Caspar Louis Reuvens (* 14. Juli 1863 in Arnhem; † 13. Dezember 1915 in Oosterbeek) war ein niederländischer Zoologe.

Leben Reuvens war der Sohn wohlhabender Eltern. Sein Vater Louis Abraham Reuvens (1824–1897) war Chefingenieur bei der staatlichen Wasserbaubehörde Rijkswaterstaat und hatte von 1860 bis 1878 seinen Dienstsitz in Arnhem.

Reuvens schrieb sich im September 1881 an der Universität Leiden für ein Medizinstudium ein. Er legte am 7. Februar 1885 seine Vorprüfung ab, schloss seine medizinische Ausbildung in den Niederlanden jedoch nicht offiziell ab. Anschließend studierte er in Deutschland Zoologie und promovierte 1890 unter der Betreuung von Emil Selenka an der Universität Erlangen zum Doktor. Seine Dissertation hat den Titel Die Myoxidae oder Schläfer. Ein Beitrag zur Osteologie und Systematik der Nagethiere, die er in Leiden beim Lithografen Pieter Willem Marinus Trap (1821–1905) drucken ließ.

Reuvens’ systematische Dissertation beruhte auf dem Material der Myoxidae (= Bilche) im Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, für deren Bearbeitung er mehrere Jahre am Museum arbeitete. Während dieser Arbeit beschrieb er auch eine neue Art aus der Gattung der Afrikanischen Bilche, die er Kellen-Bilch (Graphiurus kelleni) nannte.

Reuvens wurde am 24. Juli 1890 zum Konservator am Leidener Museum ernannt und mit der Fischabteilung betraut. Da er zunächst ohne staatliche Besoldung arbeitete, setzte sich der damalige Direktor des Museums, Fredericus Anna Jentink, mehrfach bei den Kuratoren für eine reguläre Vergütung ein. 1895 erhielt Reuvens schließlich vom Innenministerium eine feste Anstellung mit einem im Vergleich zu den übrigen Konservatoren niedrigeren Gehalt von 2000 Gulden pro Jahr, was zu Spannungen zwischen Jentink und den Kuratoren führte.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Leidener Museum im August 1898 ließ sich Caspar Louis Reuvens in Oosterbeek nieder, wo er eine Villa erworben hatte. Dort gründete er am 20. Dezember 1899 eine kostenlose medizinische und chirurgische Poliklinik für Bedürftige, die bis 1912 bestand. Darüber hinaus engagierte er sich in lokalen Angelegenheiten der Gemeinde. Reuvens starb am 13. Dezember 1915 im Alter von 53 Jahren an einer Lungenentzündung.

Seit 1889/90 war Reuvens Mitglied der Nederlandsche Entomologische Vereeniging und wurde 1898 deren Bibliothekar. Nach seinem Tod hinterließ er der Vereinigung ein bedeutendes Vermächtnis an Büchern.

Reuvens war mit Catharine Wilhelmina van Bemmelen verheiratet. Über die Familie ist nur wenig bekannt. Bevor er sich 1890 in Leiden niederließ, lebte Reuvens in Zwolle.

Neben seiner Dissertation, die als gründliche und qualitativ hochwertige Arbeit gilt, veröffentlichte Reuvens noch zwei kürzere Aufsätze über Säugetiere sowie acht Beiträge über Fische. Trotz seiner wichtigen Rolle in der entomologischen Vereinigung sind keine entomologischen Veröffentlichungen von ihm bekannt. Jentink lobte seine „Liebe zur Wissenschaft, Ordnungsliebe, Genauigkeit und seinen Fleiß“.

1895 beschrieb Reuvens die Art Novacula stockumii aus der Familie die Lippfische, die jedoch heute ungültig ist, und als Synonym für Iniistius twistii gilt.

Literatur Lipke Bijdeley Holthuis: 1820–1958 Rijksmuseum van Natuurlijke Historie C.h.j.m. Fransen, C. van Achterberg, P.j. van Helsdingen (Hrsg.) Nationaal Natuurhistorisch Museum 1995, S. 81–82 (PDF online) (niederländisch)

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