Der Sicherheitsgeheimdienst VOS (slowenisch: Varnostno-obveščevalna služba, kurz VOS) war eine während des Zweiten Weltkriegs im August 1941 gegründete bewaffnete Parteiformation, die im Rahmen der slowenischen Befreiungsfront OF vom Zentralkomitee der KPS (Kommunistische Partei Sloweniens) gegründet wurde.John Corsellis, Marcus Ferrar: Slovenia 1945, Memories of death and survival after World War II, str. 31
Entstehung und Tätigkeit Als offizielles Gründungsdatum der zunächst Sicherheits- und Nachrichtendienst der Befreiungsfront (OF) genannten Einheit gilt der 15. August 1941. Im Frühjahr 1942 bürgerte sich die Bezeichnung Varnostno obveščevalna služba (VOS OF) ein. Gegründet wurde die Organisation auf Initiative von Edvard Kardelj. Sein Ziel war es, ein lückenloses Bild über die Besatzer des slowenischen Gebiets und die „heimische Reaktion“ zu gewinnen. Als „Reaktion“ bezeichnete die kommunistische Partei alle politischen Gruppen und Einzelpersonen, die sich nicht der Befreiungsfront anschlossen, sondern versuchten, den Widerstand außerhalb dieser zu organisieren. Sie wurden als Verräter, Denunzianten oder „Fünfte Kolonne“ gebrandmarkt und als innere Feinde betrachtet.
mini|Zdenka Kidrič von Božidar Jakac, um 1943 mini|Franc Ravbar, um 1943 Organisation Geleitet wurde der VOS von einem dreiköpfigen Kollegium aus erfahrenen Kommunisten (Franc Ravbar (Deckname: Vitez), Zdenka Kidrič (Marjeta) und Vito Kraigher (Marjan)). Das Kollegium wurde im Februar 1943 in die Zentralkommission des VOS umgewandelt. Diese agierte bis Mai 1943 illegal in Ljubljana und unterteilte sich in einen Geheimdienst und einen Sicherheitsdienst. Der Geheimdienst gliederte sich wiederum in den Massengeheimdienst (ein weit verzweigtes Informantennetz), den militärischen Geheimdienst (Züge, Kompanien und Bataillone des VOS) und den Spezialgeheimdienst (Informanten und Aktivisten in feindlichen Militärkommandos, in der Besatzungsverwaltung, der Polizei sowie anderen Zentren und Institutionen).
Aktionen Ab Herbst 1941 führten die „Sicherheitskräfte“ (Varnostniki) des Geheimdienstes in Ljubljana gezielte Aktionen und Liquidationen durch. Ab Anfang 1942 bemühte sich die Organisation, politische und administrative Strukturen tatsächlicher und vermeintlicher Gegner durch Informanten zu Infiltrieren. Außerdem wurde ein Netzwerk von sogenannten "Beschattern" aufgebaut, die Informationen von der Straße an die VOS-Führung weiterleitete.
Opfer Zu den prominentesten Opfern des VOS gehörten Vertreter des slowenischen politischen Lebens der Vorkriegszeit, Lehrer, Bürgermeister, Offiziere, Richter, Geistliche, Mitglieder der Katholischen Aktion, Intellektuelle, Großbauern, Unternehmer und alle, die sich offen gegen die kommunistische Ideologie aussprachen. Schätzungen zufolge tötete der VOS zusammen mit anderen Partisaneneinheiten bereits im Jahr 1941 auf dem Gebiet der Provinz Ljubljana mindestens 116 Personen, und allein zwischen März und August 1942 weitere mindestens 853 Personen (davon 717 Zivilisten). Eine andere Studie gibt an, dass Einheiten des VOS mit Hilfe einzelner Partisanenverbände in den befreiten Gebieten von Unterkrain (Dolenjska) und Innerkrain (Notranjska) bis Ende Juli 1942 mindestens 941 Einheimische hinrichteten.
Das Ende des VOS Im Mai 1943 verließ die Führung des VOS Ljubljana. Die Organisation wurde schließlich am 19. Februar 1944 aufgelöst. Die Nachrichtendienst-Aufgaben übernahm die Abteilung für innere Angelegenheiten des Slowenischen Nationalen Befreiungsrates (SNOS). Die bestehenden militärischen Einheiten der VOS wurden in das Korps zur Volksverteidigung Jugoslawiens KNOJ, die militärische Formation des jugoslawischen Geheimdienstes OZNA, integriert.
Einzelnachweise
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