Plankton oder das Wunder der Anpassung ist ein verschollener DEFA-Spielfilm von Leonija Wuss-Mundeciema von 1980.
Inhalt
Ein junger Naturwissenschaftler Thomas kehrt aus der Sowjetunion in die DDR zurück. Er arbeitet in einem Institut und kämpft dort mit seiner polnischen Freundin Christina gegen Routine und Selbstherrlichkeit.
Hintergründe Die junge lettische Filmregisseurin Leonija Wuss-Mundeciema war um 1973 nach ihrem Studium aus der Sowjetunion mit ihrem Mann, dem Wissenschaftler Peter Wuss in die DDR gekommen.Lars Meyer, Leonija Wuss-Mundeciema. Die Unerwünschte, in Cornelia Klauß, Ralf Schenk (Hrsg.), Sie. Regisseurinnen der DEFA, Bertz + Fischer, Berlin 2019, S. 388f., mit biographischen Details Sie konnte dort aber mehrere Jahre lang keine Filme machen. 1979 bekam sie endlich die Gelegenheit, ihren ersten mittellangen Spielfilm bei der DEFA zu drehen. Am Szenarium war ihr Mann beteiligt, die Handlung trug deutliche autobiographische Züge.
Der Hauptdarsteller Klaus Brasch war ein Sohn des Kulturministers und Bruder dreier Schriftsteller (er starb wenige Zeit nach Abschluss der Dreharbeiten an einer Medikamentenvergiftung). Dessen Freundin spielte die polnische Schauspielerin Małgorzata Potocka, ein weiterer wichtiger Darsteller war Sylvester Groth. Regieassistent war Jörg Andrees, die Musik schrieb der bekannte DDR-Komponist Reiner Bredemeyer. Die Kosten betrugen etwa 480.000 Mark.
Der Film erhielt im Januar 1980 eine Zulassung für eine Kopie in Studiokinos und Filmklubs. Die Regisseurin erinnerte sich später an eine Vorstellung mit Diskussion in Schwerin, möglicherweise war diese eine sogenannte DEFA-Werkstatt mit zwei weiteren Kurzspielfilmen am 31. Oktober 1980.Verschollene Filme DEFA-Stiftung, mit Heute abend und morgen früh von Dietmar Hochmuth und Rauch ohne Feuer von Helge TrimpertPlankton oder das Wunder der Anpassung DEFA-Stiftung, gibt eine Aufführung am 31. Oktober 1980 an Weitere Aufführungen sind nicht bekannt.
Bei der Studioabnahme 1979/1980 gab es eine positive Einschätzung von Ulrich Weiß, er schrieb von der „Unbedingtheit des eigenen Ausdrucks, das zu sagen, was die Schöpfer bewegt“.Verschollene Filme DEFA-Stiftung, mit vielen Details über diesen Film Und Hans Kratzert meinte, es sei ein „ehrlicher Film, der betroffen macht, weil Fragen und Probleme angerissen werden, über die wir oft zu schnell hinweggehen“. DEFA-Generaldirektor Hans Dieter Mäde lehnte dagegen den Film kategorisch ab, überließ aber dem Filmminister Horst Pehnert die letzte Entscheidung über die Aufführungen. In den Archivunterlagen ist noch eine formale Verlängerung der Zulassung von 1985 um weitere fünf Jahre vermerkt, die aber keine bekannten Auswirkungen hatte.
In der Gegenwart sind keine Spuren des Films mehr erhalten.
Weblinks Plankton oder das Wunder der Anpassung DEFA-Stiftung Verschollene Filme DEFA-Stiftung, mit vielen Hintergrundinformationen
Einzelnachweise
Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Filmtitel 1980 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Verschollener Film