mini|Nkiru Balonwu (2019) Nkiru Balonwu ist eine nigerianische Unternehmerin, Kommunikationsstrategin und Aktivistin. Sie gründete die Africa Soft Power Group, zu der das Africa Soft Power Project, ASP Global und African Women on Board gehören. Ihre Arbeit umfasst strategische Kommunikation, Kultur- und Kreativwirtschaft, Genderpolitik und die Stärkung afrikanischer Perspektiven in globalen Debatten.
Leben Balonwu studierte Jura an der Universität Manchester, erwarb einen Masterabschluss am University College London und promovierte an der University of California, Berkeley. Sie wurde in England, Nigeria und New York als Anwältin zugelassen. Vor ihrer Tätigkeit in der Kultur- und Kommunikationsbranche war sie Dozentin an der juristischen Fakultät der Universität Lagos und gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Ratio Consulting. Bei Spinlet arbeitete sie zunächst als General Counsel und Chief Operating Officer, bevor sie Geschäftsführerin der Spinlet Group wurde. Spinlet war eine digitale Medienvertriebsplattform mit Schwerpunkt auf afrikabezogenen Inhalten und betrieb einen Musikdienst, der über Apps und Browser international zugänglich war. Spinlet erreichte im Jahr 2016 die Marke von zwei Millionen Abonnements. Später gründete sie RDF Strategies, ein Beratungsunternehmen für Organisationsstrategie, Partnerschaften, soziale Reichweite, Regierungsbeziehungen, Reputationsmanagement und Investor Relations.
Wirken Balonwu gründete African Women on Board, eine von afrikanischen Frauen geführte Organisation, die Narrative über Frauen und Mädchen afrikanischer Herkunft verändern und ihre Lebenswirklichkeiten verbessern will. Die Organisation wurde am 26. September 2019 während der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgestellt und forderte dort die verstärkte Einbeziehung afrikanischer Frauen in globale Debatten über Gleichstellung. In diesem Zusammenhang betonte Balonwu, dass afrikanische Frauen nicht einfach die US-amerikanische Form von #MeToo übernehmen müssten, sondern eine Bewegung entwickeln könnten, welche den eigenen gesellschaftlichen Bedingungen entspreche. In ihrem Al-Jazeera-Beitrag Why not #MeToo? How stereotypes hinder African women’s progress kritisierte sie stereotype Darstellungen afrikanischer Frauen als Opfer und afrikanischer Männer als Täter, weil solche Bilder es erschwerten, sexualisierte Gewalt wirksam zu bekämpfen. Im Jahr 2020 gründete Balonwu das Africa Soft Power Project, nachdem sie während ihrer Zeit bei Spinlet die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung afrikanischer Kreativindustrien stärker wahrgenommen hatte. Das Projekt begann während der COVID-19-Pandemie mit virtuellen Veranstaltungen, die afrikanische Kreativität aufzeigen und Akteure aus Kultur, Wirtschaft und Wissensindustrien zusammenbringen sollten. Africa Soft Power umfasst sowohl Kultur und Kreativwirtschaft als auch digitale Technologien, Finanzwirtschaft, Energie und andere Sektoren, in denen Kommunikation und Überzeugungskraft politische und wirtschaftliche Wirkung entfalten können. Semafor beschrieb ihr Projekt 2023 als Initiative, die Gespräche über Kreativität, Geschlechterinklusion, Ökonomie, Finanzierung und die Datengrundlagen von Africa Soft Power vorantreibt. Von 2022 bis 2023 war Balonwu Senior Fellow am Mossavar-Rahmani Center for Business and Government der Harvard Kennedy School, wo sie sich mit der Rolle des Privatsektors bei der Gestaltung von Genderpolitik in Afrika befasste. Im Jahr 2019 erhielt sie für ihre Arbeit mit African Women on Board den Powerlist UK International Award. Im Jahr 2022 wurde sie von New African unter die 100 einflussreichsten Menschen Afrikas aufgenommen.
Einzelnachweise
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