Niendorf ist eine mittelalterliche Wüstung südlich von Neuendorf im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 310)

Lage Die ehemalige Dorfstelle lag südlich des Dorfes Neuendorf am Weg nach Garrey, nordwestlich der Rummel. Dort ist noch der Flurname Wöhrde überliefert, der auf die frühere Siedlung hinweist. Der genaue Ort ist durch Karten des 19. Jahrhunderts belegt. Die wüste Feldmark ging später vollständig in der Feldmark von Neuendorf auf.

Geschichte und Etymologie Niendorf erscheint in den Quellen unter verschiedenen Namensformen: Erstmals 1419/1420 als Nuwendörff, 1506 als das wüste gerlebt zu Niwendorff und 1847 als wüste Mark Niendorf. Die Bezeichnungen machen deutlich, dass der Ort bereits im frühen 15. Jahrhundert als wüst galt.

Vor 1426 bis etwa 1550/1552 gehörte die Wüstmark Niendorf zur Vogtei beziehungsweise Pflege und später zum Amt Rabenstein. Ab etwa 1550/1552 bis 1872 unterstand sie dem Amt Belzig Rabenstein.

1419/1420 war Niendorf bereits wüst. Zu dieser Zeit besaß ein Einwohner aus Neuendorf das Gut zu Niendorf mit zwei Hufen. Zudem hielt die Familie Buchholtz eine Hufe auf der wüsten Feldmark. Im Jahr 1506 hatte ein Einwohner aus Neuendorf das wüste Gut zu Niendorf zu Lehen, das heißt zur Nutzung inne. Um 1550 umfasste die wüste Feldmark insgesamt 19 Hufen.

1565, 1591 und 1682 nutzten elf Einwohner aus Neuendorf die wüsten Hufen von Niendorf. Die Aufteilung erfolgte überwiegend in Anteilen von jeweils zwei Hufen, vereinzelt auch einer Hufe. 1718 wurden alle 19 Hufen von Niendorf durch Einwohner aus Neuendorf bewirtschaftet; jede Hufe war mit einer Aussaat von drei Dresdner Scheffeln angesetzt.

1822 wurden die 19 Hufen weiterhin vollständig von Neuendorf genutzt. Danach ging die wüste Feldmark endgültig in der Feldmark Neuendorf auf und wurde nicht wieder besiedelt. Der Naturalzehnt aus der wüsten Mark Niendorf wurde in dieser Zeit nicht mehr entrichtet. Stattdessen erhielt der Pfarrer zu Rädigke 23 Scheffel Roggen, der Küster zusätzlich 4½ Scheffel Roggen.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 310)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1419 Kategorie:Rabenstein/Fläming