Neu Niemegk ist eine mittelalterliche Wüstung südwestlich von Rädigke im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 309)
Lage Die wüstgefallene Dorfstelle lag an der Straße nach Raben an einer Biegung des Weges. Noch im 19. Jahrhundert erinnerten Flurnamen wie die obersten, mittelsten und untersten Dorfstellen an die ehemalige Siedlung. Archäologische Lesefunde an der Oberfläche belegen die frühere Besiedlung des Areals.
Geschichte und Etymologie Etymologie Die Siedlung ist unter verschiedenen Bezeichnungen überliefert: 1388 als Dy wüstemarke … genant Dy Nymickinne, 1457 als uff der wusten margk Namekin, 1822 als wüste Berger oder Niemegker Mark und 1861 schließlich als Neu Niemegk. Diese Namensformen spiegeln den Übergang von einer bewohnten Siedlung zu einer dauerhaften Wüstmark wider.
Herrschafts- und Verwaltungszugehörigkeit Im Jahr 1388 befand sich Neu Niemegk im Besitz der Familie von Wildenow. Vor 1457 bis etwa 1550/1552 war sie der Vogtei beziehungsweise Pflege und später dem Amt Rabenstein zugeordnet. Ab etwa 1550/1552 bis 1872 unterstand Neu Niemegk mit allen Rechten dem Amt Belzig-Rabenstein.
14. und 15. Jahrhundert Bereits 1388 war Neu Niemegk eine wüste Feldmark mit 18 Hufen, deren Nutzung den Bauern von Rädigke eingeräumt worden war. 1457 wurde Neu Niemegk dem Dorf Rädigke auf ewige Zeit einverleibt, nachdem dessen arme Einwohner bereits Zinsen und Renten abgelöst hatten.
14. bis 18. Jahrhundert Um 1550 bestanden weiterhin 18 wüste Hufen. Im Jahr 1565 nutzten neun Einwohner aus Rädigke unterschiedlich große Anteile der wüsten Hufen: zweimal drei Hufen, sechsmal zwei Hufen und einmal eine Hufe. Auch 1591 und 1718 lagen die Nutzungsrechte bei neun Rädigker Einwohnern; die Verteilung entsprach weitgehend dem älteren Zustand mit drei-, zwei- und einhüfigen Anteilen.
Im Jahr 1718 waren die wüsten Hufen von Neu Niemegk in die wüsten Markhufen von Rädigke einbezogen. Jede Hufe war mit einer Aussaat von zwei Dresdner Scheffeln und acht Metzen angesetzt. 1822 wurde die sogenannte Berger oder Niemegker Mark mit insgesamt 18 Hufen vollständig von Rädigke genutzt. In der Folge ging die Feldmark endgültig in der Gemarkung Rädigke auf, ohne dass es zu einer Wiederbesiedlung kam. Der Zehnt stand in diesem Jahr dem Pfarrer von Rädigke zu. Eigene kirchliche Gebäude oder eine Pfarrzugehörigkeit der Siedlung sind nicht mehr überliefert, was den frühzeitigen Wüstfall zusätzlich unterstreicht.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 309 und 310)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1388 Kategorie:Rabenstein/Fläming