mini|hochkant|Selbstbildnis, Radierung 1908 Alphons Hollaender, in Italien auch Alfonso Hollaender (* 4. April 1845 in Ratibor, Provinz Schlesien;Alphons Hollaender, genealogisches Datenblatt im Portal ofb2.genealogy.net, abgerufen am 13. Mai 2026 † 14. November 1923 in FlorenzHans Wille: Handzeichnung und Druckgraphik. Erwerbungen 1974 bis 1988. Städtisches Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 1988, S. 94), war ein deutsch-italienischer Genre-, Landschafts- und Architekturmaler.
Leben Hollaender entstammte einer jüdischen Familie. Seine Eltern waren der Musiklehrer Isaac Hollaender (1809–1898) und Rosalie, geborene Pappenheim (1814–1882). Er hatte acht Geschwister, darunter die späteren Pianisten Alexis Hollaender und Alma Haas sowie den Historiker Alkuin Hollaender. Als Ehemann seiner Schwester Alwine (1841–1925) wurde der spätere Leiter der Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt, Paul Kayser, sein Schwager.Pappenheim II, Genealogie im Portal thekesters.net, abgerufen am 13. Mai 2026 mini|hochkant|Fischer an der Küste, Öl auf Leinwand Alphons Hollaender war ein Schüler der Kunstakademie Berlin. Bereits als Kunststudent wurde er 1866 prämiert. Auf Berliner akademischen Ausstellungen war er mehrmals vertreten, so etwa 1868 und 1886. 1870 zog er nach Florenz und spezialisierte sich fortan erfolgreich auf die Darstellung italienischer Kircheninterieurs mit genrehafter Staffage.Hollaender, Alfonso. In: Angelo de Gubernatis: Dizionario degli artisti italiani viventi. Pittori, scultori, architetti. Florenz 1889–1892, S. 600 (Google Books) Auch betätigte er sich als Porträtmaler. 1872 erhielt er die italienische Staatsbürgerschaft. In Florenz verkehrte er im Kreis der Macchiaioli, Freundschaften verbanden ihn mit Silvestro Lega und Telemaco Signorini.Hollaender Alfonso, Biografie im Portal sba.it, abgerufen am 13. Mai 2026 Befreundet war er überdies mit dem in Florenz lebenden deutschen Maler Albert Lang, mit dem er als Cellist auch gemeinsam musizierte.Hans Wille: Handzeichnung und Druckgraphik. Erwerbungen 1974 bis 1988. Städtisches Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 1988, S. 93 In dem Kreis um Lang lernte Hollaender die Sopranistin und Pianistin Nelly Saurin (1863–1947) kennen, eine Stieftochter des britischen Diplomaten Sir Dudley Edward Saurin (1831–1901), mit der er sich verlobte.Christian Lenz, Barbara Hardtwig, Andrea Pophanken et al. (Bearbeitung): Deutsche Künstler von Marées bis Slevogt. Band 1: Adam – Hummel. Hirmer, München 2003, ISBN 978-3-7774-9780-8, S. 102
Als Sujets seiner Landschaften und Stadtansichten wählte Hollaender toskanische und ligurische Marinen, Szenen aus dem ländlichen Leben, aber auch Wälder, sowie das städtische Treiben in Florenz und Venedig. Von 1885 bis 1922 stellte er regelmäßig in Florenz aus, zuletzt auf der Fiorentina Primaverile 1922. Außerdem nahm er an mehreren Ausstellungen in Mailand und Genua teil.
Im Auftrag Georgs von Preußen kopierte er 1889 in den Uffizien das Doppelbildnis des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz und seiner Gemahlin Anna Maria Luisa de’ Medici. Auch kopierte er in den 1890er Jahren als Zeichnung Das Abendmahl von Leonardo da Vinci. Dabei berücksichtigte er eine alte Kopie von Andrea Solari, um dem Originalzustand des seinerzeit bereits stark beschädigten Wandgemäldes näher zu kommen.Leonardo da Vinci. Das Abendmahl. In: Neue Kunstblätter und Werke. Photographische Gesellschaft, Berlin 1898, S. 4 f. (Google Books)
Um das Andenken ihres Bruders zu ehren, stifteten seine Schwestern im April 1931 den Premio Alfonso Hollaender.Marco Moretti (Hrsg.): Ardengo Soffici a Dilvo Lotti. Lettere inedite 1940–1963. Pentalinea, 2002, ISBN 978-8-8868-5527-3, S. 30
Literatur Hollaender, Alphons. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Band 1, Dresden 1895, S. 565 (Google Books).
Omaggio ad Alfonso Hollaender e altri dipinti scelti dell’800 italiano. Galleria d’Arte Spinetti (20. Februar – 8. März 1965), Ausstellungskatalog, Florenz 1965.
Weblinks
Hollaender Alfonso, Biografie im Portal pittoriliguri.info
Einzelnachweise
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