mini|hochkant=0.5|Wappen derer von Bennigsen-Foerder. Gustav Rudolf von Bennigsen-Foerder (auch Rudolf Gustav) (* 26. Juni 1770 in Dresden (Neustadt); † 22. Mai 1809 in Isterbies) war ein preußischer Landrat.
Herkunft Gustav Rudolf von Bennigsen-Foerder war Angehöriger des niedersächsischen Adelsgeschlechts Bennigsen-Foerder. Er war ein Sohn von Rudolf Christian von Bennigsen (1712–1783), kursächsischer Appellationsrat, Stiftskanzler in Merseburg, Erbherr auf Kranichau, und dessen Ehefrau Johanne Friederike (1731–1779), geb. Vitzthum von Eckstedt.
Leben Nach anfänglichen Privatunterricht im Elternhaus besuchte er ein Gymnasium in Merseburg. Seit Ostern 1787 studierte er vier Jahre lang an der Universität Leipzig, wo er u. a. juristische und staatswissenschaftliche Vorlesungen hörte. Nachdem er zu Ostern 1791 erfolgreich das juristische Examen am kursächsischen Obergerichtshof in Leipzig absolviert hatte, wurde er dort im Anschluss als Auditor eingesetzt. 1792 erhielt er eine Stelle als Assessor bei der Landesregierung Dresden.
1793 wurde er von der Witwe Friederike Helene Louise von Foerder auf Isterbies und Poethen als Erbe eingesetzt, da ihr Sohn Aemilius Hans Albrecht Carl von Foerder (1754–1790), Regierungspräsident von Kleve, verstorben war. Da das Geschlecht derer von Foerder vom Aussterben bedroht war, wurde Gustav Rudolf von der Witwe adoptiert, damit er Wappen und ihren Namen neben seinem eigenen weiterführen konnte. Nach ihrem Tod am 14. April 1795 erhielt er wenige Monate später die Erlaubnis ihr Wappen zu übernehmen, und beider Namen fortan als von Bennigsen-Foerder zu tragen.
Wenig später gab er seinen kursächsischen Dienst auf und wechselte nach Preußen, wo er im Februar 1795 Kreisdeputierter im Distrikt I. des Jerichowschen Kreises wurde. Im Jahr 1800 wurde er von den Ständen des Herzogtums Magdeburg zum Verordneten bei dem großen landwirtschaftlichen Ausschuss gewählt. Nach dem Tod von Carl Friedrich August von Plotho im Jahr 1802 wurde er zu dessen Nachfolger als Landrat im Distrikt I. des Jerichowschen Kreises gewählt. Die Bestallung als Landrat erfolgte am 21. Februar 1803, nachdem er kurz zuvor das große Examen mit gutem Ergebnis bestanden hatte.
Familie Gustav Rudolf von Bennigsen-Foerder war seit dem 10. Juli 1799 in Magdeburg mit Charlotte Henriette Sophie (1773–1838), geb. von Borch aus dem Hause Wendlobese verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren: Albert Emil Karl (1800–1847), Gutsbesitzer in Isterdies, BürgermeisterVerhandlungen des fünften Provinzial-Landtags der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz, gehalten zu Berlin im Jahre 1834. Nauck, Berlin 1835, S. 11.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg. Nro. 145, Eigenverlag, Magdeburg, den 12. April 1834, S. 101. von Salzwedel, verheiratet m. Mathilde Thorwirth (1818–1874), Kinder, Enkel Friederike Louise Helene (1802–1885), verh. m. Wilhelm Mann, Jurist, herzogl.-anhalt-dess. Oberapp.-RatAlexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Verlag Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt 1893, S. 38. Rudolf Friedrich Gustav (1804–1870), kgl. preuß. Major a. D., Herr auf Isterbies, Familiensenior
Der Enkel Albert von Bennigsen-Foerder (1838–1886) war Landrat und nachmals Gefängnisdirektor. Der Enkel Rudolf von Bennigsen-Foerder (* 1837) bewirtschaftete Gut Isterbies bis 1871.
Literatur Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neu-Auflage, Band 2/9 (Zweiten Bandes Neunte Abtheilung): Der Hannöverische Adel. Verlag Bauer und Raspe Ludwig Korn, Mieste/Nürnberg 1870, S. 3. Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenacte 1600–1873. Nach amtlichen u. a., gedruckten und ungedruckten Quellen (etc.). Band 1, Verlag von Mitscher & Roestell, Berlin 1874, S. 61. Franz Schnorr von Carolsfeld: Katalog der Handschriften der Königl. Öffentlichen Bibliothek zu Dresden. Band 2, Hrsg. Generaldirektion der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Verlag von B. G. Teubner, Leipzig 1883, S. 188. 34ª. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 2, Verlag Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt 1893, S. 37 f. Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. Band 2, Hrsg. Königliches Herolds-Amt, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893, S. 58. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1900. Erster Jahrgang, Justus Perthes-Druck 16. August 1899, Gotha Januar 1900, S. 76. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 61.
Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Preußen) Gustav Rudolf Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1770 Kategorie:Gestorben 1809 Kategorie:Mann Kategorie:Jurist in der Kommunalverwaltung Kategorie:Person (Kursachsen)