Die Racing Bulls S.p.A ist ein italienischer Automobilrennstall, der sich wie Red Bull Racing im Besitz der österreichischen Red Bull GmbH befindet und in der Formel-1-Saison 2026 als Visa Cash App RB Formula One Team mit den Fahrern Liam Lawson und Arvid Lindblad an den Start geht.

Das Team entstand zur Saison 2006 durch Übernahme des traditionsreichen Rennstalls Minardi in Faenza und trat bis 2019 als Scuderia Toro Rosso sowie zwischen 2020 und 2023 als Scuderia AlphaTauri in der Formel-1-Weltmeisterschaft an. Seit 2024 trägt es den aktuellen Namen. Es gilt gemeinhin als B-Team bzw. Juniorteam des Konzerns und bezieht seine Fahrer in der Regel aus dem Red-Bull-Nachwuchsprogramm. Die besten WM-Ergebnisse waren viermal der sechste Platz in der Konstrukteurswertung und die größten Rennerfolge zwei Grand-Prix-Siege beim Heimrennen in Italien, einmal 2008 durch den späteren Weltmeister Sebastian Vettel und einmal 2020 mit Pierre Gasly.

Verbindung zu Red Bull Racing

Red Bull Junior Team Das von Helmut Marko 1984 gegründete Team RSM Marko war zunächst in der DTM, dann der deutschen Formel-3-Meisterschaft und der Internationalen Formel-3000-Meisterschaft angetreten. Ab 1999 führte es aufgrund des Sponsorings den Namen Red Bull Junior Team. Aus diesem Konstrukt ging 2001 ein gezieltes Nachwuchsprogramm hervor: Marko versuchte, vielversprechende Juniorfahrer zu finden, deren Karrieren zu managen und sie über Red Bulls Sponsorings in die Formel 1 zu bringen.

Nach dem Erwerb zweier Formel-1-Teams durch die Red Bull GmbH (s. unten) bekam Marko von Dietrich Mateschitz die Vollmacht, Nachwuchsfahrer direkt in den Teams zu platzieren. Das Fahrerprogramm wurde deutlich ausgebaut und in den nächsten zwanzig Jahren kamen so viele Fahrer über das Red Bull Junior Team in die Formel 1 wie über kein anderes Nachwuchsprogramm. So waren acht der 20 Fahrer der Formel-1-Saison 2025 einst Teil des Red Bull Junior Teams. Fünf Absolventen sind Grand-Prix-Sieger in der Formel 1 geworden, Vettel und Verstappen wurden Weltmeister.

Zu den Fahrern, die Teil des Red Bull Junior Team waren und mit ihm in die Formel 1 aufstiegen, zählen:

Die für u. a. Red Bull Racing gefahrenen Christian Klien, Sebastian Vettel, Vitantonio Liuzzi, Daniel Ricciardo, Alexander Albon, Daniil Kvyat, Max Verstappen, Pierre Gasly, Yuki Tsunoda, Liam Lawson und Isack Hadjar.

Sowie die u. a. für den in Faenza beheimateten Rennstall gefahrenen Scott Speed, Sébastien Buemi, Jaime Alguersuari, Brendon Hartley, Jean-Éric Vergne, Carlos Sainz jr. und Arvid Lindblad.

Racing Bulls mini|AlphaTauris Zentrale in Faenza (2020) mini|AlphaTauri: Werksgebäude und Teamtruck (Juli 2020) Das Formel-1-Team Racing Bulls hat seine Wurzeln in dem italienischen Motorsportteam Minardi, das nach einigen Jahren in der Formel 2 von 1985 bis 2005 regelmäßig mit geringen Erfolgen an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hatte. Nach wiederholten wirtschaftlichen Schwierigkeiten war das Team 2001 von dem australischen Geschäftsmann Paul Stoddart übernommen worden, dem allerdings ebenso wenig wie seinen Vorgängern eine wirtschaftliche Stabilisierung gelang. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts war Minardi das kleinste und leistungsschwächste Team der Formel 1. Im Laufe der Jahre interessierten sich etwa 40 Käufer für die Übernahme des Rennstalls, unter ihnen der ehemalige Rennfahrer Eddie Irvine. Stoddart entschied sich im Herbst 2005 schließlich dazu, den Rennstall an den Getränkehersteller Red Bull zu verkaufen, der ein Jahr vorher bereits das britische Jaguar-Team übernommen hatte. Red Bull übertrug die Leitung des nun als Toro Rosso (italienisch für Roter Stier) bezeichneten Teams den Österreichern Franz Tost, Helmut Marko und Gerhard Berger; Letzterer war von 2006 bis 2008 auch Minderheitseigner des Rennstalls.„Berger trennt sich von Toro Rosso“ (Spiegel.de am 25. November 2008) Unter ihnen wurde der Rennstall zu einem Juniorteam für Red Bull, in dem vorwiegend Nachwuchspiloten aus dem eigenen Fahrerprogramm eingesetzt werden. Ursprünglich war als Name „Squadra Toro Rosso“ vorgesehen.Minardi soll "Squadra Toro Rosso" heißen rp-online.de

Toro Rosso nutzte in den ersten Jahren der Zugehörigkeit zu Red Bull intensiv dessen technisches Know-how. Zwischen beiden Rennställen kam es zu Synergien; so waren die Rennwagen von Toro Rosso bis 2009 unmittelbar von den jeweiligen Red-Bull-Konstruktionen des Vorjahres abgeleitet. Auf diese Weise konnten die Kosten für den Betrieb des Rennstalls gering gehalten werden. Ab 2010 untersagte das Reglement solche Synergieeffekte. Toro Rosso musste daraufhin wieder eigene Rennwagen konstruieren und aufbauen. Im Hinblick auf diese Reglementsänderung erwog Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz anfänglich, Toro Rosso wieder zu veräußern. (Auto-motor-und-sport.de am 18. März 2008) Tatsächlich verblieb das Team aber in der Red-Bull-Familie.

Zu einer weiteren Existenzkrise kam es im Herbst 2015, nachdem Red Bull für beide Teams den Motorenvertrag mit Renault gekündigt hatte, ohne über eine Alternative für 2016 zu verfügen. Zeitweise bestand die Gefahr der Betriebseinstellung bei Toro Rosso und bei Red Bull. Toro Rosso, das aufgrund seiner geringen Kapazitäten weniger flexibel war als Red Bull, erneuerte schließlich im November 2015 die Verbindung zur Scuderia Ferrari, die bereits bis 2013 bestanden hatte, und hielt sich so die Möglichkeit offen, auch 2016 in der Formel 1 anzutreten. Allerdings war der Renneinsatz bei Toro Rosso mit dem des britischen Mutterteams verbunden. Erst als sich Red Bull am 4. Dezember 2015 mit Renault auf die Fortsetzung der Geschäftsbeziehungen einigte, war sichergestellt, dass auch Toro Rosso 2016 an den Start gehen konnte. Nachdem das Team 2017 wieder die gleiche Motorisierung wie Red Bull genutzt hatte, war es 2018 als Nachfolger von McLaren exklusiver Motorenpartner von Honda, bis zum Saisonstart 2019 auch Red Bull eine Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller einging.

Für die Saison 2020 änderte der Rennstall seine Meldebezeichnung in Scuderia AlphaTauri. Damit solle die Bekanntheit der zum Red-Bull-Konzern gehörenden Bekleidungsmarke AlphaTauri gesteigert werden.

2006 bis 2019: Scuderia Toro Rosso 2006: Übergangsjahr mini|Vitantonio Liuzzi im Toro Rosso STR1, Kanada 2006 2006 fuhren für die Scuderia Toro Rosso der Italiener Vitantonio Liuzzi und der US-Amerikaner Scott Speed. Teamchef wurde der Österreicher Franz Tost, der zuvor für Williams-BMW gearbeitet hatte.

Motorenlieferant für 2006 war Cosworth, somit wurde die Partnerschaft mit der britischen Motorenschmiede von Minardi übernommen. Zwar sah das Reglement ab 2006 grundsätzlich eine Beschränkung auf Achtzylindermotoren mit 2,4 Liter Hubraum vor (siehe Formel-1-Regeln). Aufgrund einer Ausnahmeregelung konnte Toro Rosso allerdings die bisherigen, 3,0 Liter großen Zehnzylindermotoren weiter verwenden. Diese Sonderregelung war noch vom letzten Minardi-Inhaber Paul Stoddart im Hinblick auf das geringe Budget des italienischen Rennstalls durchgesetzt worden. Um Toro Rosso keinen Vorteil gegenüber den anderen Teams zu verschaffen, mussten die Motoren ein Drehzahllimit von 16.700/min aufweisen. Außerdem musste ein Luftmengenbegrenzer eingesetzt werden.

Besonders Midland F1 Racing und Super Aguri F1 wehrten sich gegen den Einsatz der Zehnzylindermotoren. Sie argumentierten, dass das Team mit der Übernahme durch Red Bull finanziell auf gesunden Beinen stehe und man damit die kostengünstige Ausnahmeregel nicht in Anspruch nehmen müsse. Toro Rosso bestand jedoch auf der Ausnahmeregelung.

Doch trotz des Einsatzes der Zehnzylindermotoren konnte das Team nur einmal in die Punkte fahren. Vitantonio Liuzzi holte den achten Platz und damit einen Punkt beim Großen Preis der USA. Toro Rosso war konkurrenzfähiger als das Vorgängerteam Minardi, doch man konnte nur zwei Teams im Klassement hinter sich halten (MidlandF1 und Super Aguri). Im Laufe der Saison kam man dem Hauptteam Red Bull Racing immer näher und war teilweise sogar schneller, doch das lag eher am schwachen Auftritt des „großen Bruders“ als an der eigenen Leistung.

2007–2009: Chassis von Red Bull 2007 mini|Scott Speed im Toro Rosso STR2, Malaysia 2007 Ab der Saison 2007 gab es für alle Teams Einheitsreifen von Bridgestone. Diese Entscheidung war ein Beitrag zur Erhöhung der Chancengleichheit. Außerdem wurden die Zehnzylindermotoren von Cosworth durch Ferrari V8-Motoren ersetzt. Das Red Bull Racing Team benutzte diese Motoren 2006, wollte aber für 2007 die Weltmeistermotoren von Renault einsetzen. Man transferierte die Ferrari-Motoren zum Zweitteam mit dem Argument, dass Ferrari-Motoren besser zum italienischen Toro Rosso Team passen würden als zum Hauptteam Red Bull Racing. Die beiden Fahrer blieben Vitantonio Liuzzi und Scott Speed.

Nach dem Großen Preis von Europa, bei dem der US-Amerikaner wie sein Teamkollege Liuzzi im Regen von der Strecke rutschte, kam es zu einem Streit mit Teamchef Franz Tost. Laut Speed habe Tost ihm die Faust in den Rücken gerammt und gegen eine Wand gestoßen. Nach diesem Vorfall gab Toro Rosso am 31. Juli 2007 bekannt, dass Scott Speed ab dem Großen Preis von Ungarn durch den Testfahrer von BMW Sauber, Sebastian Vettel, ersetzt wird. Beim Großen Preis von China schaffte das Team das bis dato beste Resultat der Teamgeschichte, nachdem mit Sebastian Vettel auf Rang vier und Liuzzi als sechster beide Fahrer in die Punkte gekommen waren und wichtige 8 Punkte für die Konstrukteurs-WM gesammelt hatten.

2008 mini|Sébastien Bourdais im Toro Rosso STR3, 2008 Im August 2007 wurde bekanntgegeben, dass in der Saison 2008 Vitantonio Liuzzi durch den Franzosen und viermaligen Champ-Car-Meister Sébastien Bourdais als Stammfahrer ersetzt wird.„Offiziell: Toro Rosso verpflichtet Bourdais“ (Motorsport-total.com am 10. August 2007) Dieser fuhr in seinem ersten Formel-1-Rennen gleich in die Punkte. Auf Platz vier liegend schied er zwar drei Runden vor Schluss wegen eines Motorschadens aus, profitierte allerdings von den vielen Ausfällen der weiteren Fahrer sowie der Disqualifikation von Rubens Barrichello, wurde letztendlich als Siebter gewertet und erhielt zwei Punkte. Sebastian Vettel eröffnete sein Punktekonto im Regenrennen von Monaco mit einem fünften Platz. Auf dem Hockenheimring fuhr er mit Platz 8 einen weiteren Zähler ein ebenso wie in Kanada, wo er sogar trotz eines Starts aus der Boxengasse den letzten Punkt ergatterte. Am 13. September 2008 erreichte die Scuderia Toro Rosso beim Qualifying für den Großen Preis von Italien mit Sebastian Vettel ihre erste Pole-Position. Im weiteren Verlauf gewann Sebastian Vettel das Rennen bis zum Sieg Max Verstappens beim Großer Preis von Spanien 2016 als jüngster Fahrer in der Geschichte der Formel 1 und brachte damit seinem Team den ersten Sieg überhaupt. In den übrigen vier Rennen fuhr Vettel weitere drei Male in die Punkteränge. Damit belegte die Scuderia Toro Rosso (in dieserRekord: So oft feierten Hamilton und Vettel gemeinsam autobild.de und der folgenden SaisonTeam Toro Rosso-Ferrari 2009 Season Stats auch Toro Rosso-Ferrari genannt) am Ende den sechsten Platz der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, noch vor dem Schwesterteam Red Bull Racing.

2009 mini|Sébastien Buemi beim Großen Preis von Deutschland 2009 In der Saison 2009 trat das Team mit den Fahrern Sébastien Bourdais und Sébastien Buemi an. Die Saison wurde mit dem Toro Rosso STR4 bestritten, der eine Ableitung des im letzten Jahr eingesetzten Red Bull RB4 war. Beim Auftaktrennen in Australien gelang es beiden Fahrern, Weltmeisterschaftspunkte einzufahren. Zum Großen Preis von Ungarn wurde Bourdais durch Jaime Alguersuari ersetzt. Die Leistungen des Vorjahres konnten besonders wegen der schwachen Performance des Teams zur Saisonmitte nicht wiederholt werden. Man belegte schließlich mit acht WM-Punkten den zehnten und letzten Rang in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

2010–2019: Eigenständiger Chassishersteller 2010