mini|Franc Berneker, um 1910 Franc Berneker (auch Fran Berneker; * 4. Oktober 1874 in Legen, Untersteiermark, Cisleithanien; † 16. Mai 1932 in Ljubljana, Königreich Jugoslawien) war ein slowenischer Bildhauer. Er gilt als Wegbereiter der modernen slowenischen Bildhauerei.
Leben Franc Berneker wurde in eine bäuerliche Familie geboren. Im Alter von drei Jahren erkrankte er an Tuberkulose, was eine lebenslange körperliche Beeinträchtigung (ein kürzeres linkes Bein) zur Folge hatte. Nach einer Lehre in der Werkstatt des Bildhauers Ignacij Oblak in Celje (1891–1895) und einer kurzen Tätigkeit in Innsbruck arbeitete er zunächst in der Restaurierung und Kirchenausstattung.
Sein künstlerisches Talent wurde an der Staatsgewerbeschule in Graz von Georg Winkler erkannt, der ihm zum Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien riet. Dort studierte Berneker von 1897 bis 1905, unter anderem bei Edmund von Hellmer. In Wien gehörte er zum Kreis der slowenischen Künstlergruppe Sava und war Mitglied des Kunstklubs Vesna.
Obwohl er in Wien seine künstlerisch fruchtbarste Phase erlebte und Anerkennung durch Kritiker wie Rihard Jakopič und Oton Župančič erfuhr, lebte Berneker zeitlebens in prekären finanziellen Verhältnissen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach Ljubljana, wo er sich vor allem der Fassadengestaltung und Grabplastik widmete. Er starb 1932 einsam und verarmt in einem Zimmer der Nationalgalerie in Ljubljana, das ihm deren Direktor Ivan Zorman zur Verfügung gestellt hatte. mini|Grabskulptur von Franc Berneker für Pavel Turner, Friedhof von Pobrežje in Maribor Werk und Stil Berneker markiert den Übergang vom akademischen Realismus zur Moderne in der slowenischen Bildhauerei. Sein Stil ist geprägt von einer weichen Modellierung, die oft durch eine unruhige Oberflächenbearbeitung mit starken Licht-Schatten-Kontrasten ergänzt wird (impressionistische Züge). Häufig kombinierte er glatt ausgearbeitete Figuren mit grob behauenen Sockeln, was Einflüsse von Auguste Rodin und Medardo Rosso erkennen lässt.
Thematisch widmete sich Berneker oft dem menschlichen Leid, der Einsamkeit und sozialen Abgründen. Seine Porträts und Grabmonumente zeichnen sich durch eine tiefe psychologische Durchdringung und lyrische Melancholie aus.
Erst viele Jahre nach seinem Tod wurde sein Werk endgültig gewürdigt und zum bedeutendsten Opus der slowenischen Bildhauerei in der Übergangszeit vom Realismus zu den neuen modernistischen Bestrebungen erhoben.
Wichtige Werke (Auswahl)
Trubar-Denkmal (1910): Das Denkmal für Primož Trubar im Tivoli-Park in Ljubljana gilt als das erste moderne öffentliche Denkmal Sloweniens. Johannes-Nepomuk-Brunnen (1911–1913): Ein bedeutendes Werk in Kranj, das durch seine symbolistische Formensprache besticht. Beda (Elend/Not, 1902): Eine programmatische Figurengruppe, die das soziale Mitgefühl des Künstlers thematisiert. Naplavljenca (Die Angespülten, 1903): Eine eindringliche Darstellung eines ertrunkenen Paares. Porträts: Unter anderem von Oton Župančič, Ivan Cankar und Vatroslav Oblak.
Rezeption Nach seinem Tod geriet Berneker zunächst teilweise in Vergessenheit, wurde jedoch ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Pionier der slowenischen Moderne wiederentdeckt. Große Teile seines Nachlasses befinden sich heute in der Nationalgalerie in Ljubljana sowie in der Galerie der bildenden Künste von Koroška in Slovenj Gradec.
Literatur Marjeta Ciglenečki: Berneker, Franc (1874–1932). In: Novi Slovenski biografski leksikon. ZRC SAZU, Ljubljana 2017. Alenka Domjan: Franc BERNEKER. (1874–1932). In: Obrazi slovenskih pokrajin. Mestna knjižnica Kranj, 2020. Link Slovenska biografija: Eintrag zu Franc Berneker.
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Einzelnachweise
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