Susanne Hofer (auch: Susanne Hofer Ruf; * 1966 in Linz) ist eine schweizerisch-österreichische Filmschaffende. Sie arbeitet transdisziplinär zwischen Film, Kunst und weiteren Bereichen. Hofer lebt in Zürich.
Werdegang Susanne Hofer studierte von 1984 bis 1989 Mathematik und Architektur an der Universität Linz und der TU Wien. Im Jahr 1989 zog sie nach Zürich, wo sie an der Höheren Schule für Gestaltung Zürich (heute: Zürcher Hochschule der Künste ZHdK) von 1989 bis 1991 Bildende Kunst und anschliessend Film/Video studierte, abgeschlossen 1997 mit einem Diplom als Designerin FH Visuelle Kommunikation Film/Video. Später kehrte sie an die ZHdK zurück und erworb einen MA Transdisziplinarität.
Werk und Wirken Ab 1995 arbeitete Hofer als Regisseurin und Kamerafrau bei Spiel- und Dokumentarfilmen.
Von 1998 bis 2002 war Hofer Teil des Projektteams der Belleville AG, das das transmediale Internet- und Ausstellungsprojekt Cyberhelvetia für die Schweizerische Landesausstellung Expo.02 kreierte, das 2002 auf der Arteplage Biel-Bienne gezeigt wurde.
2004 produzierte Hofer Animationsfilme und Multimediaarbeiten für das Gewerbemuseum Winterthur und das Internationale Museum der Reformation und andere Auftraggeber. 2005 folgte eine Videoinstallation für die Theaterperformance «Waiting for Rod» und 2006 die Videoinstallation "Denkraum Hannah Arendt" in Berlin zum 100-jährigen Geburtstag von Hannah Arendt. Im gleichen Jahr führte Hofer Regie beim Tanzfilmprojekt «la pluie des roses». Später folgten Arbeiten für das Zentrum Paul Klee, das Museum für byzantinische Kultur Thessaloniki und die Jüdische Mädchenschule Berlin.
Gemeinsam mit Antonia Beamish und Dominique Margot ist Hofer seit 2013 Teil des Kollektivs INTOPOLITIKS. Ziel ist es, Kindern auf unterhaltsame Art und Weise ein besseres Verständnis für Politik zu vermitteln. Dieses Projekt wurde 2014 beim «Call for Transmedia Projects» ausgewählt und in der Schweiz durch das Bundesamt für Kultur (BAK), ProHelvetia und focal finanziell gefördert. Das Projekt wurde an verschiedenen Schulen in der Schweiz, England und Frankreich durchgeführt, in der Schweiz war es Teil des Kunstfestivals Blickfelder Zürich 2016. 2017 und 2018 wurden im Kanton Thurgau im Rahmen des Komet-Projektes Workshops und Projektwochen mit Schulklassen durchgeführt. Hofer nahm 2014 für das Projekt am The Pixel Lab: The Cross-Media Workshop in London teil, wo Intopolitiks mit einer Honorary Mention Best Children's Project at Pixel Lab 2014 ausgezeichnet wurde. In Spanien wurde es im 3D Wire Katalog aufgenommen und als eines der besten European Transmedia Projects 2014 erwähnt.
Lehrtätigkeit Hofer arbeitete von 2004 bis 2013 im MediaLab des Instituts für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich, zuletzt als Director of VideoLab. Später unterrichtete sie an der Hochschule Luzern und der Zürcher Hochschule der Künste.
Filme Hofer führte 1997 Regie und schrieb das Drehbuch beim Kurzfilm Ach, Du…, einem Studienprojekt an der Zürcher Hochschule der Künste. Der Film wurde 1998 bei den 44. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, an den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur und auf dem 19. Max Ophüls Festival vorgeführt.
2013 fungierte Hofer beim Kurzfilm Fotostar als Kamerafrau.
Im Zusammenarbeit mit Ignaz Strebel drehte Hofer 2014 den Dokumentarfilm Der Hauswart: Warum unsere Städte nicht auseinanderfallen als Begleitmaterial zu dem von Strebel herausgegebenen Buch Hauswartung. Für Bauten und Bewohnerschaft (Basel: Birkhäuser, 2015. ISBN 978-3-0356-0359-0).
Beim Film Looking Like My Mother von 2016 war Hofer für die visuellen Effekte zuständig. Der Film lief 2016 in den Schweizer Kinos und wurde von über 2000 Besuchern gesehen. Im gleichen Jahr veröffentlichte Hofer den Expertimentalfilm AOA I Skizze A, bei welchem sie als Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Kamerafrau fungierte. Der Film wurde an den 20. Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur, dem Videoex Experimental Film & Video Festival und dem Crossing Europe Filmfestival Linz aufgeführt.
Der Film Eigentlich vergangen, bei dem Hofer für die Spezialeffekte zuständig war, wurde 2019 an mehreren Film-Festivals gezeigt (22. Internationale Kurzfilmtage Winterthur, 54. Solothurner Filmtage, 31. International Short Film Festival Dresden, 42nd Norwegian International Short Film Festival, 25th Palm Springs International ShortFest und VIS Vienna Shorts Festival).
Filmografie (Auswahl) 1997: Ach, Du… (R, D) 2013: Fotostar (K) 2014: Der Hauswart: Warum unsere Städte nicht auseinanderfallen (P, R) 2014: Re.Rosas flimmern (R, K, Da) 2015: Ignition (K) 2015: Globonauts (P, R) 2016: AOA I Skizze A (P, R, D, K, S) 2016: Looking Like My Mother (VE) 2018: Crossing Over (S) 2019: Eigentlich vergangen (VE) 2022: Habsburgs Glück und Ende (A) P: Produktion, R: Regie, D: Drehbuch, K: Kamera, S: Schnitt, T: Ton, A: Animation, VE: Visuelle Effekte, Da: Darstellung
Publikationen Susanne Hofer: Video work from the media lab: a school of seeing and picturing landscape (S. 40–41). In: Professur für Landschaftsarchitektur, Christophe Girot, ETH Zürich (Hrsg.): Upper Rhine Delta: Pamphlet 11. Zürich: gta Verlag, 2008. ISBN 978-3-85676-248-3. Beitrag in: Christophe Girot und Sabine Wolf (Hrsg.): Cadrages II. Blicklandschaften / Landscapevideo: Landschaft in Bewegung / Landscape in Movement. Zürich: gta Verlag, 2010. ISBN 978-3-85676-265-0.
Weblinks Susanne Hofer bei IMDb Susanne Hofer bei School of Commons Susanne Hofer im Swiss Film Portal Susanne Hofer in der Swiss Performing Arts Platform der Stiftung SAPA, Schweizer Archiv der Darstellenden Künste Susanne Hofer bei kontrast.ch Flimmern, Videoproduktionsfirma von Susanne Hofer und Katrin Oettli
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Schweizer Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau