miniatur|James J. O’Donnell (2006) James Joseph O’Donnell (* 26. Februar 1950 in New Mexico) ist ein US-amerikanischer Altphilologe und Universitätsbibliothekar an der Arizona State University.

Beruflicher Werdegang Von 1996 bis 2002 fungierte O’Donnell als Vice Provost für Informationssysteme und Datenverarbeitung an der University of Pennsylvania, anschließend von 2002 bis 2012 als Provost der Georgetown University. Von 2012 bis 2015 war er als Universitätsprofessor an der Georgetown University tätig.

Er ist ehemaliger Präsident der American Philological Association (der nationalen Gelehrtengesellschaft für Wissenschaftler, die sich mit der Antike befassen) sowie Fellow der Medieval Academy of America. Von 2012 bis 2018 führte er den Vorsitz im Vorstand des American Council of Learned Societies.

Wirken O’Donnell publiziert und hält Vorträge zu Themen des späten Römischen Reiches, zu Augustinus von Hippo sowie über die Auswirkungen der Informationstechnologie auf die moderne akademische und kulturelle Welt. Er gehörte zu den Pionieren bei der Nutzung des World Wide Web für die wissenschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Geisteswissenschaften. Er war Mitbegründer der Bryn Mawr Classical Review und ist seit deren Gründung im Jahr 1990 an ihr beteiligt.Bryn Mawr Classical Review () Im Jahr 1994 bot er den ersten massiven offenen Online-Kurs (MOOC) über das Internet an; dabei nahmen 500 Studierende aus aller Welt (mittels Gopher und E-Mail) an seinem Seminar an der University of Pennsylvania über Leben und Werk des heiligen Augustinus teil.Eine Beschreibung findet sich unter: ; O’Donnells Reflexionen zum aktuellen Kontext siehe:

Bücher Zu O’Donnells Büchern und wissenschaftlichen Artikeln zählen Fachwerke zur Geschichte und Philosophie – mit einem besonderen Schwerpunkt auf Augustinus von Hippo –; darüber hinaus hat er fünf Bücher verfasst, die sich an ein allgemeines Publikum richten. Avatars of the Word (Harvard University Press, 1998) skizziert die Geschichte der Schrift und der Medien von der griechischen Antike bis zur Gegenwart, während Augustine: A New Biography (HarperCollins, 2005) breite Resonanz in der Kritik fand (u. a. in The New Republic, The Economist und The New York Times). Eine Darstellung vom Ende der römischen Größe – The Ruin of the Roman Empire (HarperCollins, 2008) – wurde weithin gelobt. Sein Werk Pagans erschien 2015. Sein jüngstes Buch – eine Neuübersetzung von Julius Caesars Kommentaren zum Gallischen Krieg – kam 2019 heraus.

Cassiodorus (1979) University of California Press; ISBN 978-0520036468 Scholarly Journals at the Crossroads: A Subversive Proposal for Electronic Publishing (Hrsg., gemeinsam mit Ann Shumelda Okerson) (1995) Association of Research Libraries; ISBN 0-918006-26-0 Avatars of the Word: From Papyrus to Cyberspace (1998) Harvard University Press; ISBN 0-674-05545-4 Augustine: A New Biography (2005) Ecco Press; ISBN 0-06-053537-7 The Ruin of the Roman Empire: A New History (2008) Ecco Press; ISBN 0-06-078737-6 Pagans (2015) Ecco Press; ISBN 0-06-184535-3 The War for Gaul: A New Translation (2019) Princeton University Press; ISBN 0-69-117492-X

Ausbildung 1972: A.B. Princeton University 1975: Ph.D. Yale University 1999: L.H.D. (ehrenhalber) Saint Michael’s College

Privates O’Donnell ist mit der Bibliothekarin Ann Okerson verheiratet.

Einzelnachweise

Kategorie:Altphilologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Altphilologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Universitätsbibliothekar Kategorie:Bibliothekar (Vereinigte Staaten) Kategorie:Person (Arizona State University) Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann