Świdy () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Świdy liegt 750 Meter östlich des Flüsschens Dzierzgoń (Sorge) im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, jeweils 21 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. südlich der Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Schweide: Das einstige Schweida 8nach 1820 Schneide (nach 1871 Schweide) ist ein ehemaliges Vorwerk zu Jankendorf im damaligen ostpreußischen Kreis Preußisch Holland.Dietrich Lange: Schweide, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) 1437 wurde es im Zinsbuch des Ordens genannt, und es fand auch Erwähnung, als am 10. Februar 1562 Herzog Albrecht der Ältere das – von ihnen bereits vorher besessene – Gut Schweide an diverse Empfänger verleiht.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Schweide
1785 wurde Schweide als adliges Dorf mit 21 Feuerstellen genannt, 1820 als ebensolches mit noch 17 Feuerstellen. Damalige Besitzer war der Graf Finck von Finckenstein. Im Jahre 1885 waren in Schweide 17 und im Jahre 1905 15 Einwohner gemeldet. Mit der „Muttergemeinde“ Jankendorf gehörte Schweide von 1874 bis 1937 zum Amtsbezirk Jankendorf, danach bis 1945 zum Amtsbezirk KönigsblumenauRolf Jehke: Amtsbezirk Jankendorf/Königlich Blumenau/Königsblumenau
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen kam, erhielt Schweide die polnische Namensform „Świdy“.
Milcherei: Zu Schweide gehörte der wenige hundert Meter nördlich gelegene Ortsteil Milcherei.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Milcherei (Landkreis Preußisch Holland) Hier lebten im Jahre 1885 24 und im Jahre 1905 16 Menschen. Der dortige landwirtschaftliche Betrieb gab dem Ort seinen Namen. Eine Milcherei erzeugte Milch und vermarktete sie in direktem Verkauf – im Gegensatz später zu einer Molkerei, die Milch industriell verarbeitete und weitläufig vertrieb.Kurt Schützler: Kurze Geschichte der Ostpreußischen Käserei und des Tilsiter Käses, Hildesheim 1933 Der lokale Bezug und eben die direkte Vermarktung stand bei der Milcherei im Vordergrund.Christa Mühleisen: Molkerei Schroeter
Dem Vorwerk Milcherei widerfuhr dasselbe Schicksal wie Schweide und kam 1945 zu Polen. Es erhielt zusammen mit Schweide die polnische Namensform „Świdy“.
Świdy: Die beiden Orte Schweide und Milcherei wurden 1945 namensgleich vereint: die Ortschaft Świdy gehört jetzt zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Świdy ist część osady Jankowo (= ein „Teil der Siedlung Jankowo“) innerhalb der Gmina Rychliki.
Religion Bis 1945 gehörte Schweide mit Milcherei zum Sprengel Heiligenwalde der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem zur römisch-katholischen Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm des damaligen Bistums Ermland.
Evangelischerseits ist Świdy heute in die St.-Georgs-Kirche in Pasłęk, einer Filialkirche von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eingegliedert, außerdem katholischerseits nach Dzierzgoń im gleichnamigen Dekanat des jetzigen Bistums Elbląg.
Verkehr Świda liegt an einer Nebenstraße, die von Stare Dolno über Święty Gaj bis nach Bągart verläuft. Eine Bahnanbindung besteht nicht. Bis 1945 war (Königlich) Blumenau (1931 bis 1945 Königsblumenau) die nächste Bahnstation und lag am Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing über Osterode (Ostpr.) nach Hohenstein.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki