Der Grenzübergang Kardam–Negru Vodă ( / GKPP Kardam–Negru Vodă bzw. lang Granitschen Kontrolno Propuskwatelen Punkt Kardam–Negru Vodă) liegt zwischen Bulgarien und Rumänien. Er ist der älteste von fünf Landübergängen; alle weiteren Grenzübergänge zwischen den beiden Staaten führen über die Donau.

Der Grenzübergang befindet sich in der Landschaft Dobrudscha knapp 5 Kilometer nordöstlich der namensgebenden Ortschaft Kardam und gut 6 Kilometer südwestlich des rumänischen Negru Vodă etwa einen Kilometer nordöstlich des bulgarischen Dorfes Jowkowo.

In Bulgarien führt von Warna über Dobritsch kommend die Republikstraße II-29 zur Grenze, die auf rumänischer Seite als Drum național 38 und zugleich Europastraße 675 fortgesetzt wird nach Agigea am südlichen Stadtrand von Constanța.

Geschichte Der Grenzübergang Kardam–Negru Vodă ist der erste Landübergang zwischen beiden Staaten und bot so eine Alternative zu den chronisch überlasteten Fährverbindungen über die Donau. Für den Verkehr zwischen den Städten der bulgarischen sowie rumänischen Schwarzmeerküste, vor allem den Großstädten Burgas und Warna sowie Constanta, ist diese Strecke zudem deutlich kürzer als der Landweg über die rund 175 Kilometer westlich gelegene nächste Donaubrücke, die Giurgiu-Russe-Freundschaftsbrücke.

Am 30. Dezember 2006, im Zuge des Beitritts beider Staaten zur Europäischen Union, wurden die nationalen Kontrollen des Güterverkehres zusammengelegt und auf bulgarischem Gebiet gemeinsam von bulgarischen und rumänischen Grenzpolizisten durchgeführt. Lediglich die Pass- und Visakontrollen des Personenverkehres fanden aus Kapazitätsgründen weiterhin auf der jeweiligen Seite des Überganges statt.

Nach dem Beitritt Bulgariens zum Schengen-Raum am 1. Januar 2025 wurden die Grenzkontrollen nach Rumänien aus Sicherheitsgründen vorübergehend für weitere sechs Monate aufrechterhalten. Erst seit Juli 2025 werden nurmehr stichprobenartige Kontrollen durchgeführt, Fahrzeuge können ohne Anhalten und Dokumentenkontrolle passieren, jedoch nur mit geringer, durch die Beschilderung vorgegebener Geschwindigkeit. Gebäude und Infrastruktur bleiben erhalten, um bei Bedarf wieder in Betrieb genommen werden zu können.

Einzelnachweise

Kardam Kategorie:Bulgarisch-rumänische Beziehungen Kategorie:Verkehrsbauwerk in Bulgarien Kategorie:Verkehr (Oblast Dobritsch) Kategorie:Verkehrsbauwerk in Rumänien Kategorie:Verkehr (Kreis Constanța)