Kuhmannsheide ist ein Einzelhof in der Gemarkung der Stadt Melsungen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Das landwirtschaftliche Gehöft liegt etwa 2,5 km westlich der Kernstadt rund 200 m nördlich der von Melsungen nach Gensungen führenden Bundesstraße 253.
Geschichte Der Hof, ein ehemals freiadeliges Rittergut, wurde 1575 als Kuhemulsheida erstmals urkundlich erwähnt; spätere schriftliche Namensformen waren Kuhemelhesheida (1613) und Kuhmansheyde (1705–1710).Johann Georg Schleenstein: Schleenstein’sche Karte der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Pläne der Ämter des Kurfürstentums Hessen-Kassel; Karte Nr. 6. Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Im Dreißigjährigen Krieg verkauften die Herren von von Hundelshausen, vertreten durch die Vettern Hartrad und Kaspar von Hundelshausen, die Feldmark ihres wüst gefallenen, rent- und schossfreien Erbguts Stonichenrode an die Eigner des benachbarten Guts Kuhmannsheide, die Ehefrau des Kasseler Vizekanzlers Helfrich, das daraufhin erstmals als Gut mit Freiheiten und Vorrechten erwähnt wurde.Ludwig Armbrust: Geschichte der Stadt Melsungen bis zur Gegenwart, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge. (XIV. Supplement.) Kassel, 1905, S. 121–122
In der Folge kam es wegen Weiderechten mehrfach zu erheblichem Streit mit den Einwohnern von Melsungen. Bereits 1636 erhielt Kuhmannsheide von Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel das Recht, Vieh durch die Feldmark von Melgershausen und Heßlar zu treiben, um eine abgelegene Weide zu erreichen. 1644 erlangte Frau Helfrich das Recht, ihre Schafe auf der gesamten Melsunger Feldflur weiden zu lassen. Darüber kam es dann 1677 zu offenem Streit zwischen den Melsunger Bürgern und dem neuen Gutsherrn auf Kuhmannsheide, dem Rittmeister Friedrich Daniel Nordeck,Sein Ahnherr Johann Nordeck war 1568 mit einem Burgsitz zu Melsungen belehnt worden. der das Gut kurz zuvor für 500 Reichstaler gekauft hatteHStAM Bestand 17 e Nr. Kuhmannsheide 2 und seine Rinder- und Schafherden erheblich zu vergrößern trachtete. Landgraf Karl limitierte ihm schließlich per Erlass im Juni 1678 die Zahl seiner Schafe auf 250. Hutestreitigkeiten kamen weiterhin mehrfach vor; so trieben Melsunger Bürger im Jahre 1734 die Rinder des Guts in die Stadt, weil diese im der Sonne zugewandten Melsunger Sommerfeld geweidet hatten.
Die Nachfahren des Rittmeisters Nordeck verkauften das Gut um 1732 an eine Frau von Romrod, und es blieb im Besitz ihrer Nachkommen bis mindestens 1786. In diesem Jahr umfasste das Gut folgenden Grundbesitz: 5/8 Acker und 11 Ruten Wohnhaus, Scheuer, Stallung, Hof; 5 1/16 Acker und 31 Ruten Garten; 62 1/2 Acker Wiesen und Driesche; 34 1/8 Acker Land; und 50 9/16 Acker Waldung, meist junges Buschholz. Allerdings lag zu dieser Zeit viel Ackerland wüst, weil sich eine Bewirtschaftung nicht lohnte.Ludwig Armbrust: Geschichte der Stadt Melsungen bis zur Gegenwart, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge (XIV. Supplement). Kassel, 1905, S. 122 Danach wurde es aufgeteilt und verkauft.
Fußnoten
Weblinks Kuhmannsheide, Schwalm-Eder-Kreis, im: Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
Literatur Dieter Wolf: Melsungen. Eine Kleinstadt im Spätmittelalter. Topographie, Verfassung, Wirtschafts- und Sozialstruktur. 3 Bände. Afra-Verlag, Butzbach, 2003, ISBN 3-932079-74-4, ISBN 3-932079-75-2, ISBN 3-932079-76-0; Bd. 1, S. 163, Bd. 2, S. 397. Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Bd. 14). Elwert, Marburg, 1926 (Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 291
Kategorie:Geographie (Melsungen) Kategorie:Einzelsiedlung in Hessen Kategorie:Gutshof in Hessen