Die Kupferfarbige Wollfledermaus (Kerivoula cuprosa) ist ein mit zwei disjunkten Populationen in West- und Zentralafrika verbreitetes Fledertier in der Gattung der Wollfledermäuse. Das Typusexemplar stammt von einem Fluss in Kamerun. Funde aus Kenia, die früher zu dieser Art gezählt wurden, werden nach neueren Erkenntnissen zur Smiths Wollfledermaus (Kerivoula smithii) gerechnet. Auch bei anderen Museumsexemplaren beider Arten kam es früher zu Verwechslungen.
Merkmale Das Tier zählt mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 34 bis 39 mm, einer Schwanzlänge von 40 bis 44 mm und einem Gewicht von 4 bis 4,5 g zu den kleineren Gattungsmitgliedern. Es hat 30 bis 33 mm lange Unterarme, Hinterfüße von fast 6 bis 7,5 mm Länge und 12 bis 14 mm lange Ohren. Namensgebend ist das dunkle schokoladenbraune Fell der Oberseite mit einem kupfernen oder goldenen Glanz. Dabei besitzen die Haare in der basalen Hälfte eine dunkelbraune Farbe und an den Spitzen eine schokoladenbraune bis rotbraune Hälfte. Ein letzter kleiner Abschnitt ist bei einigen Haaren hellbraun. Unterseits sind die Haare ebenfalls erst dunkelbraun und dann mittelbraun, manchmal mit cremefarbenen Spitzen. Dieses Fell sieht matter aus. Die Kupferfarbige Wollfledermaus hat dunkelbraune Flughäute. Oberseits setzt sich das Fell etwas auf Unterarmen und Oberschenkeln fort. An der Kante der Schwanzflughaut sind wenige Haare vorhanden, die keinen Kamm bilden. Typisch für den Kopf sind kleine Augen, trichterförmige Ohren und ein Tragus, der zum Ende hin schmaler wird. Verglichen mit Smiths Wollfledermaus und Kerivoula phalaena sind die oberen Schneidezähne kürzer. Der deutlich zur Hirnschale angewinkelte Schnauzenteil (Rostrum) am Schädel und abweichende Details des Gebisses unterscheiden die Art von anderen afrikanischen Wollfledermäusen.
Verbreitung und Lebensweise Die Art hat eine Population im Süden von Guinea, in Elfenbeinküste und in angrenzenden Gebieten Liberias sowie möglicherweise in Ghana. Die zweite Population lebt im südlichen Kamerun, im Norden der Republik Kongo und im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo. Die Funde stammen aus dem Flach- und Hügelland bis 600 Meter Höhe. Als Habitat dienen tropische Regenwälder, Sümpfe und trockene Wälder.
Aufgrund breiter Flügel kann sich die Fledermaus gut im Unterwuchs bewegen. Bei Studien wurde sie in Japannetzen gefangen, die ein bis fünf Meter über dem Grund aufgestellt waren. Die Jagd erfolgt mit einem frequenzmodulierten Echoortungsruf. Als Beute werden Gliedertiere mit einem weichen Körper angenommen, da Gebiss und Schädel dieser Art weniger robust sind. Die Nahrung wird wahrscheinlich vom Boden und von Gewächsen abgesammelt. Allgemein ruhen Wollfledermäuse im dichten Blattwerk. Zur Fortpflanzung liegen keine Informationen vor.
Gefährdung Vermutlich wirken sich regional die Umwandlung der Wälder in Ackerland und Baumfällungen zur Feuerholzbeschaffung negativ aus. Da oft Funde falsch zugeordnet wurden, ist die Populationsgröße nicht bekannt. Die IUCN listet die Kupferfarbige Wollfledermaus mit unzureichende Datenlage (data deficient).
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Einzelnachweise
Kategorie:Wollfledermäuse