Die Carron Company war ein Eisenwerk in Schottland. mini|Firmenlogo der Carron Company.

Geschichte 1759 beschlossen zwei Engländer, Dr. John Roebuck and Samuel Garbett, sowie der Schotte William Cadell ein Eisenwerk zu gründen. Garbett fand den idealen Ort am Ufer des Flusses Carron in Stirlingshire, zwei Meilen nördlich von Falkirk. In Bo'ness gab es Eisenerz und das Wasser des Flusses liefert die Energie. Die Gründer wollten den damals üblichen Einsatz von Holzkohle durch Koks aus den nahegelegenen Minen ersetzen. Am 26. Dezember 1760 wurde der erste Hochofen angeblasen, im Folgejahr ging ein zweiter Hochofen in Betrieb. Die Firma hieß „Roebucks, Garbett and Cadells“. Sie stellte verschiedene Gegenstände aus Eisen her, ihr Ziel war aber die Produktion von Kanonen, ein profitables Geschäft. 1765 konnten sie einen Vertrag mit der Royal Navy abschließen, verloren ihn aber wieder 1773, weil die Kanonen von schlechter Qualität waren. 1773 änderte die Firma ihren Namen in „The Carron Company“ und wurde zur Limited Liability Company (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Zu dieser Zeit wurde die Firma schon von Charles Gascoigne, einem Schwiegersohn Garbetts, geleitet, der sie sanierte, 1778 aber nach Russland ging und nicht wiederkehrte.

In dieser Zeit gab es große Fortschritte in der Eisenindustrie. Henri Cort erfand einen Prozess, formbares Eisen herzustellen, das Puddelverfahren. Ab 1776 stellte die Firma leichtere und bessere Kanonen her und belieferte wieder die Navy. Zwei Jahre später entwickelte sie einen neuen Typ von Kanone, Carronade, genannt. mini|In der Carron Company hergestellte Karronaden. Sie waren kürzer und hatten ein größeres Kaliber. Sie wurden ein großer Erfolg. Ab 1796 entwickelte die Firma eine weitere Kanone, „Blomefield“.

Ab 1887 wurde die Firma durch Joseph Stainton geleitet und war auch im Besitz der Familie und der verwandten Familie Dawson.

Ab 1870 begann ein großes Modernisierungsprogramm, alte Gebäude und Hochöfen wurde durch neue ersetzt, die Firma wuchs. Ein Verkaufsschlager war die Carron-Badewanne aus Gusseisen. In beiden Weltkriegen fertigte die Firma Munition. Sie stellte auch Roheisen für weiterverarbeitende Betriebe her. In Friedenszeiten bestand die Produktpalette aus Feuerrosten, Gas- und Elektro-Herde und Badewannen. Eine Spezialität waren Herde für Überseedampfer und Großküchen. mini|Carron Eisenofen aus dem Jahr 1844. Sie lieferte auch Eisensegmente für diverse Tunnelprojekte wie den Jarrow-Howden Tunnel unter dem River Tyne. 1814 war Carron die größte Eisenhütte in Europa und beschäftigte 2000 Arbeiter.

1982 wurde sie unter Zwangsverwaltung gestellt. Sie wurde von der Franke Holding übernommen und firmiert unter Carron Phoenix. Fast alle Fabrikgebäude wurde abgerissen, übrig blieb der Uhrenturm. mini|Eingang und Uhrenturm der ehemaligen Carron-Werke.

Weblinks

Website Carron Phoenix

Einzelnachweise

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