Die Ruch Demokratyczno-Społeczny (kurz: RDS, deutsch „Demokratisch-Gesellschaftliche Bewegung“) war eine sozialdemokratisch orientierte Partei in Polen, die von 1991 bis 1992 bestand. Sie entstand als Abspaltung der Ruch Obywatelski Akcja Demokratyczna (ROAD) aus dem linken Flügel der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność und ging in der Unia Pracy auf.

Geschichte Als sich die liberale Ruch Obywatelski Akcja Demokratyczna (ROAD) im Jahr 1991 mit dem konservativeren Forum Prawicy Demokratycznej von Aleksander Hall zur Unia Demokratyczna unter Tadeusz Mazowiecki vereinigte, lehnte eine Gruppe um Zbigniew Bujak, den Co-Vorsitzenden der ROAD, diesen Zusammenschluss ab. Eine Gruppe um Bujak gründete daraufhin Ende April 1991 die Ruch Demokratyczno-Społeczny, deren Vorsitzender Bujak wurde. Die RDS verstand sich als sozialdemokratische Partei. Neben Bujak gehörten Wojciech Borowik, Ryszard Faszyński und Izabela Jaruga-Nowacka zu den führenden Parteimitgliedern.

Bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 trat die RDS in 20 von 37 Wahlkreisen an und erreichte landesweit 0,46 % der Stimmen.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 506. Lediglich im Wahlkreis 1, der die Hauptstadt Warschau umfasste, gelang es der Partei, ein Mandat zu gewinnen, das auf den Vorsitzenden Bujak entfiel.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 428.

Am 7. Juni 1992 vereinigte sich die RDS mit der Solidarność Pracy, der Wielkopolska Unia Socjaldemokratyczna und weiteren kleinen sozialdemokratischen Gruppen zur Unia Pracy.

Literatur Rafał Chwedoruk, Socjaliści z Solidarności w latach 1989–1993, Warschau 2004, ISBN 83-7059-668-1.

Einzelnachweise

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