mini|Blick von Süden in die Prälatenstraße, 2026 Die Prälatenstraße ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage und Verlauf Die Straße befindet sich in der Magdeburger Altstadt. Sie beginnt im Süden als nördliche Verlängerung der Max-Josef-Metzger-Straße und endet nach etwa 130 Metern im Norden als Einmündung auf die Südseite der Leiterstraße.

Aktuell (Stand 2026) ist nur die Hausnummer 3, für die Domgrundschule auf der Ostseite der Straße, vergeben.

Historisch verlief die Straße sowohl deutlich weiter nach Süden als auch nach Norden und hatte eine Gesamtlänge von etwa 600 Metern. Die Nummerierung begann am südöstlichen Ende und verlief dann aufsteigend auf der Ostseite nach Norden bis zur Nummer 18 an der Alten Ulrichstraße. Auf der Westseite lief die Nummerierung dann weiter aufsteigend wieder nach Süden bis zur Nummer 37 am Breiten Weg. Es gab mehrere Umnummerierungen.

Geschichte Ursprünglich verlief die Straße abgehend vom Breiten Weg auf der Südseite der Sebastianskirche entlang, bog dann unmittelbar westlich der Kirche nach Norden ab und verlief von dort aus weiter nach Norden, kreuzte die Leiterstraße und mündete schließlich auf die Alte Ulrichstraße. Der südliche Teil vom Breiten Weg bis zur Leiterstraße gehörte zur Stiftsfreiheit, der nördliche Teil zur Altstadt. Auf der Rückseite der auf der Westseite gelegenen Grundstücke verlief die Stadtmauer, so dass auch von der Prälatenstraße keine Straßen nach Westen abgingen.

Für die Zeit vor dem 17. Jahrhundert ist kein Straßenname überliefert. Otto von Guericke bezeichnete den südlichen Abschnitt auf einer von ihm 1631 gezeichneten Karte als Hinter und bei St. Sebastian. Für den nördlichen Abschnitt wurde auch dort kein Name genannt. Danach wurde zumindest für einzelne Abschnitte der Name Roßstraße gebräuchlich, so für das kurze Stück südlich der Sebastianskirche. 1683 wurde so auch der nördliche, zur Altstadt gehörende Teil bezeichnet. Ob auch der mittlere Abschnitt diesen Namen trug, ist nicht überliefert. Der Name könnte auf den im nördlichen Teil gelegenen Roßmühlenhof (Prälatenstraße 19/21) zurückgegangen sein und bis um 1730 für die ganze Straße gegolten haben. Es wird jedoch auch für möglich gehalten, dass die beiden Abschnitte unabhängig voneinander so hießen und sich der Name des Südteils von einer anderen Roßmühle oder dem Haus Zum braunen Roß (Prälatenstraße 33) ableitete.

Von der Zeit um 1730 an bestanden dann drei Namen. Der südliche Teil hieß weiter Roßstraße, der mittlere Abschnitt dann Prälatenstraße und der Nordteil Auf dem Brande. Der Name Prälatenstraße ergab sich aus dem Umstand, dass in diesem Gebiet fast nur Geistliche der Stiftsfreiheit wohnten. Im Nordabschnitt gab es ab 1700 das Haus Zum Prälaten (Prälatenstraße 22). Als namengebend für die Straße wird das Haus jedoch nicht betrachtet, da es nicht im Mittelteil lag. Die Bezeichnung Auf dem Brande wurde bereits 1650, parallel zum Namen Roßstraße genutzt. Der Name ging auf einen Stadtbrand zurück, der sich in diesem Bereich im Mittelalter ereignete. Die benachbarte Himmelreichstraße ist bereits 1489 so bezeichnet. mini|Südlicher Abschnitt mit dem Haus Prälatenstraße 32 (ehemaliger Kreuzhof), Blick nach Süden, 19. Jahrhundert mini|Blick von Süden auf Gärten und Bebauung an der Prälatenstraße, links der zum Kreuzhof (Prälatenstraße 32) gehörende Türkenturm, um 1870 1807 wurden die Häuser nummeriert und dabei dann der ganze Straßenzug einheitlich als Prälatenstraße bezeichnet.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 359 f. Im Zuge der Stadterweiterung wurde im Jahr 1871 von Westen her über das Grundstück Prälatenstraße 22 die Victoriastraße durchgebrochen.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 362 Sie wurde später zum westlichen Teil der Himmelreichstraße. Auch die Leiterstraße erhielt eine Verlängerung nach Westen, so dass sie nun die Prälatenstraße kreuzte. Zunächst gehörte die Verlängerung zur Hasselbachstraße und wurde dann westlicher Teil der Leiterstraße. An der Stelle der Prälatenstraße, wo sie südwestlich vor der Sebastianskirche vom Breiten Weg kommend nach Norden abknickte, wurde 1896 ein Durchbruch nach Süden zur Heydeckstraße vorgenommen. Der neue Straßenabschnitt wurde Teil der Heydeckstraße.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg Teil II, Max Niemeyer Verlag, Halle (Saale) 1956, Seite 122

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt in der Zeit der DDR abweichend von der historischen Stadtstruktur wieder aufgebaut. Der nördliche Teil der Prälatenstraße, nördlich der Leiterstraße, wurde dabei überbaut. Während auf der Südseite der Leiterstraße bei der Neubebauung eine fußläufige Durchwegung gelassen wurde und so die Einmpndung fortbesteht, wurde der Wohnblock auf der Nordseite ohne einen Durchlass errichtet, so dass die Prälatenstraße nun dort endet. Der nördlich des Wohnblocks weiterhin von Osten einmündende, aktuell unbenannte Krumme Ellbogen endet dort seit dem als Sackgasse. Auf dem weiteren nördlichen Verlauf der Prälatenstraße entstand später das Maritim-Hotel, noch weiter nördlich ein Parkplatz und die südliche Randbebauung des Ulrichsplatzes. Für den mittleren und südlichen Abschnitt wurde der historische Name aufgegeben. Es erfolgte am 30. Juni 1975Theodor Steinhoff, Daniel Lorek, Aus lebendigen Steinen, St. Benno Verlag, Leipzig 2000, ISBN 3-7462-1421-1, Seite 57 auf Antrag des Stadtvorstandes der Blockpartei CDU eine Umbenennung nach dem katholischen Theologen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Max Josef Metzger als Max-Josef-Metzger-Straße, wobei auch ein in der Zeit der DDR neu entstandener, nach Westen zur Otto-von-Guericke-Straße führender Straßenabschnitt und der nördlichste Teil der Heydeckstraße der Straße angegliedert wurde, so dass der Straßenverlauf uneinheitlich war und die gesamte Fläche einnahm.

Auf Initiative des Stadtrates Olaf Meister beantragte die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Jahr 2004 den direkt südlich der Leiterstraße befindlichen Teil des mittleren Abschnitts, der zu diesem Zeitpunkt ohne Anwohner und Nutzer war, wieder als Prälatenstraße zu benennen und so der Max-Josef-Metzger-Straße dort zugleich einen eindeutigen Verlauf zu geben.A0053/04 Wiedereinführung historischer Strassenbezeichnungen vom 23. März 2004 Mit Beschluss des Stadtrates vom 12. Mai 2005 erhielt so ein Teil des mittleren Abschnitts seinen historischen Namen zurück.DS 0058/05 Straßenname vom 9. Februar 2005 auf ratsinfo.magdeburg.de Der südliche Teil und der Rest des mittleren Abschnitts gehören weiter zur Max-Josef-Metzger-Straße.

(Historische) Häuser der Prälatenstraße Nachfolgend werden die Grundstücke der Prälatenstraße tabellarisch aufgeführt. Dabei werden sowohl die aktuellen Grundstücke als auch ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet, wobei das jeweils räumlich zuvor beginnende Grundstück oder Element auch zuvor eingeordnet ist. Die historischen Elemente befinden sich so tatsächlich zwischen dem Beginn des vorherigen und des nachherigen heutigen Grundstücks. Aktuelle Adressen sind fett geschrieben, historische Grundstücksnummern mit (alt) oder (älter) gekennzeichnet. Darüber hinaus werden Straßeneinmündungen eingeordnet. Nicht mehr bestehende Straßen sind mit (historisch) gekennzeichnet. Aktuelle Hausnummern sind fett geschrieben. Die Darstellung umfasst dabei sämtliche Bereiche die einmal zur Prälatenstraße gehörten, unabhängig ihrer aktuellen Zuordnung.