Die römisch-katholische Pfarrkirche St-Laurent befindet sich im Viertel Lambézellec der Stadt Brest, im französischen Departement Finistère. Sie ist zu Ehren des Heiligen Laurentius von Rom geweiht.

Vorstellung Im 16. Jahrhundert war der Heilige Florentius der Schutzpatron der Pfarrkirche, bevor der Heilige Laurentius an seine Stelle trat. Um 1854 wurde beschlossen, die alte Kirche aus dem Jahr 1750, die stark baufällig war, abzureißen. Diese besaß eine Gruppe von etwa 65 cm hohen Holzstatuetten, die eine Reihe von Figuren der Geburt Christi und der Anbetung der Heiligen Drei Könige darstellten, die als Bauern und Bäuerinnen aus Lambézellec in ihrer Tracht aus der Zeit der Restauration dargestellt waren. Sie wurden anschließend im ehemaligen Museum für Kunst und Religion in Brest gelagert, das heute nicht mehr existiert.

Die heutige Kirche, die vom Architekten Joseph Bigot im neugotischen Stil erbaut wurde, wurde 1865 fertiggestellt. Zum Zeitpunkt ihres Baus hatte Lambézellec den Status einer eigenständigen Gemeinde, bevor es am 28. April 1945 an Brest angegliedert wurde. Die Kirche ist aus verschiedenen Gesteinsarten erbaut: Granit aus Aber Ildut für die Steinquader, Kersantit für die Verzierungen, Granit aus der Region Quimper für die Turmspitze, Schiefer aus dem Becken von Châteaulin für das Dach, lokaler Gneis für die Bruchsteine sowie wiederverwendete alte Steine. Ihr Glockenturm wurde während des Zweiten Weltkriegs durch eine amerikanische Granate zerstört. Er wurde von 1951 bis 1952 wieder aufgebaut und 2009 restauriert. Die Glasmalereien stammen von André Bouler.

Wiederaufbau der Nachkriegszeit Bei den Bombardements während der Schlacht um Brest im August und September 1944 erlitten die meisten öffentlichen und privaten Gebäude erhebliche Schäden. Die Stadt und ihre Gotteshäuser, insbesondere die Kirchen der Pfarreien Recouvrance, St-Louis und Lambézellec, mussten wieder aufgebaut werden. Einige Wiederaufbauten wurden als nicht sinnvoll erachtet. Das war der Fall bei Notre-Dame-des-Carmes. Die anderen Kirchen wurden auf ihren Ruinen wiedererrichtet. Um dies zu ermöglichen, wurde unter der Aufsicht des Ministeriums für Wiederaufbau und Stadtplanung die „Genossenschaft für den Wiederaufbau religiöser Gebäude im Finistère“ gegründet, deren Leitung Abbé René Le Gall, Kaplan an St-Louis, in Zusammenarbeit mit Herrn Le Chevallier, dem Chefarchitekten der Stadt Brest, übertragen wurde. Diese Wiederaufbauten erfolgten im Rahmen der Kriegsschadensersatzregelungen.

In Lambézellec hatte Kanonikus Chapalain, seit 1932 Pfarrer der Gemeinde, die Idee, seine Kirche originalgetreu wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau der Kirche dauerte vier Jahre, von 1948 bis 1952. Gottesdienste, Feierlichkeiten und Messen fanden während dieser Zeit in einer „Barackenkirche“ statt, die neben der Baustelle errichtet worden war.

Im Jahr 1950 wurde Abbé Le Gall aus der Leitung der Genossenschaft abberufen und durch Abbé Le Beux, Kunstlehrer am Kleinen Seminar von Pont-Croix, ersetzt. In einem Schreiben vom 28. Juni 1956 teilte Abbé Le Beux dem Generalvikar den Wunsch des Kanonikus Chapalain mit, ihm Namen von Glasmalern zu nennen, die in der Lage wären, die zweiundsechzig Glasfenster in der Kirche von Lambézellec anzufertigen. Abbé Le Beux, ein Kenner der modernen Kunst, schlug Max Ingrand vor, einen renommierten Künstler, der in der Touraine, an Notre-Dame-de-Paris, am Straßburger Münster und an Notre-Dame du Grouanec gearbeitet hat. Max Ingrand sagte zu, im August 1956 nach Lambézellec zu kommen und die Glasfenster zu entwerfen.

Chapalain verstarb am 24. Oktober 1956. Der neue Pfarrer von Lambézellec, Guillaume Sergent, wurde am 18. November 1956 eingeführt. Er legte die Entwürfe von Max Ingrand für drei Jahre auf Eis. 1959 begab sich Abbé Sergent zur Baustelle der Kirche Ste-Thérèse-du-Landais und traf den Jesuiten André Bouler, dem dort die Gestaltung des runden Glasfensters dieser Kirche anvertraut worden war. Diese Arbeit gefiel dem Pfarrer von Lambézellec, der daraufhin Pater Bouler mit der Gestaltung der Glasfenster seiner Kirche St-Laurent beauftragte. Der erste Bauabschnitt, ausgeführt von den Glasmalern Jacques und Mireille Juteau, betraf lediglich vier Fenster im Wert von 30.000 Francs. Der neue Stil moderner, nicht-figurativer Glasmalereien weckte das Interesse der Gemeindemitglieder, die sich verwirrt fragten, was dies zu bedeuten habe. Pater Bouler ging darauf im Dezember 1963 in einem Vortrag über seine Arbeit ein.

Der Künstler gliederte sein Werk in zwei Schwerpunkte: die Hagiographie des Schutzpatrons der Gemeinde und den Wunsch, die Kirche mit Licht zu erfüllen. Eine Grundfarbe drängte sich dem Künstler dabei auf: Rot, das das Feuer der Qual des Heiligen Laurentius symbolisiert, aber auch das Feuer der Liebe Gottes, ergänzt durch einen blauen Farbton. Bis heute sind dreizehn der zweiundsechzig Fenster des Gebäudes nicht mit Glasmalereien versehen.

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