Sideroxylon inerme oder das Weiße MilchholzBotanisches Centralblatt. 37, Gotthelft, 1889, S. 151. ist eine Pflanzenart in der Familie der Sapotengewächse (Sapotaceae) aus Afrika.
Beschreibung
mini|Früchte und Blätter
Vegetative Merkmale Sideroxylon inerme sind kleine bis mittelgroße immergrüne Bäume oder Sträucher mit einer rundlichen bis ausladenenden Krone mit Wuchshöhen bis über 15 Metern. Die grobe Borke ist graubraun bis schwärzlich.
Die spiralig oder gegenständig angeordneten, verkehrt-eiförmigen bis elliptischen, einfachen, ganzrandigen Laubblätter werden 3,5 bis 9,5 Zentimeter lang und 2 bis 4,5 Zentimeter breit. Sie sind dickledrig, stumpf bis abgerundet oder eingebuchtet, oberseits auch klebrig und glatt und sondern bei Verletzung einen Milchsaft ab. Der Blattstiel ist jung steif behaart und ist bis zu 2 Zentimeter lang. Nebenblätter fehlen.
Blüten Die Blüten erscheinen büschelig und meist achselständig. Die kleinen, zwittrigen, vier- bis meist fünfzähligen, unangenehmPROTA riechenden, kurz gestielten Blüten sind weißlich, cremefarben bis grünlich mit doppelter Blütenhülle. Die glockenförmige Krone ist 2,4 bis 3,6 Millimeter lang, die geöhrten Kronzipfel sind zwei- bis dreimal so lang wie die Röhre. Der becherförmige Blütenkelch ist 1,6 bis 2 Millimeter lang, dachziegelartig und mehr oder weniger klebrig. Es sind kurze Staubblätter und petaloide Staminodien vorhanden, der behaarte und mehrkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel.
Fruchtstand, Früchte und Samen Die kleinen Beeren sind rundlich, erbsengroß und fleischig. Sie besitzen ebenfalls einen Milchsaft, sind anfangs grün und werden bei Reife purpurschwarz. Die holzigen Samen sind rippig.
Ökologie Sideroxylon inerme kommt vor allem in küstennahen Wäldern und Sanddünen vor, in manchen Gebieten ist er auch im Landesinneren zu finden. Der Baum kann Dickichte bilden. Bestäuber sind vor allem Bienen. Braunflügel-Mausvögel (Colius striatus) fressen die Blüten, Vögel, Fledermäuse, Affen und Buschschweine fressen die Beeren.
Verbreitung Sideroxylon inerme ist in Ost- bis Südafrika weitverbreitet. Die Verbreitung reicht von Somalia, Kenia, Tansania, Zimbabwe, Mosambik bis Eswatini und die südafrikanischen Provinzen Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Nordwest, Nordkap, Ostkap und Westkap. Außerdem kommt sie auf den Komoren und Aldabra vor. In Stilbaai, Provinz Westkap existiert mit dem Grandfather of Stilbaai ein sehr altes Exemplar mit 14 Meter Höhe und mehr als 10 Meter Umfang, welches zu den Rekordbäumen des Landes zählt und auf mehr als 500 Jahre geschätzt wird. In Mosselbaai, ebenfalls Westkap, gibt es mit dem Post Office Tree ebenfalls einen sehr alten Baum.
Verwendung Wurzel und Rinde von Sideroxylon inerme werden gegen Knochenbrüche und zur Fiebersenkung verwendet und sollen Alpträume vertreiben. Außerdem werden sie gegen Gallsucht beim Vieh verwendet. Das Holz ist sehr hart und schwer, feinfaserig und wird als Bauholz für Boote, Brücken und Mühlen benutzt. Die reifen Beeren sollen essbar sein.
Systematik Sideroxylon inerme wurde bereits 1753 durch Carl von Linné erstbeschrieben. Der Gattungsname Sideroxylon stammt aus dem Griechischen, mit dem Wortteil sideros, das Eisen bedeutet, und dem Wortteil xylon, das Holz bedeutet und so auf das harte Holz hinweist. Es sind drei Unterarten anerkannt: Sideroxylon inerme subsp. cryptophlebium (Baker) J.H.Hemsl. Sideroxylon inerme subsp. diospyroides (Baker) J.H.Hemsl. Sideroxylon inerme subsp. inerme
Weblinks
Sideroxylon inerme bei Tree SA. Sideroxylon inerme bei PROTA.
Einzelnachweise
Kategorie:Sapotengewächse Kategorie:Sapotaceae Kategorie:Baum