Elisabeth Bröker (* 24. Januar 1911 in Münster; † 4. Juli 1986 in Bocholt) war eine deutsche Archivarin und Historikerin.
Leben Elisabeth Bröker studierte nach dem Abitur, das sie 1930 nach einem Besuch der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule in Münster abgelegt hatte, Geschichte, Latein und Französisch. Nach dem im April 1935 bestandenem Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen promovierte sie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 14. Juli 1937 mit einer Arbeit über den Domdechanten Bernhard von Mallinckrodt.
Zum 1. Oktober 1935 trat sie in den Dienst der Archivberatungsstelle der Provinz Westfalen in Münster ein. Von dort aus wurde sie zunächst im Stadtarchiv Münster eingesetzt, anfangs vorübergehend von Januar 1937 bis April 1938 arbeitete sie dann im Stadtarchiv Bocholt. Dessen Leitung übernahm sie am 17. August 1939 dauerhaft.Der Archivar. Band 40 (1987), S. 151Der Archivar. Band 42 (1989), S. 357
Sie begann ihre Tätigkeit mit der Sichtung und Ordnung städtischer Archivalien, vor allem aus der Zeit des Mittelalters. Im Laufe der weiteren Jahre sammelte sie Material für die Fortschreibung der Stadtchronik. Außerdem bemühte sie sich um den Aufbau einer Sammlung von Dokumenten über den aus Bocholt stammenden Fürstbischof von Breslau, Melchior Kardinal von Diepenbrock. Ferner trug sie eine umfangreiche Grafiksammlung und Dokumentation über den in Bocholt verstorbenen Kupferstecher Israhel van Meckenem zusammen. Während des Zweiten Weltkriegs initiierte sie die Verbringung von Beständen des Stadtarchivs im Oktober 1943 auf die Feste Calenberg bei Warburg, um das Archivgut vor möglichen Kriegseinwirkungen zu schützen.
Von 1955 bis 1976 übernahm Bröker neben ihrer Archivarbeit die Schriftleitung der Zeitschrift Unser Bocholt des Vereins für Heimatpflege Bocholt. Darin erschienen etliche ihrer Beiträge zu Themen der Bocholter Stadtgeschichte. Zur 750-Jahr-Feier der Stadt Bocholt erschien außerdem der erste von ihr bearbeitete Band der Reihe Bocholter Quellen und Beiträge (1976). Auch nach ihrer Pensionierung am 26. April 1976 forschte und schrieb sie zur Stadtgeschichte. Ein Urkundenbuch der Stadt Bocholt konnte erst nach ihrem Tod veröffentlicht werden. Ihr Nachlass kam in das Bocholter Stadtarchiv.
Veröffentlichungen (Auswahl) Bernhard von Mallinckrodt bis zur Wahl Christoph Bernhards von Galen (1591–1650) (= Münstersche Beiträge zur Geschichtsforschung, Heft 25 = Heft 76 der ganzen Reihe). Coppenrath, Münster 1939 (zugleich Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Münster). Israhel van Meckenem, Goldschmied und Kupferstecher. Zur 450. Wiederkehr seines Todestages. Westfalendruck, Dortmund 1953. Bocholter Quellen und Beiträge. Band 1, Aschendorff, Münster 1976.
Literatur Lucy Vollbrecht-Büschlepp: Dr. Elisabeth Bröker – gest. 4. Juli 1986. In: Unser Bocholt. 37. Jahrgang (1986), Heft 3/4, S. 134.
Weblinks Stadtgeschichte: Stadtarchivarin Dr. Elisabeth Bröker, Biografie im Portal welovebocholt.de
Elisabeth Bröker, Personeneintrag auf Archivportal-D
Einzelnachweise
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