Mýtinka (deutsch Rossenreuth oder Rossenreut) ist ein Dorf und ein Ortsteil der Gemeinde Vojtanov (Voitersreuth) im Okres Cheb (Eger) in der Region Karlovy Vary (Karlsbad). Im Jahr 2021 lebten hier 14 Einwohner in 4 Anwesen. Entlang des Ortes fließt der Stodolský potok (Leithenbach), der an dieser Stelle mehrere Fischteiche speist. Der Ort liegt unmittelbar an der Fernstraße 64, welche Aš mit Cheb verbindet.

Geschichte Mýtinka liegt im Egerland und teilte stets dessen Geschichte. Der deutsche Name Rossenreuth deutet in seinem Bestandteil Rossen auf einen Mann oder ein Geschlecht namens Ross als Gründer hin. Das Suffix -reuth ist in der Region stark verbreitet und kennzeichnet eine Siedlung, die – meist im 11. und 12. Jahrhundert – durch Rodung von Waldflächen entstanden ist. Der tschechische Name Mýtinka bedeutet Lichtung.

In seiner Abhandlung „Eger und das Egerland“ in der Ausgabe von 1877 schreibt Vinzenz Prökl (verschiedentlich auch Vincenz Pröckl) zu Rossenreuth: „Über die Entstehung dieses Dorfes schweigt die Geschichte; jedoch findet sich Rossenreut als ein steuerbares Dorf in den ältesten Klohsteuerbüchern.“ Bei den Klohsteuerbüchern handelt es sich um Dokumente der Stadt Eger, die der Bemessung von Steuerlasten diente. Der Begriff Kloh oder Klauen bezog sich dabei auf das von den jeweiligen Höfen gehaltene Nutzvieh. Das älteste dieser Bücher stammt aus dem Jahr 1394, so dass jedenfalls ab diesem Jahr eine urkundliche Erwähnung des Ortes vorliegt. Eine weitere verbürgte Nennung findet sich im „Musterungsbuch der Egerländer Bauernschaft“ aus dem Jahr 1395. Seinerzeit erfasste die Stadt Eger alle wehrfähigen Männer und deren Bewaffnung im Egerland. Für Rossenreuth sind hier sieben wehrfähige Bauern namentlich genannt.

In mehreren Quellen aus dem 19. Jahrhundert werden ausgedehnte Steinbrüche am Ort hervorgehoben, „... welche besonders bei dem Bau der sächsischen und der bayerischen Eisenbahn benützt worden sind.“

In den Jahren 1945 und 1946 wurden die deutschen Bewohner enteignet und vertrieben.

Einwohnerentwicklung mini|Pension Na Hrázděném statku (Auf dem Fachwerkbauernhof), September 2020 Bei der Volkszählung der Tschechoslowakischen Republik im Jahr 1921 lebten hier 94 Einwohner, die sich bis auf einen Ausländer alle als Deutsche bezeichneten. 92 Einwohner gehörten der römisch-katholischen, zwei der evangelischen Kirche an. +Entwicklung der Anzahl der Einwohner und Anwesen in Mýtinka Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1930 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 2021 Einwohner1061137064789458415339461161414 Anwesen13141491011915118114444

Gemeindeverwaltung Bei den Volkszählungen in den Jahren 1850–1929 war Rossenreuth bzw. Mýtinka eine Ortschaft der Gemeinde Oberlohma bzw. Horní Lomany im Bezirk Eger bzw. Cheb. In den Jahren 1930–1975 war es ein Ortsteil der Gemeinde Oed bzw. Poustka im Bezirk Cheb. Vom 1. Januar 1976 bis zum 23. November 1990 war es ein Stadtteil von Františkovy Lázně im Bezirk Cheb. Seit dem 24. November 1990 ist es Teil der Gemeinde Vojtanov im Bezirk Cheb.

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Kategorie:Vojtanov