Engenheiro Paulo de Frontin ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro in der Südostregion des Landes. Sie liegt im südlichen Binnenland des Bundesstaates in der Serra do Mar und gehört zur Region um Valença. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 12.644 geschätzt.

Geografie und Klima Engenheiro Paulo de Frontin liegt im südlichen Binnenland des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 395 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 139,381 Quadratkilometer. Die Gemeinde grenzt an Mendes, Vassouras, Miguel Pereira, Paracambi und Japeri.

Das Gemeindegebiet liegt in einer bergigen Landschaft der Serra do Mar und wird durch Täler, bewaldete Höhenzüge und Reste der Mata Atlântica geprägt. Engenheiro Paulo de Frontin besteht aus den drei Distrikten Engenheiro Paulo de Frontin, Sacra Família do Tinguá und Morro Azul do Tinguá. Das Klima ist aufgrund der Höhenlage milder als in den tiefer gelegenen Teilen des Bundesstaates.

Geschichte Die Siedlung entstand aus einem Handels- und Rastpunkt zwischen Minas Gerais und Rio de Janeiro, der sich zur Vila de Rodeio entwickelte. Der Ort lag an einem Übergangsraum zwischen dem Vale do Paraíba, der Serra do Mar und den Verkehrswegen in Richtung der Hauptstadt Rio de Janeiro. Im 19. Jahrhundert gewann die Siedlung durch den Bau der Eisenbahnstrecke Dom Pedro II der Estrada de Ferro Central do Brasil an Bedeutung, die den Ort durchschnitt und ihn stärker in die regionalen Verkehrs- und Absatznetze einband.

Der Distrikt Rodeio wurde 1872 durch Provinzgesetz geschaffen und dem Município Vassouras unterstellt. 1943 erhielt der Distrikt den Namen Soledade de Rodeio. 1946 wurde er in Engenheiro Paulo de Frontin umbenannt. Namensgeber war der Ingenieur André Gustavo Paulo de Frontin, der unter anderem mit Eisenbahn- und Infrastrukturprojekten verbunden war. In der lokalen Überlieferung wird die Benennung besonders mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke und dem sogenannten Túnel 12 oder „Túnel Grande“ in Verbindung gebracht, der 2.245 Meter lang ist.

1958 wurde Engenheiro Paulo de Frontin erstmals aus Vassouras ausgegliedert und als eigenständiges Município geschaffen. Diese erste Gemeindegründung wurde jedoch 1960 durch eine Entscheidung des Supremo Tribunal Federal aufgehoben, sodass das Gebiet wieder Vassouras angegliedert wurde. 1963 wurde Engenheiro Paulo de Frontin erneut zum Município erhoben.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 12.644 Personen geschätzt.

JahrEinwohner199112.061200012.164201013.080202212.242Volkszählungen

Wirtschaft Die Wirtschaftsstruktur wird vor allem durch Dienstleistungen, Handel, öffentliche Verwaltung, kleinere Gewerbebetriebe und Tourismus geprägt. Aufgrund der Lage in einer bergigen und waldreichen Landschaft wird die Gemeinde touristisch dem Vale do Café zugerechnet. Die Gemeinde nennt den Tourismus als wichtiges wirtschaftliches Potenzial und verweist auf die Lage in der Serra do Mar, die Mata-Atlântica-Reste, Wasserfälle, Seen und das seit 1995 verwendete Prädikat „Cidade Verde“ (Grüne Stadt). Der Ort verfügt über ein gut ausgebautes Hotelnetz.

Religion Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Engenheiro Paulo de Frontin gehört zum römisch-katholischen Bistum Barra do Piraí-Volta Redonda.

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Einzelnachweise

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