mini|Katholische Kirche St. Regenfledis in Kalkar-Hönnepel St. Regenfledis in Hönnepel, einem Stadtteil von Kalkar am unteren Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Clemens (Wissel). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Ragenfredis (frz. Renfroie de Denain) und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine neugotische, zweischiffige Basilika mit Fassadenturm und hat 170 Sitzplätze.

Geschichte Die Benediktinerinnenabtei Denain bei Valenciennes in Frankreich besaß auf der großen Rheininsel zwischen Niedermörmter und Wissel den Hof Hönnepel, auf dem die Benediktinerinnen im 9. Jahrhundert ein Tochterkloster errichteten. Diese Niederlassung hatte die Schutzherrschaft der Muttergottes und St. Regenfledis, die die erste Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Denain gewesen war. Das Stift Xanten erwarb 1240 den Klosterbesitz in Hönnepel. Die kleine Klosterkirche diente auch der Seelsorge für die Bewohner der Bauerschaft. 1381 wurde in Hönnepel eine Kapelle mit Friedhof gebaut und 1390 ein Rektor erwähnt. 1438 erfolgte die Erhebung von St. Regenfledis in eine eigenständige Pfarrei. 1804 bis 1821 war St. Regenfledis eine Filialkirche von St. Nicolai (Kalkar) und danach wieder selbstständig. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gotteshaus unbeschadet.

Baubeschreibung Ein Saal und ein Turm im romanischen Stil stammen aus dem 12. Jahrhundert und wurden 1381 als Kapelle ausgebaut. Nach der Erweiterung um ein nördliches Seitenschiff entstand 1442 eine zweischiffige Basilika mit spätgotischer Gestalt. Typisch sind dabei die Spitzbogenfenster und die klare Raumaufteilung. 1687 erhielt der Fassadenturm im Westen ein neues Helmdach. Nach der Verlängerung des Seitenschiffs 1866 wurde das Gotteshaus zwischen 1880 und 1886 umfassend restauriert und bekam die aktuelle neugotische Form.

Die heutige zweischiffige Basilika besitzt ein Netzgewölbe unter einem Satteldach. Der einjochige Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten. Die ehemalige Vorhalle auf der Südseite des Hauptschiffes ist jetzt eine Kapelle. Die an das Nordschiff angebaute Sakristei hat einen vorgesetzten Giebel und ein Walmdach. Das Gotteshaus ist ein Backsteinbau mit Dächern aus Naturschiefer. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1965 sowie das Pfarrheim von 1963 in der (1991 erworbenen) alten Schule. St. Regenfledis steht seit dem 24. April 1984 als Nummer 28 in der Liste der Baudenkmäler in Kalkar.

Strukturentwicklungen Am 15. September 2012 fusionierten die Pfarreien St. Regenfledis (Hönnepel), St. Clemens (Wissel) und St. Peter und Paul (Grieth) zur neuen Großpfarrei St. Clemens, sodass St. Regenfledis seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarrgemeinde St. Clemens in Kalkar sowie zehn benachbarte Pfarreien im Kreisdekanat Kleve zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Bedburg-Hau-Kalkar-Kleve-Kranenburg“.

Glocken Im Fassadenturm von St. Regenfledis in Hönnepel hängen die folgenden drei Kirchenglocken aus Bronze.

Glocke 1: Schlagton: fis1; Ø 106 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1955 Glocke 2: Schlagton: a1; Ø 98 cm; Gießerei unbekannt; Guss im 13. Jahrhundert Glocke 3: Schlagton: c2; Ø 50 cm; Gießerei: Johannes de Trajecto; Guss im 14. Jahrhundert.

Orgel Die Firma Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) baute 1977 für St. Regenfledis eine Pfeifenorgel mit 14 Registern und elektrischen Schleifladen.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Regenfledis (Hönnepel) Website vom Kreisdekanat Kleve

Einzelnachweise

Kategorie:Erbaut 1866 Honnepel Honnepel Honnepel Honnepel Honnepel Honnepel Honnepel Honnepel Kategorie:Bauwerk in Kalkar Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus