Sekou Kora Kouyate, auch Sékou Kouyaté geschrieben, (geboren 1984 in Conakry)alternatives Geburtsjahr 1985 bei All About Jazz. ist ein guineischer Koraspieler (Korafola), Sänger und Komponist. Als erster Koraspieler elektrifizierte er seine Kora, ein klassisches westafrikanisches Saiteninstrument.

Leben Kouyate entstammt einer guineischen Griot-Familie und wurde von seinem Vater M’Bady Kouyate (1934–2016) in das traditionelle Wissen und die Kunst des Koraspielens eingeweiht. Kouyates Brüder sind die Musiker Kourou Fia und Kandia Kora.

Kouyate wuchs mit den westafrikanischen Musiktraditionen auf und schöpft aus ihnen. Schon bald fiel er mit seiner virtuosen Technik auf, und es wurde klar, dass er nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters treten würde. Er interessierte sich für Musikrichtungen der ganzen Welt. Seine Kompositionen mit schnellen Riffs und Einflüssen von Rock, Funk, Reggae und Jazz entwickelte er zunächst auf der Gitarre, bevor er sie auf die Kora übertrug. Mit 12 Jahren und dem widerwilligen Einverständnis des Vaters elektrifizierte er seine Kora und entwickelte damit einen eigenen Sound unter Benutzung von Wah-Wah-Pedalen. Das hatte Einfluss auf eine ganze Generation von Musikern. Er entwickelte eine experimentelle Spielweise mit Verzerrungen, wegen der er zu jener Zeit auch als Jimi Hendrix der Kora betitelt wurde.

Mit der Familienband seines Vaters „Section Kora“ ging Kouyate mit traditioneller Koramusik auf Konzertreisen. Später tourte er als Mitglied der Band seines Cousins Ba Cissoko mit elektronischen Koraklängen durch die Welt. Ab 2009 arbeitete Kouyate mit den slowenischen Künstlern Igor Leonardi (E-Gitarre, Gesang), Damir Mazrek (Percussion), Nino de Gleria (Bass) und Enos Kugler (Schlagzeug) zusammen, die sich seit längerem für afrikanische Musik interessiert hatten. Daraus entstand das Album Experience – Live in MB.

Bei einem Festival in Marseille traf Kouyate 2010 den amerikanischen Singer-Songwriter und Rapper John Driscoll. Den beiden unterschiedlichen Musikern gelangen energiegeladene, sehr erfolgreiche Konzerte, und sie produzierten die beiden Alben Faya und Monistic Theory. Sie traten auf annähernd 30 internationalen Festivals auf, so etwa 2016 auf dem Platonow-Festival in Woronesch oder 2014 auf dem Burg-Herzberg-Festival im hessischen Breitenbach.

Mit Ba Cissoko trat Kouyate schon 2004 und 2010 auf dem Afrika-Festival in Hertme auf, mit Blick Bassy aus Kamerun 2009. 2015 hatte Kouyate dort seinen ersten Solo-Auftritt, und es erschien sein Album Sabaru, auf dem er sich auch als Sänger präsentierte. Das Album war im Oktober und Dezember 2015 auf der Top-Ten-Liste der World Music Charts Europe.

Ab 2020 traten Sekou Kouyate, Etienne Kermarc (Bass) und Wendlavim Zabsonré (Drums) als „Sekou Trio“ bei diversen Jazz-Konzerten in Frankreich auf. Im selben Jahr produzierte Kouyate mit seinem jüngeren Bruder Kandia Kora die Single Koumanfé.

Preise und Auszeichnungen (unvollständig) 2015: Mundial Transatlantic Bridge Prize 2015: Nominierung für die All Africa Music Awards (auch: Afrima Awards)

Diskografie (unvollständig) Alben 2008: Electric Griotland (Sterns Music), mit Ba Cissoko 2009: Seno (Sterns Music), mit Ba Cissoko 2011: Experience – Live in MB, mit Damir Mazrek, Nino de Gleria und Enos Kugler 2011: Dia (Goca Music) 2012: Nimisa (Cristal Records) 2014: Faya (Cumbancha), mit Joe Driscoll 2015: Sabaru [deutsch: Geduld] (One World Records) 2016: Monistic Theory (Cumbancha), mit Joe Driscoll 2016: Debademba – Live in Hertme 2022: Fleuve Sénégal, mit Daara-J Family und anderen

Singles 2020: Koumanfé (DJ IKK)

Weblinks Sekou Kouyate bei Discogs. Joe Driscoll & Sekou Kouyate bei Cumbancha.

Einzelnachweise

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