mini|Globus von Frisius, Mercator und van der Heyden (1536) Gaspard van der Heyden (auch bekannt als Gaspar à Myrica) (ca. 1496 – ca. 1549) war ein Goldschmied, Graveur, Meister des Buchdrucks und Konstrukteur von präzisen astronomischen Instrumenten, darunter terrestrischen und Himmelsgloben aus Leuven, Belgien. Er war unter den Humanisten in Leuven ebenso bekannt wie unter Wissenschaftlern und Mathematikern.
Leben Gaspard war der Sohn des Chirurgen Peter van der Heyden und Katharina van den Berghe. Er wurde um 1496 in Leuven geboren. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass er 1521 seine Frau Anna van Luye heiratete. Über seine frühen Lebensjahre und seine Ausbildung ist wenig überliefert, doch galt er als mehr als nur ein Künstler, nämlich als Kupferstecher, hochqualifizierter Handwerker und Metallarbeiter. Er verfügte zweifellos über eine wissenschaftliche Ausbildung, insbesondere in Mathematik. Ein Brief von Conrad Goclenius aus Leuven vom 2. Dezember 1531 an den polnischen Bischof Johannes Dantiscus – Diplomat in den Niederlanden, Freund von Erasmus von Rotterdam und großer Gönner von Gemma Frisius – zeigt uns, dass er und mehrere andere lokale Humanisten mit Erasmus befreundet waren. Goclenius dankt Dantiscus für ein Geschenk, das ihm von Jaspar aurifex (Gaspard van der Heyden) zugesandt wurde. Die Tatsache, dass der Familienname nicht genannt wird, lässt vermuten, dass der Goldschmied unter den Humanisten in Leuven und am Hofe von Marius von Ungarn einen sehr guten Ruf genoss. Leider erwähnt Goclenius nicht, um welche Art von Gegenstand es sich bei dem Geschenk handelte.
Werdegang Gaspard van der Heyden war ein Goldschmied in Leuven, dessen Tätigkeitsfeld von städtischen Metallarbeiten bis hin zur Herstellung früher wissenschaftlicher Instrumente reichte. In den Volkszählungsunterlagen von 1524 ist er als „aurifaber“ (Goldschmied) verzeichnet, und sein Name taucht mehrfach in den Stadtarchiven von Leuven auf.
Im Jahr 1526 erhielt er eine Bezahlung für die Anfertigung eines Kupfersiegels, das bei der Erhebung der Biersteuer verwendet wurde. Am 31. August 1526 wurde er beauftragt, eine vergoldete Silberkette für einen Stadtmusiker anzufertigen. Im Jahr 1527 fertigte er am 17. August ein Siegel für die Stadt an und reparierte am 19. Dezember die Kette einer städtischen Pfeife. In den Jahren 1531/32 wurde er beauftragt, einen Stempel zum Prägen von Stoff herzustellen.
Van der Heyden galt als wichtiges Mitglied des Leuvener Geografenkreises und wurde vom englischen Gelehrten John Dee erwähnt, als dieser ins Ausland reiste, um mit „einigen Gelehrten, vor allem Mathematikern, wie Gemma Phrysius, Gerardus Mercator, Gaspar à Myrica [Gaspard van der Heyden] und Antonius Gogava“ zu sprechen.
Im Jahr 1526 oder 1527 fertigte er gemeinsam mit dem franziskanischen Mönch und Kartographen Franciscus Monachus aus Mechelen einen Erd- und einen Himmelsglobus an. Die Globen selbst sind nicht erhalten geblieben, sind jedoch durch einen Brief bekannt, den Monachus an seinen Gönner, den Erzbischof von Palermo, schrieb und der den Titel „De Orbis Situ ac descriptione“ trug. In diesem Brief beschreibt Monachus, wie der Globus die Welt darstellte.Robert J. King, “Franciscus Monachus and the c.1529 Paris Gilt Globe”, The Globe, no.86, 2019, pp.19–42; idem, “Franciscus Monachus' De Orbis situ ac Descriptione—a parallel translation”, The Globe, nos.86 & 87, 2019 & 2020, pp. 43–69, 57–60. mini|Brief aus dem „De Orbis“, in dem der von Monachus entworfene Globus von 1527 beschrieben wird
Er baute 1529 mit Unterstützung von Gemma Frisius einen weiteren Erdglobus, doch planten sie bis 1535 einen neuen Globus, um die neuen geografischen Entdeckungen besser darzustellen. Der neue Globus wurde 1536 unter Mitwirkung von Gerardus Mercator fertiggestellt, der bei van der Heyden in die Lehre gegangen war. Ein Himmelsglobus wurde 1537 von Frisius, Mercator und van der Heyden hergestellt. Kopien der neueren Globen wurden bis in die 1570er Jahre hergestellt. Eine auf dem Himmelsglobus eingravierte Inschrift lautet: „Hergestellt von Gemma Frisius, Arzt und Mathematiker, Gaspar à Myrica [Van der Heyden] und Gerardus Mercator aus Rupelmonde im Jahr der jungfräulichen Geburt 1537.“
Am 4. Juli 1549 erhielt er eine Entschädigung für einen fünftägigen Aufenthalt in Antwerpen, wo er beim Goldschmied Matthieu van Campen einen Becher erwarb. Dieser vergoldete Silberbecher wurde daraufhin mit dem Wappen der Stadt verziert, mit der Inschrift „insignia oppidi Lovaniensis“ versehen und am 5. Juli 1549 während seines Besuchs in Leuven an Philipp II. von Spanien überreicht.
Anmerkungen und Quellen
Weiterführende Literatur
Weblinks The History of Cartography, Band 3, The University of Chicago Press – PDF (englisch)
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