mini|Verbreitungsgebiet der Tropfenbrust-Musendrossel
Die Tropfenbrust-Musendrossel (Catharus dryas), Syn. Malacocichla dryas, ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt von Mexiko bis Nicaragua vor.
Die Art wurde lange als konspezifisch mit der sehr ähnlichen Slatermusendrossel (Catharus maculatus) angesehen.O. Salvin und F. D. Godman: In: Biologia Centrali-Americana. Aves, Band 1, S. 7, 1879, Biodiversity Library
Aufgrund deutlicher Unterschiede in Genetik, Morphologie und Lautäußerungen wurde die Art im Jahre 2020 wieder als eigenständig anerkannt.M. R. Halley, J. C. Klicka, P. R. S. Clee und J. D. Weckstein: Restoring the species status of Catharus maculatus (Aves: Turdidae), a secretive Andean thrush, with a critique of the yardstick approach to species delimitation. In: Zootaxa, Band 4276, Nummer 3, S. 387–404, 2017, [DOI:10.11646/zootaxa.4276.3.4], PDFN. J. Pérez-Amaya und O. Acevedo‐Charry: Elevate Catharus dryas maculatus to species rank. Proposal (865) to South American Classification Committee, 2020
Der Lebensraum umfasst den Unterwuchs in feuchtem Bergwald, auch Mischwald und Waldränder, subtropischen Wolken- und Nebelwald von 600 bis 3000 m. ü. M.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1N. Collar und G. M. Kirwan: Yellow-throated Nightingale-Thrush (Catharus dryas), version 1.2. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, E. de Juana und B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2026, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Catharus dryas
Der Artzusatz kommt von Dryas, der Eichenmann in der griechischen Mythologie.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 17–19 cm groß und wiegt 36–44 g. Schnabel, Augenring, Beine und Füße sind orangerot, die Brust deutlich gefleckt, die Unterseite kräftig pfirsichfarben. Beim Männchen ist der Kopf einschließlich Nacken bis zum Kinnstreif scharf abgegrenzt schwarz, die Oberseite ist matt olivgrau, Kinn und Kehle einfarbig gelbbraun, vom Kehle-Brust-Übergang und den Nackenseiten pfirsichgelb mit olivfarbenen Flecken, an den Flanken grauer, am Bauch bis zum Steiß weißlich. Das Weibchen ist am Kopf grauer, am Rücken deutlicher olivfarben, der Schnabelfirst ist dunkler. Sieht man nur die Oberseite, kann die Art leicht mit der Schwarzkopf-Musendrossel (Catharus mexicanus) verwechselt werden. Allerdings fehlen an der Unterseite die Flecken und die gelbe Färbung. Bei der sehr ähnlichen Sclatermusendrossel beruht die Unterscheidung auf der Färbung der Kehle, die blassgelb und etwas gestrichelt ist im Gegensatz zur kräftig gelben und ungefleckten Kehle bei der Tropfenbrust-Musendrossel.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.2 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 C. d. harrisoni & , 1965A. R. Phillips und W. Rook: Catharus dryas harrisoni. In: Condor, Band 67, S. 4, 1965, Digitalcommons, Südmexiko (Oaxaca), Flügel grauer, Unterseite grauer gefleckt als Nominatform C. d. ovandensis , 1938P. Brodkorb: Catharus dryas ovandensis. In: Occasional Papers of the Museum of Zoology, University of Michigan, Band 369, S. 4, 1938, Deepblue Lib – Südmexiko (Chiapas), Flügel grauer, Unterseite grauer gefleckt als Nominatform C. d. dryas (, 1855), Nominatform – Guatemala, El Salvador, Honduras und Westnicaragua
Von „Birds of the World“ und von der „Clements Checklist of Birds of the World“J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026 wird die Unterart C. d. harrisoni nicht anerkannt, sondern der Unterart C. d. ovandensis zugerechnet.
Stimme Der Gesang wird als Folge angesetzter, verschiedener 2–3 silbiger Laute, wiederholt, von melodiösen Trillern mit Pfeiftönen dazwischen beschrieben wie „zeee...ch’e’e’2 … tur’r’r … tooHEEurr … tre’e’e …“ Rufe sind ein schrilles, ansteigendes „seeeuu“ oder „rhee?“ Der Gesang ist etwas schneller, tiefer und unsauberer als bei der Graurücken-Musendrossel (Catharus fuscater) und erinnert oft an die Walddrossel (Hylocichla mustelina).
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Lebt meist versteckt. Die Nahrung wird üblicherweise am Erdboden im Laub gesucht, in der Dämmerung auch auf Waldpfaden. Der Vogel folgt gelegentlich auch Wanderameisen. Die Brutzeit liegt in Mexiko zwischen Mai und Oktober und in El Salvador im August.
Das Gelege besteht aus zwei bläulich weißen Eiern mit rostfarbenen und grauen Flecken.
Gefährdungssituation Die Tropfenbrust-Musendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur J. Gould: Malacocichla dryas. In: Proceedings of the Zoological Society of London Band 22, Nummer 277, S. 285, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln