Oklo Inc. ist ein US-amerikanisches Nukleartechnologieunternehmen mit Sitz in Santa Clara (Kalifornien). Das Unternehmen entwickelt Mini-Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) unter der Bezeichnung Aurora Powerhouse und will diese als Eigentümer und Betreiber nutzen, um Strom und Prozesswärme an Kunden zu verkaufen. Daneben arbeitet Oklo an Verfahren zur Wiederverwertung von Kernbrennstoffen sowie seit der Übernahme von Atomic Alchemy auch an der Produktion von Radioisotopen. Die Aktie des Unternehmens wird seit Mai 2024 an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel OKLO gehandelt. Sam Altman war ein früher Investor und Verwaltungsratsvorsitzender, trat jedoch 2025 vom Vorsitz zurück.
Geschichte Oklo wurde 2013 von Jacob DeWitte und Caroline Cochran gegründet. Beide Gründer haben einen Hintergrund in Nukleartechnik; nach Unternehmensangaben besitzt DeWitte rund 20 Jahre und Cochran rund 15 Jahre Erfahrung im Bereich Nukleartechnologie. Der Unternehmensname verweist auf Oklo in Gabun, wo vor rund zwei Milliarden Jahren natürliche Kernspaltungsreaktoren aktiv waren.
Im März 2020 reichte Oklo bei der Nuclear Regulatory Commission (NRC) einen Antrag für eine kombinierte Bau- und Betriebsgenehmigung für einen Aurora-Reaktor am Idaho National Laboratory ein. Die NRC lehnte den Antrag im Januar 2022 ohne Präjudiz ab. Die Behörde begründete dies mit fehlenden Informationen zu mehreren wesentlichen Aspekten des Reaktordesigns, insbesondere zur Beschreibung möglicher Störfälle sowie zur Einstufung sicherheitsrelevanter Systeme und Komponenten. Oklo erhielt die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt einen überarbeiteten Antrag einzureichen.
Im Juli 2023 wurde bekannt, dass Oklo durch eine Fusion mit der von Sam Altman mitgegründeten Zweckgesellschaft AltC Acquisition Corp. an die Börse gebracht werden sollte. Die Fusion wurde am 9. Mai 2024 abgeschlossen; einen Tag später wurde die Aktie von Oklo an der New York Stock Exchange gelistet. Nach Unternehmensangaben flossen Oklo aus der Transaktion rund 306 Millionen US-Dollar Bruttoerlös zu.
Im Dezember 2024 berichtete Reuters, dass Oklo eine nicht bindende Vereinbarung mit dem Rechenzentrumsbetreiber Switch geschlossen habe. Demnach soll Oklo bis 2044 Aurora-Reaktoren mit einer Gesamtkapazität von 12 Gigawatt entwickeln, um Rechenzentren mit Strom zu versorgen.
Sam Altman, der bereits seit 2015 als Chairman von Oklo fungiert hatte, blieb nach dem Börsengang zunächst Verwaltungsratsvorsitzender. Im April 2025 trat er von dieser Position zurück; Jacob DeWitte übernahm zusätzlich zum Amt des CEO auch den Vorsitz des Boards. Der Schritt erfolgte im Zusammenhang mit möglichen Interessenkonflikten, da Oklo Energiepartnerschaften mit Unternehmen aus dem KI- und Rechenzentrumssektor anstrebte und Altman zugleich CEO von OpenAI ist.
Im Februar 2025 übernahm Oklo das US-Unternehmen Atomic Alchemy, das an der Herstellung von Radioisotopen arbeitet. Der Kaufpreis bestand aus rund einer Million US-Dollar in bar sowie 820.840 Oklo-Aktien im Wert von rund 27,4 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt der Übernahme.
Oklo erzielte 2025 noch keine Umsätze, erreichte jedoch bereits eine Milliardenbewertung an der Börse. Das Unternehmen wies für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 105,7 Millionen US-Dollar aus, nach einem Verlust von 73,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Ende 2025 verfügte Oklo über 788,4 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln.
Profil Oklo entwickelt kleine, metallgekühlte Kernreaktoren. Die von dem Unternehmen geplante Aurora-Produktlinie soll nach Unternehmensangaben eine elektrische Leistung von 15 bis 75 Megawatt erreichen; spätere Ausführungen sollen auch 100 Megawatt oder mehr leisten können. Oklo beabsichtigt, die in seinen Aurora-Reaktoren anfallenden abgebrannten Brennelemente zu recyceln.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens unterscheidet sich von dem vieler traditioneller Reaktorentwickler. Oklo will Reaktoranlagen nicht primär als Technologiepaket verkaufen, sondern als unabhängiger Stromerzeuger auftreten. Das Unternehmen plant, seine Anlagen selbst zu besitzen und zu betreiben und Strom über langfristige Abnahmeverträge an Rechenzentren, Industrieunternehmen, staatliche Einrichtungen, militärische Standorte, Versorgungsunternehmen und Gemeinden zu verkaufen.
Aurora-Projekt Das wichtigste Entwicklungsprojekt ist das geplante Aurora-Kraftwerk am Idaho National Laboratory. Oklo erhielt dafür nach eigenen Angaben eine Standortnutzungserlaubnis des United States Department of Energy (DOE) sowie eine Zuteilung von fünf Tonnen HALEU aus wiedergewonnenem Uran aus zuvor bestrahltem EBR-II-Brennstoff. Das Unternehmen verfolgt für das Projekt sowohl Genehmigungsschritte unter DOE-Aufsicht als auch die Vorbereitung künftiger Anträge bei der NRC. 2025 schloss Oklo nach eigenen Angaben eine Phase-I-Bereitschaftsbewertung mit der NRC ab, bei der keine wesentlichen Lücken festgestellt wurden, die einer Annahme entsprechender Teile eines künftigen Genehmigungsantrags entgegenstehen würden. Dies ermöglichte Oklo, die Bauarbeitern im Oktober 2025 aufzunehmen, obwohl noch keine endgültige Genehmigung erteilt wurde.
Einzelnachweise
Kategorie:Energieversorger (Vereinigte Staaten) Kategorie:Kernkraftwerksbetreiber Kategorie:Unternehmen (Santa Clara, Kalifornien) Kategorie:Unternehmensgründung 2013 Kategorie:Nukleartechnikhersteller