mini|H. Gärtner-Treffenthal, 1937, Ölgemälde 80 × 70 cm, Briemberg bei Laasphe Hans Gärtner (* 30. August 1891 in Treffen-Niederdorf; † 28. Januar 1961 in Schwaig bei Nürnberg) war ein Landschaftsmaler aus Kärnten, der sich nach seiner österreichischen Herkunft den Künstlernamen H. Gärtner-Treffenthal beilegte und überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland wirkte. In seiner Malerei war Gärtner noch dem deutschen Realismus des 19. Jahrhunderts verpflichtet, adaptierte aber gelegentlich impressionistische Neuerungen der Malerei in seinen Bildern.
Leben und Werk Jugend und Ausbildung Der Künstler wurde am 30. August 1891 im zur Gemeinde Treffen am Ossiacher See gehörigen Weiler Niederdorf als Sohn des Schneiders Heinrich Gärtner und seiner Ehefrau Anna geb. Koller geboren und auf den Vornamen Johann getauft.Geburtsbuch IX - T08_012-1 | Treffen | Kärnten: Rk. Diözese Gurk | Österreich | Matricula Online [11. Mai 2026] Gärtner stammte aus ärmlichen Verhältnissen und kam zu einer Pflegefamilie nach Oberzeiring in der Steiermark, wo er zunächst die Volksschule besuchte. Er besaß ein außergewöhnliches Zeichentalent, das der im Hofgut Treffen ansässigen Gräfin Elvine de La Tour auffiel, die ihn förderte. Bereits 1912 verließ Gärtner seine Heimat und wanderte nach Deutschland aus. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges musste er jedoch zunächst seinen Kriegsdienst für die österreichisch-ungarische Monarchie ableisten. Nach Kriegsende ging er endgültig zurück nach Deutschland. Er wurde an der Kunstakademie in Düsseldorf angenommen, wo der Freskomaler Leopold Resch sowie die Künstler Wilhelm Döringer, Willy Spatz und Max Clarenbach seine Dozenten waren. Unter ihnen entwickelte sich Gärtner-Treffenthal zum Meisterschüler.Westfälische Landeszeitung, 21. Juni 1941.
Nach Abschluss seiner mehrjährigen Ausbildung, spätestens 1924, ließ sich Gärtner im Oberhausener Stadtteil Osterfeld nieder, wo man recht schnell auf ihn aufmerksam wurde.Ein Osterfelder Maler. Oberhausener Zeitung, 18. Dezember 1924- Erstmals ab 1925 mietete er im Zentrum von Winterberg einen Glaspavillon an, in dem Gärtner sich an der Straße Am Waltenberg ein Atelier einrichtete. Hier schuf er zahlreiche Gemälde mit Motiven rund um Winterberg, die er in Kooperation mit dem Münchener Bruckmann Verlag auch in Postkartenform vertrieb.Z.B. Postkartenmotiv „Ruhrquelle“, nach einem Gemälde von H. Gärtner, Treffenthal. Graphische Kunstanstalten F. Bruckmann AG, München. Auch in den nachfolgenden Jahren nutzte der Maler sein Atelier jeweils für einige Monate in der kalten Jahreszeit, um in der dortigen Umgebung schneebedeckte Landschaften in stimmungsvolle Gemälde umzusetzen. Auf Gärtners Initiative kamen 1927 eine Anzahl Düsseldorfer Künstler (z. B. Carl Josef Barth, Georg Sluyterman von Langeweyde, Carl Rieder, Hans Vilz und H. Kreids) mit etwa 100 ausgewählten Werken (Gemälde, Radierungen, Schnitte, Kohle- und Tuschezeichnungen) im Rahmen einer Kunstausstellung nach Osterfeld.Kunstausstellung in Osterfeld. Düsseldorfer Künstler im Kammermusiksaal des Innungshauses, Generalanzeiger für Oberhausen, Sterkrade, Osterfeld und das nordwestliche Industriegebiet, 25. November 1927; ergänzender Artikel ebenda, 29. November 1927.
Werk mini|H. Gärtner – Treffenthal 1949, Weihnachtsbaummarkt, Bildausschnitt mit Signatur, selten linksseitig. mini|H. Gärtner – Treffenthal, 1937, Öl auf Holz, 38 × 28,5 cm, Hesselbach (Oberdorf) Gärtner verwendete bei seinen Werken nie seinen tatsächlichen Vornamen Johann, sondern nutzte die Kurzform Hans, die er meist auf den Anfangsbuchstaben reduzierte. Seine Signatur „H. Gärtner-Treffenthal“ malte er in flüssiger Schreibschrift gut lesbar, überwiegend rechts unten ins Bild, gelegentlich mit Jahreszahl.
Ausstellungen 1928 erfolgte im Düsseldorfer Pressehaus eine Wintersportausstellung, um Erholungsbedürftige der Ballungszentren für den Ski- und Rodelsport zu begeistern. Gärtner lieferte hierzu etliche Ölbilder, die er bereits im winterlichen Sauerland angefertigt hatte.Wintersport und Winterkur. Eine Wintersportausstellung im Pressehaus in Düsseldorf, Der Mittag, 27. November 1928 Im Oktober 1930 wurde eine Gemälde-Ausstellung Gärtners im Casino-Saal Arnsberg gemeldet und beworben.Gemäldeausstellung: Hans Gärtner, Treffenthal. Central-Volksblatt für das gesamte Sauerland, 3. Oktober 1930.
Es folgten weitere Ausstellungen Gärtners im Rheinland und im Ruhrgebiet.Düsseldorfer Stadtanzeiger, 31. Oktober 1931.Das junge Rheinland. Ausstellungen in der Kunsthalle. Neusser Zeitung, 3. November 1931.Gärtner=Treffenthal stellt aus. Eine Schau in Sterkrade: Tiroler Land und Leute. Ruhr-Emscher Zeitung, 5. Juni 1932. Im Jahr 1931 meldeten Ruhrgebietszeitungen, dass Gärtner-Treffenthal den Auftrag erhalten habe, die Prinzessin Croy in Wien zu porträtieren.Generalanzeiger für Groß-Oberhausen und das nordwestliche Industriegebiet, 4. November 1931, Oberhausener Zeitung, 8. November 1931 und 10. November 1931.
Zwei Jahre später titelte die Ruhr-Emscher-Zeitung einen Artikel: „Hans Gärtner=Treffenthal, ein beachtenswerter Kunstmaler“.Ruhr-Emscher-Zeitung, 30. November 1933.
Zum 1. Mai 1933 trat Gärtner der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.334.537).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/10191618 1936 stellte Hans Gärtner einen Teil seiner Werke im Folkwang-Museum in Essen aus.Ausstellungsquerschnitt, Westdeutsche Kunstaustellungen, Dortmunder Zeitung, 25. Juni 1936.
Im Oktober 1936 zog Gärtner in den Kreis Wittgenstein, wo er sich in Banfe ein Atelier einrichtete und zahlreiche Landschaften im südlichen Teil des Wittgensteiner Landes malte, aber auch Porträts zeichnete. Anlässlich der 1100-Jahr-Feier in Hesselbach stellte Gärtner 1937 dort seine in Wittgenstein entstandenen Gemälde sowie Porträtskizzen einiger Einwohner aus.Vorbereitung für Hesselbachs Jubelfeier. National Zeitung (Ausgabe Wittgenstein), 26. Juni 1936.National Zeitung (Siegen und Siegerland), 2. Juli 1937.Hans Gärtner-Treffenthal. Zu seiner Ausstellung anlässlich der Hesselbacher Jubelfeier. National Zeitung (Wittgenstein), 31. Juli 1937. Im gleichen Jahr kam ein Aufnahmewagen des Reichssenders Köln nach Wittgenstein und besuchte Gärtner in seinem Banfer Atelier.National Zeitung (Wittgenstein), 28. August 1937."Bilderbogen der Heimat." National Zeitung (Siegerland), 30. August 1937 Die Ausstrahlung des Rundfunkbeitrages „Bilderbogen der Heimat“ erfolgte dann Mitte November 1937."Die Heimat im Rundfunk. Die Sendung „Bilderbogen der Heimat – Das Wittgensteiner Land“, National Zeitung, 18. November 1937.
Im August 1938 schloss sich eine umfangreiche Gemälde-Ausstellung Gärtners in einer Laaspher Schule an.National Zeitung (Wittgenstein), 5. August 1937.National Zeitung (Wittgenstein), 7. August 1937. Im Oktober stellte Gärtner einige Gemälde im Rahmen der Westfälischen Kunstausstellung in Dortmund aus.Große Westfälische Kunstausstellung1938 im Hause der Kunst in Dortmund. Dortmunder Zeitung, 9. Oktober 1938.Rechenschaft der westfälischen Künstler. Westfälische Landeszeitung, 9. Oktober 1938.
Im Jahr 1939 verließ der Maler das Wittgensteiner Land. Gärtner-Treffenthal verlegte seinen Wohnsitz von Banfe nach Münster.Fritz Vitt: H. Gärtner=Treffenthal, in: Das schöne Wittgenstein 1939, Nr. 5, S. 33–34. Im Münsterland lebte und wirkte Gärtner noch mehrere Jahre und nahm mit seinen Werken an diversen Ausstellungen teil.Westfalen im Schaffen seiner Künstler. Westfälische Landeszeitung, 10. November 1940.National Zeitung (Siegen), 19. November 1940.Das Geschenk der Scholle an den Künstler. Ein Gang durch die Große Westfälische Kunstausstellung in Dortmund. Auch hier ist das Sauerland vertreten. Westfälische Landeszeitung, 8. Dezember 1940. Vermutlich nach Ende des Zweiten Weltkrieges zog Gärtner-Treffenthal nach Süddeutschland, wo er weiterhin künstlerisch tätig war.
1927 Osterfeld, Kammermusiksaal des Innungshauses 1928 Düsseldorf, Pressehaus 1930 Arnsberg, Casino-Saal 1931, 1931, 1932 Städtische Kunsthalle Düsseldorf 1932 Sterkrade 1934 Oberhausen, NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ 1936 Essen, Folkwang-Museum 1937 Hesselbach, 1100-Jahr-Feier 1938 Laasphe, Aufbauschule 1938 Dortmund, (Fünfte) Große Westfälische Kunstausstellung 1938 Lüdenscheid, Stadthaus 1940 Dortmund, Große Westfälische Kunstausstellung 1941 Münster, Landesmuseum und Coppenrath’sche Kunststuben.
Familie Hans Gärtner war verheiratet mit Luise geb. Dittmer. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. In seinen letzten Jahren lebte der Künstler in Behringersdorf, einem Dorf der Gemeinde Schwaig im Landkreis Nürnberg. Der Künstler litt unter starken Depressionen und suchte den Freitod. Er starb am 28. Januar 1961 in der Pegnitz beim Gut Mittelbüg im Alter von 69 Jahren. Seine Beisetzung fand mehr als zwei Monate später, am 3. April 1961, in Behringersdorf statt. Im Sterberegister wurde er als Johann Gärtner-Treffenthal eingetragen.Bestattungen 1928–1962 | Behringersdorf Nr. 8/1961 | Dekanat Nürnberg | Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern | Bayern: Kirchenbücher online mit ARCHION
Weblinks So schön könnte Winter sein – Ein altes Gemälde von Künstler Hans Gärtner-Treffenthal ist wieder aufgetaucht. Westfalenpost, 2. Januar 2016.
Einzelnachweise
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