Santa Maria Madalena ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro in der Südostregion des Landes. Sie liegt im nördlichen Binnenland des Bundesstaates in der Região Serrana und gehört zur Region um Nova Friburgo. Im Gegensatz zu den Küstengebieten von Rio ist Santa Maria Madalena ländlich geprägt und nur dünn besiedelt. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 10.580 geschätzt.

Geografie und Klima Santa Maria Madalena liegt in der Gebirgsregion des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 615 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 810,963 Quadratkilometer. Die Gemeinde grenzt an Trajano de Moraes, São Sebastião do Alto, São Fidélis, Campos dos Goytacazes, Conceição de Macabu und Macaé.

Das Gemeindegebiet liegt in einer bergigen Landschaft zwischen der Região Serrana und dem nördlichen Rio de Janeiro. Neben dem Hauptort umfasst das Município die Distrikte Doutor Loréti, Renascença, Santo Antônio do Imbé, Sossego, Triunfo und Osório Bersot. Ein Teil des Gemeindegebiets liegt im Parque Estadual do Desengano, der sich über Santa Maria Madalena, São Fidélis und Campos dos Goytacazes erstreckt und größere Reste der Mata Atlântica schützt. Das Klima ist aufgrund der Höhenlage milder als in den Küsten- und Tieflandregionen.

Geschichte In den 1840er Jahren ließ sich der Holzfäller José Vicente hier nieder, der nach lokaler Überlieferung auf der Suche nach geflohenen Sklaven war und an der Stelle der späteren Hauptkirche ein einfaches Lager errichtete. Vicente soll die Ländereien der Legende nach französischen Priester Francisco Xavier Frouthé im Tausch für ein Gewehr übertragen haben, der eine Kapelle zu Ehren der heiligen Maria Magdalena errichtete. Die Ortschaft Tabatinga (später Arraial do Santíssimo) wurde zum Kern der heutigen Gemeinde Santa Maria Madalena.

Die Erhebung zur Pfarrei erfolgte 1855. Im Jahr 1861 wurde Santa Maria Madalena aus dem Gebiet von Cantagalo ausgegliedert und zur Gemeinde erhoben. Die Freguesias São Francisco de Paula und São Sebastião do Alto wurden dem neuen Município angeschlossen. Eine wichtige Rolle in der lokalen Emanzipationsbewegung spielte der lokale Politiker Braz Fernandes Carneiro Viana, der mit dem Herzog von Caxias verschwägert war.

Seit dem späten 20. Jahrhundert gewann neben Landwirtschaft und regionalen Dienstleistungen der Natur- und Kulturtourismus an Bedeutung. Die Gemeinde wird wegen ihrer historischen Bausubstanz, ihrer Gebirgslandschaft und der Nähe zum Parque Estadual do Desengano touristisch vermarktet. 2021 wurde der Parque Estadual do Desengano als erster Dark Sky Park Lateinamerikas anerkannt; 2022 erhielt Santa Maria Madalena durch ein Gesetz des Bundesstaates Rio de Janeiro den Beinamen „Cidade das Estrelas“ (Stadt der Sterne), da es sich um außergewöhnlich gutes Sternenbeobachtungsgebiet handelt.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 10.580 Personen geschätzt.

JahrEinwohner199110.850200010.476201010.321202210.232Volkszählungen

Wirtschaft Die Wirtschaft von Santa Maria Madalena war historisch durch Kaffeeanbau, Viehwirtschaft und die Lage zwischen der Região Serrana und dem Norte Fluminense geprägt. In jüngerer Zeit haben Dienstleistungen und Tourismus an Bedeutung gewonnen. Der Naturtourismus stützt sich unter anderem auf Wasserfälle, Gebirgslandschaften und den Parque Estadual do Desengano; daneben werden der historische Ortskern und das kulturhistorische Erbe der Kaffeezeit touristisch genutzt.

Religion Santa Maria Madalena gehört zum römisch-katholischen Bistum Nova Friburgo. Im Hauptort befindet sich die Paróquia Santa Maria Madalena an der Praça Frouthé.

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Einzelnachweise

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