mini|Die Sierra-Pazifik-Synode innerhalb der Kirchenregion 2 der ELCA. Die Sierra-Pazifik-Synode () ist eine Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Ihr Gebiet umfasst den Norden der Bundesstaaten Kalifornien und Nevada. Seit 2023 steht Jeff Johnson der Synode als Bischof vor.

Geschichte Die Sierra-Pazifik-Synode entstand 1987, als sich drei lutherische Kirchen – die Amerikanische Lutherische Kirche (ALC), die Lutherische Kirche in Amerika (LCA) und die Vereinigung Evangelisch-Lutherischer Kirchen (AELC) – zur ELCA zusammenschlossen und ihre Gemeinden neu organisierten und insgesamt 65 Synoden errichteten. 1988 nahm die Synode ihre Arbeit auf und wählte Lyle Miller zu ihrem ersten Bischof.

In den 1990er-Jahren kam es innerhalb der Synode zu Kontroversen, nachdem zwei Gemeinden in San Francisco – die St. Francis Lutheran Church und die First United Lutheran Church – drei offen homosexuelle Pfarrer ordiniert und berufen hatten. Beide Gemeinden und die drei Geistlichen wurden nach einem langen Disziplinarverfahren 1995 aus der ELCA ausgeschlossen. Erst nachdem die ELCA 2009 die Ordination von offen homosexuellen geistlichen erlaubte, schlossen sich die Gemeinden 2011 bzw. 2012 wieder der Kirche an. Jeff Johnson, damals einer der ausgeschlossenen Pfarrer, wurde 2023 zum Bischof der Sierra-Pazifik-Synode gewählt.

2021 wählte die Synode mit Megan Rohrer eine transgeschlechtliche Person in ihr Bischofsamt. Rohrer wurde damit zum ersten transgeschlechtlichen Bischof einer Mainline-Kirche. Rohrer trat bereits 2022 auf Bitten der leitenden Bischöfin der ELCA Elizabeth Eaton von seinem Amt zurück, nachdem Vorwürfe rassistischen Verhaltens gegen ihn laut geworden waren. Rohrer beklagte seinerseits transfeindliches Verhalten innerhalb der Synode.

Organisation und Struktur Die Montana-Synode umfasst 177 Gemeinden mit 27.101 Gemeindegliedern. Sie gliedert sich in neun Dekanate (conferences), denen jeweils ein Dekan vorsteht. Die Gemeinden werden von 322 Geistlichen und einer Reihe von Prädikanten betreut.

Oberstes Organ der Synode ist die Synodalversammlung (synod assembly), die jährlich zusammenkommt. Sie wählt den Synodalrat (synod council), der die Geschäfte der Synode führt, sowie den Bischof als leitenden Geistlichen. Die Amtszeit des Bischofs ist auf sechs Jahre ausgelegt, wobei eine Wiederwahl möglich ist. Sitz der Synode ist seit Ende 2023 Berkeley. Zuvor war die Verwaltung der Synode in Oakland angesiedelt. Innerhalb des Gebiets der Synode befindet sich das Pacific Lutheran Theological Seminary in Berkeley, eines der sieben theologischen Seminare der ELCA.

Die Synode ist partnerschaftlich mit der Süddakota-Synode der ELCA verbunden. Weiterhin unterhält sie enge Beziehungen zur Lutherischen Kirche Ruandas, Salvadorianischen Lutherischen Kirche und zur Taiwanischen Lutherischen Kirche. Die Synode arbeitet außerdem eng mit anderen protestantischen Kirchen in der Region zusammen.

Bischöfe 1988–1994 Lyle Miller 1992–2002 Robert Mattheis 2002–2008 David Mullen 2008–2021 Mark Holmerud 2021–2022 Megan Rohrer 2022–2023 Claire Burkat (ad interim) seit 2023 Jeff Johnson

Kirchen (Auswahl) Zur Synode gehören eine Reihe von historischen oder anderweitig bedeutenden Kirchen, darunter auch die St.-Matthäus-Kirche in San Francisco, die bis heute deutschsprachige Gottesdienste anbietet.

Weblinks

Website der Sierra-Pazifik-Synode

Einzelnachweise

SierraPazifik Kategorie:Christentum (Kalifornien) Kategorie:Christentum (Nevada) Kategorie:Organisation (Oakland) Kategorie:Organisation (Berkeley) Kategorie:Bistumsgründung 1988