mini|Der lange Zeit in München lebende, in Zürich geborene und bei Zürich gestorbene Schweizer Künstler Alfred Niedermann (21.1.1843 – 19.7.1926) wurde für seine Künstlernovellen bekannt. Alfred Niedermann (* 21. Januar 1843 in Zürich; † 19. Juli 1926 in Sträfa) war ein die meiste Zeit in München lebender Landschaftsmaler, Holzschneider und Schriftsteller. Er war in den 1880er Jahren mit seinen Holzschnitten alpiner Landschaften immer wieder Illustrator weit verbreiteter Alpinistenzeitschriften wie der »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins«. Als Schriftsteller wurde er insbesondere durch seine Künstlernovellen bekannt, die die Zeiten der Hexenverfolgung, der Inquisition und der Glaubenskämpfe lebendig werden ließen.Karl Storck. Aus der jüngsten Erzählungsliteratur. In: »Der Türmer : Monatsschrift für Gemüt und Geist« Jahrgang 8.1905/06, Bd. 1 (Oktober 1905-März 1906), S. 396–403, hier S. 400.
Leben Alfred Niedermann ist der Sohn des Glasermasters Niedermann-Vogel, der in Zürich eine Werkstatt unterhielt, mit der er sich zu einer angesehenen bürgerlichen Stellung ... emporgearbeitet hatte.Hans von Liebig. Alfred Niedermann, Maler und Schriftsteller 1843-1926. In : »Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur« Band 6.1926/27, S. 342-346, hier S. 343. Mit 14 Jahren trat er als Lehrling in die Werkstatt seines Vaters ein und durchlief eine 3-jährige Ausbildung, bis er 1860 seine Wanderjahre begann, die ihn zur Vervollkommnung seiner Fähigkeiten nach Leipzig, Stuttgart und Augsburg sowie selbst bis in die Hauptstadt des Russischen Kaiserreichs, nach Sankt Petersburg und nach Paris führten.Hans von Liebig. Alfred Niedermann, Maler und Schriftsteller 1843-1926. In : »Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur« Band 6.1926/27, S. 342-346, hier S. 343.
1877 ging Niedermann nach München, um sich als selbstständiger Künstler zu verdingen. In den 1880er Jahren gelangte er mit Holzstichen alpiner Landschaften, aber auch Porträts, gefertigt nach Vorlagen anderer Künstler wie Edward Theodore Compton oder des Mineralogen und Bergsteigers K. Haushofer in Zeitschriften, allen voran in der »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins«, zu einiger Bekanntheit.siehe u. a. 14.1883, 15.1884, 16.1885, 17.1886, 18.1887. Auch zu den in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts populären illustrierten Wochenschriften und Familienblättern der Deutschen Verlags-Anstalt wie der »Über Land und Meer« oder der »Illustrirten Welt« wirkte er mit. In München verblieb er – mit einigen Unterbrechungen bis 1918.
Als die Holzschnitte immer mehr durch fotomechanische Reproduktionen verdrängt wurden, wandte sich Niedermann der Malerei zu. Von großem Einfluss war der in München wirkende Bergsteiger und Alpenmaler Edward Theodore Compton, dessen Zeichnungen er zuvor in Holz geschnitten hatte.Hans von Liebig. Alfred Niedermann, Maler und Schriftsteller 1843-1926. In : »Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur« Band 6.1926/27, S. 342-346, hier S. 345 1898 nahm er mit Werken Teil an der Ausstellung Vereinigung schweizerischer Künstler in München teil, die im Künstlerhaus Zürich stattfand.Anzeige über die Ausstellung in »Nebelspalter : das Humor- und Satire-Magazin« Band 24.1898, unpaginiert.
Aufgrund fehlender bekannter Freunde und Freundesfreunde blieb der große Durchbruch sowohl als Holzstecher als auch und erst recht als Maler aus, auch sein erzählerisches Werk ist nicht sehr weit gestreut. Dennoch ist Niedermann regelmäßig mit jedoch meist nur einem Werk auf der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen vertreten.so mit je einem Rahmen mit Holzstichen 1892 mit einem Rahmen mit Holzstichen Illustrierter Katalog der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Königl. Glaspalaste 1892, S. 125, mit historischen Portraits Illustrierter Katalog der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Königl. Glaspalaste 1894, S. 80 oder 1895 mit einem Portrait Sigismund II Illustrierter Katalog der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Königl. Glaspalaste 1895, S. 68. Im Jahre 1888 waren es noch 2 Rahmen mit Holzstichen und 2 Rahmen mit Radierungen gewesen Kunstausstellung im Königl. Glaspalaste in München 4.1888, S. 199.
Dennoch hat sich Niedermann redlich durch sein langes Leben hindurchgehungert. Blutarm begann er, blutarm endete er. Dazwischen durch Sparsamkeit einigemale zu etwas Vermögen gelangt, war er doch immer wieder vom bekannten Künstlerpech verfolgt.Hans von Liebig. Alfred Niedermann, Maler und Schriftsteller 1843-1926. In: »Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur« Band 6.1926/27, S. 342-346, hier S. 345. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Niedermann wieder in der Schweiz, in Stäfa am Zürichsee.
Wirkung und Einordnung Alfred Niedermann erregte mit seinen »Künstlernovellen« einiges Aufsehen, die man als K. F. Meyer-Nachahmung empfand (also als Nachahmung des Schweizer Dichters Conrad Ferdinand Meyer).Adolf Bartels. Die deutsche Dichtung von Hebbel bis zur Gegenwart (Die Alten und die Jungen) : Ein Grundriß, 3. Teil Die Jungen. Neue Ausgabe in 3 Teilen. 10.–12. Aufl. Leipzig : Haessel 1922, S. 335.
Niedermeier war mit einigen Schweizer Malern bekannt, aber auch mit anderen Künstlern. Zu seinen Freunden zählte auch der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen.
Werk Prosa und Essayistik Künstlernovellen 1 : Dione Peutinger : die Aerztin von Ingolstadt ; eine Hexengeschichte aus der Schwedenzeit. Leipzig : Haessel 1897 Digitalisat UB Eichstätt-Ingolstadt Renward Schönau : Novelle / Mit Buchschmuck vom Verfasser. Verlag von Huder & Co., Frauenfeld 1904 (IV, 166 S. : Ill. ; 8°) Besprechung dazu Künstlernovellen 2 : Der Marienmaler. Leipzig : Haessel 1905 Künstlernovellen 3 : Um den Druidenbrunn. Leipzig : Haessel 1905 Gedicht Sachsentaufe. In: »Die Gesellschaft« Band 12.1896, S. 32–33 Schlagwörter in der Kunstschreiberei. In: »Berner Rundschau : Halbmonatsschrift für Dichtung, Theater, Musik und bildende Kunst in der Schweiz« Band 1.1906/07, S. 131–134 Ehrfurcht. In: »Wissen und Leben« Band 9.1911/12, S. 339–343 Doppelstern. In: »Wissen und Leben« Band 13.1913/14, S. 13 (1913–1914) Kunst und Künstler : Ausblick und Einblick, bei Gängen durch Münchens Gemäldegalerien. Teil 1. In: »Am häuslichen Herd : schweizerische illustrierte Monatsschrift« 19.1915/16, S. 170-178 (mit vielen, teils ganzseitigen Holzstichen) Wie führt man die Jugend in die bildende Kunst ein?. In: »Schweizerische pädagogische Zeitschrift« 33.1923 Teil 1 = S. 145–151 Teil 2 = S. 203–210 Teil 3 = S. 236–243
Holzschnitte Thalschluss der Urata mit dem Triglav. Nach der Natur und nach einer Aufnahme von Alois Beer in Klagenfurt gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 14.1883 (Tafel 12) Die Kalkkögel von Südosten. Originalzeichnung von Ferdinand Gatt. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 15.1884 Ansicht der Rosengarten-Kette oberhalb des Bärenlochs in Tiers. Gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 15.1884 Porträt Adolf Schaubach. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 16.1885 Watzmann und Hochkalter vom Wimbachthal (Doppeltafel). Auf Holz gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 17.1886 Der Pelmo von Colle di S. Lucia. Gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 17.1886 Der Seebensee im Mieminger Gebirge. Nach der Natur und auf Holz gezeichnet von K. Haushofer. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 18.1887 (Tafel 8) Der Drachensee im Mieminger Gebirge. Nach der Natur und auf Holz gezeichnet von K. Haushofer. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 18.1887 (Tafel 9) Carè alto vom Laresferner. Nach der Natur gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 18.1887 (Tafel 12) Adamello vom Monte Salarno. Nach der Natur gezeichnet von Edw. T. Compton in München. »Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins« 18.1887 (Tafel 13)
Einzelnachweise
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