Sverre Sandberg (geb. 1950) ist ein norwegischer Mediziner und Professor emeritus der Abteilung für Globale Gesundheit an der Universität Bergen. Sein primäres Forschungsinteresse ist die Labormedizin und die Verbesserung und Standardisierung von Testverfahren, insbesondere für Analysen zu Porphyrien und Diabetes mellitus, sowie die Photobiologie.

Leben Sverre Sandberg ist Sohn der Filmemacher Liv und Haakon Sandberg, nach dessen Bruder Sverre Sandberg er benannt ist. Mit seiner Frau, der Gemeindepfarrerin Signe, hat er vier Kinder, die Autorin Sigri Sandberg, den Kriminologen Sveinung Sandberg, sowie Synne und Sigbjørn. Das Leben der Familien in Bergen wurde in der Kinderserie To hus tett i tett über mehrere Jahre (1985–89) durch die Eltern dokumentarisch begleitet.

Sverres Bruder ist der Dokumentarfilmer Øyvind Sandberg, sein Urgroßvater Jørgen Sandberg war erster Direktor des Haukeland Universitätsklinikum.

Arbeit und Forschung Sandberg legte 1975 in Bergen das medizinische Embetseksamen ab und promovierte 1982 mit einer Arbeit zu Zellschäden durch Porphyrie.Sverre Sandberg: Porphyrin-induced photodamage at the cellular and the sub- cellular level. 1982 1984 folgte die Anerkennung als Facharzt für Klinische Biochemie. 1990 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität Bergen.

Im Zuge einer Reihe von Berichten über schlechte Qualität von Laboruntersuchungen in der medizinischen Grundversorgung war Sandberg 1992 ein Mitgründer von NOKLUS, der norwegischen Vereinigung zur Qualitätsverbesserung in der Labormedizin. Die Handreichungen zur Qualitätssicherung wandten sich zunächst an Arztpraxen und inkludierten nach und nach auch sämtliche Spezialdienstleistungen im Gesundheitswesen, wie Pflegeheime, Gefängnisse oder Bohrinselen. Seit 1996 ist er Vorsitzender von NOKLUS. 1999 begründete er am Haukeland Universitätsklinikum das Norwegian Porphyria Centre (NAPOS) und ist seit 2000 im Lenkungsausschuss des European Porphyria Network (Epnet), dessen Präsident er seit 2019 ist. 2002 bis 2012 war Sandberg Direktor der Laboratorien für klinische Biochemie in Haukeland. 2016 bis 2018 war er Präsident der European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (EFLM).

Ehrungen 2025 Henry Wishinsky Award for Distinguished International Services der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) 2025 NOKLUS Ehrenpreis 2024 Hellsing-Preis für den besten nordischen Fachartikel in Klinischer Biochemie (mit Aasne K. Aarsand) 2021 EFLM Award for Scientific Achievements in Laboratory Medicine 2008 International Jendrassik Award Ehrenmitglied der Norsk Selskap for medisinsk biokjemi (NSMB)

Weblinks

Interview in Tidskriftet for the norske legeforening. Nov 2011 (norwegisch)

Einzelnachweise

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