gemauerter Absatz markiert das Niveau des zweiten Obergeschosses.

Historische Bedeutung Für das Gebäude wurde als Baustoff Backstein in Kombination mit Granit eingesetzt, um den Wetterbedingungen der Küste standzuhalten. Das Mauerwerk weist den sogenannten „Harvard-Effekt“ auf, benannt nach einer Technik, die erstmals an der Harvard University verwendet wurde. Dabei wird Granit auf eine Backsteinoberfläche aufgebracht, wobei hier der Granit aus den Steinbrüchen von Chelmsford stammte. Stilistisch ist das Gebäude in seiner Form georgianisch geprägt: Sein mittlerer, von einem Giebel bekrönter Pavillon mit fünf Achsen wird von vierachsigen Seitenflügeln flankiert. Die Fenster im Erdgeschoss zeigen eine bogenförmige, vielfenstrige Gestaltung mit palladianischem Einfluss, während im Obergeschoss klassische rechteckige Sprossenfenster verwendet wurden.

Das Gebäude wurde zu Kosten von 300.000 US-Dollar (heute ca. Dollar bzw. Euro) errichtet, nachdem der Kongress 1930 dafür 360.000 Dollar bewilligt hatte.

Zum Zeitpunkt seiner Einweihung wurde dieses Post- und Bundesgebäude für seine aufwendige Ausstattung und seine innovativen Merkmale gelobt. Die Eingangshalle beispielsweise verfügte über Fußböden aus antikgrünem Marmor („Verde Antique“), Sitzbänke und Pilaster aus grünem Westfield-Marmor sowie Kapitelle und Zierarbeiten aus goldrot schimmerndem St.-Genevieve-Marmor. Fünf koloniale Kronleuchter hingen von der Decke. Zu den innovativen Ausstattungsmerkmalen des Gebäudes gehörten außerdem „modernste patentierte kohlebefeuerte Heizkessel“, spezielle Archivgewölbe für Akten, ein Aufenthaltsraum für dienstfreie Angestellte („ausgestattet mit Ventilatoren, Wasserkühlern und Stahlmöbeln“), schalterartige Briefmarkenschalterkäfige nach Bankvorbild sowie die modernste Ausstattung für den Briefmarkenverkauf.

Der Bau des Postamts von Salem auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise schuf Arbeitsplätze für die arbeitslosen Einwohner der Stadt. In den 1930er Jahren sorgten in Salem allgemeine Bundesmittel und staatliche Zuschüsse für Kanalisation, Schulen und die Instandhaltung der Stadt für Beschäftigung der Arbeitslosen.

Siehe auch Liste der Einträge im National Register of Historic Places in Salem (Massachusetts) Liste denkmalgeschützter Gebäude des Post- und Fernmeldewesens

Literatur

Einzelnachweise vgl. Smith, S. 2. vgl. Smith, S. 5. vgl. Smith, S. 6.

Kategorie:Postamt in Massachusetts Kategorie:Postgebäude in den Vereinigten Staaten Kategorie:Denkmal im National Register of Historic Places (Massachusetts) US Post Office Kategorie:Erbaut 1933