Theodor August Hermann Otto Bretthauer (* 3. März 1890 in Ilsenburg; † 10. Dezember 1980 in Sankt Augustin) war ein deutscher Komponist, Musikpädagoge und -kritiker.
Leben und Werk Er war der Sohn des Kaufmanns Heinrich August Hermann Bretthauer und dessen Ehefrau Johanne Henriette Bretthauer geborene Vogtländer und stammte aus dem Harzer Hüttenort Ilsenburg im preußischen Kreis Grafschaft Wernigerode. Bereits während der Vorschulzeit zeigte sich sein musikalisches Talent. Mit sechs Jahren erlernte er das Geigespielen, später kamen Klavier und Orgel hinzu. Von 1904 bis 1910 besuchte er das Lehrerseminar in Quedlinburg, wo er sich auch musikalisch weiterbildete. Danach war er einige Zeit in Süplingen und in der Magdeburger Börde als Musiklehrer, Kantor und Organist tätig. In dieser Zeit nahm er Unterricht in Musiktheorie bei Fritz Kauffmann und gab das Liederbuch „Froher Sang“ heraus. Nach seiner 1929 erfolgten Versetzung nach Magdeburg widmete er sich nebenberuflich auch der Musikkritik und wurde fortan vor allem auf dem Gebiet der Vokalmusik als Komponist aktiv.
1933 wurde er Sachbearbeiter für Musik für den Gau Magdeburg-Anhalt im Nationalsozialistischen Lehrerbund. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer schrieb er einige Schulopern, darunter „Doktor Allwissend“, die 1948 sechzehnmal in Magdeburg aufgeführt wurde.
Den musikalischen Höhepunkt des Gausängerfestes, das im Juli 1939 in Magdeburg stattfand, bildeten seine Kompositionen. Im gleichen Jahr gründete Bretthauer den Bachkantaten-Chor, wo auch namhafte ausländische Solisten verpflichtet wurden. Aus seinem Schulchor ging später der Telemann-Kinderchor hervor.
1942 verfasste er unter Mitwirkung von Fritz Schulze das Liederbuch für Volksschulen, das in zwei Hefte (jeweils für die unteren und die oberen vier Jahrgänge) unterteilt war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er in die LDPD und den Kulturbund der DDR ein. Für die Liberal-Demokratische Zeitung (LDZ)Parteifreund Otto Bretthauer heute 70 Jahre. In: LDZ vom 3. März 1960. und den Neuen WegErfülltes Leben im Dienste der Musik. In: Neuer Weg vom 3. März 1960. war er über zehn Jahre als Musikkritiker tätig. Im fortgeschrittenen Rentenalter verließ er die DDR und starb mit 90 Jahren in Sankt Augustin.
Schriften (Auswahl) (mit Fritz Schulze): Froher Sang. Liederbuch nach der Eitz'schen Tonwort-Methode. Ausgabe A für mehrklassige Schulen. Halle a. d. S. . (mit Fritz Schulze): Froher Sang. Schulliederbuch nach der Eitz'schen Tonwort-Methode unter Zugrundelegung des Arbeitsschulgedankens. Ausgabe für wenig-gegliederte Landschulen. H. 1. 2. H. Schroedel, Halle a. S. . Die allgemeine Musikerziehung in der Schule. In: Mitteldeutscher Kulturwart, 1937. Reges Opern- und Konzertleben. In: Musik und Gesellschaft 9 (1959), S. 567 f.
Literatur Musica. Monatsschrift für alle Gebiete des Musiklebens. 1960, S. 264.
Einzelnachweise
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