Bernd Neumaier (* 1965) ist ein deutscher Radiochemiker und Hochschullehrer. Er ist Direktor des Instituts für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung am Universitätsklinikum Köln sowie des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin – Nuklearchemie (INM-5) am Forschungszentrum Jülich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung von Radiopharmaka und Radiotracern für die Positronen-Emissions-Tomographie.
Leben
Neumaier studierte Chemie an der Universität zu Köln und promovierte 1996 am damaligen Kernforschungszentrum Jülich bei Gerhard Stöcklin im Bereich der Nuklearchemie.
Von 1996 bis 2006 leitete er den Bereich Zyklotron und Radiopharmazie am Universitätsklinikum Ulm. Dort war er unter anderem an Projekten zur nuklearmedizinischen Tumordiagnostik beteiligt.
Anschließend wechselte er an das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln. 2009 habilitierte er sich an der Universität zu Köln im Fach Nuklearchemie. 2011 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt.
Seit 2013 ist Neumaier Direktor des Instituts für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung am Universitätsklinikum Köln. 2015 übernahm er zusätzlich die Leitung des Instituts INM-5 am Forschungszentrum Jülich.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Instituts wurde er in der regionalen Berichterstattung als einer der Hoffnungsträger des neuen Jülicher Forschungsstandorts bezeichnet.
Forschung
Zu Neumaiers Forschungsschwerpunkten zählen die Entwicklung radiochemischer Syntheseverfahren und neuer Radiopharmaka für diagnostische und therapeutische Anwendungen. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen insbesondere Fluor-18-Markierungsverfahren, Neurotracer und Radioliganden für die molekulare Bildgebung mittels Positronen-Emissions-Tomographie.
Am Max-Planck-Institut entwickelte er gemeinsam mit Boris Zlatopolskiy neue Synthesestrategien für radioaktive Marker zur PET-Bildgebung.
Darüber hinaus leitete er Forschungsprojekte zur Produktion medizinisch relevanter Radionuklide sowie zur Entwicklung experimenteller Radiopharmaka für neurologische und onkologische Fragestellungen.
Neumaier tritt regelmäßig als Referent zu Fragen der nuklearmedizinischen Versorgung und Radiopharmazie auf. So sprach er 2023 bei einer öffentlichen Fachveranstaltung über die Auswirkungen des Rückgangs kerntechnischer Infrastruktur auf die Versorgung mit medizinischen Radionukliden.
Funktionen
Neumaier war Vorstandsmitglied der Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) und gehört dem Vorstand der Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an.
Darüber hinaus wirkte er in Expertengruppen zur Weiterentwicklung radiopharmazeutischer Standards mit, darunter in Arbeitsgruppen der European Association of Nuclear Medicine (EANM) im Bereich Radiopharmazie.
Auszeichnungen
Ein von Neumaier mitentwickeltes nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren wurde 2016 von der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging als „Image of the Year“ ausgezeichnet.
Einzelnachweise
Weblinks
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