Varre-Sai ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro in der Südostregion des Landes. Sie liegt im äußersten Nordwesten des Bundesstaates nahe der Grenze zu Minas Gerais und Espírito Santo und gehört zur Region um Itaperuna. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 10.563 geschätzt.
Geografie und Klima Varre-Sai liegt im Nordwesten des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 696 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 201,938 Quadratkilometer. Die Gemeinde grenzt an Natividade, Porciúncula und den Bundesstaat Minas Gerais.
Das Gemeindegebiet liegt in einer hügeligen Hochlandlandschaft des Noroeste Fluminense. Aufgrund seiner Höhenlage gehört Varre-Sai zu den kühleren Gemeinden des Bundesstaates Rio de Janeiro und weist ein tropisches Höhenklima auf. Die Gemeinde ist über eine Landesstraße mit Natividade verbunden und liegt abseits der großen Küsten- und Industrieregionen des Bundesstaates.
Geschichte Für die Entstehung des späteren Ortskerns war Felicíssimo Faria Salgado von Bedeutung. Er stiftete um 1850 Land für ein Dorf, nachdem er ein Gelübde gegenüber dem heiligen Sebastian abgelegt hatte. Daraus entstand der Ort São Sebastião do Varre Sahe, später Varre-Sai. Im späten 19. Jahrhundert beschleunigte die Eisenbahn die Kolonisierung der Region. Zugleich gewann der Kaffeeanbau an Bedeutung. In dieser Zeit ließen sich zahlreiche Einwanderer italienischer Herkunft in Varre-Sai nieder, die in der Landwirtschaft arbeiteten und die lokale Kultur prägten.
Administrativ wurde Varre-Sai 1879 als Freguesia geschaffen und dem Município Itaperuna unterstellt. 1947 wurde Varre-Sai zusammen mit Natividade do Carangola und Ourânia aus Itaperuna ausgegliedert und dem neu geschaffenen Município Natividade do Carangola, dem späteren Natividade, zugeordnet. 1991 wurde Varre-Sai aus Natividade ausgegliedert und als eigenständiges Município geschaffen.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 10.563 Personen geschätzt.
JahrEinwohner19917.12720007.85420109.798202210.207Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von Varre-Sai ist historisch stark durch den Kaffeeanbau geprägt. Varre-Sai ist aufgrund seines kühleren Klimas und seiner Höhenlage der wichtigste Kaffeeproduzent des Bundesstaates Rio de Janeiro. Neben der Landwirtschaft besitzt auch der ländliche Tourismus Bedeutung. Varre-Sai ist für seine italienisch geprägte lokale Kultur, den Anbau von Kaffee und die Herstellung von Produkten wie Jaboticaba-Wein, Käse, Süßwaren und Likören bekannt. Die Gemeindeverwaltung nennt außerdem das Festival do Vinho e Festa da Colônia Italiana sowie den Natur- und Abenteuertourismus als wichtige touristische Bezugspunkte.
Religion Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Varre-Sai gehört zum römisch-katholischen Bistum Campos. Im Hauptort befindet sich die Paróquia São Sebastião; der heilige Sebastian ist eng mit der lokalen Gründungstradition des Ortes verbunden.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Rio de Janeiro (Bundesstaat) Kategorie:Município in Rio de Janeiro (Bundesstaat) Kategorie:Gemeindegründung 1991