Hjálmar Helgi Ragnarsson (* 23. September 1952 in Ísafjörður, Island; † 13. März 2026 in Kópavogur) war ein isländischer Komponist, Musiktheoretiker und Rektor. Er zählt zu den bedeutendsten isländischen Komponisten seiner Generation und leistete durch seine Präsidentschaft im Verband isländischer Künstler (Bandalag íslenskra listamanna) und als Rektor des Kunstakademie Islands (Listaháskóli Íslands) einen wichtigen Beitrag zum isländischen Kulturleben.
Ausbildung und Karriere Hjálmar H. Ragnarsson wurde am 23. September 1952 in Ísafjörður im Nordwesten Islands geboren. Er war der Sohn von Ragnar H. Ragner, dem Dekan der örtlichen Musikschule, und seiner Frau Sigríður Jónsdóttir. Im Alter von sechs Jahren begann er bei seinem Vater Klavier zu spielen und setzte seine Studien später in Reykjavík fort (am Reykjavík Gymnasium und Reykjavík Musikschule). Später studierte er Musik in den USA (Brandeis University, BA, 1974 und Cornell University, MA, 1980) und Holland (Instituut voor Sonologie, Utrecht).
Er war der erste Rektor der Kunsthochschule Islands, ein Amt, das er drei Amtszeiten lang (1998–2013) innehatte. Er war Vorsitzender der Isländischen Komponistengesellschaft (Tónskáldafélag Íslands, 1988–1992) und von 1991 bis 1998 Präsident des Verbandes Isländischer Künstler (Bandalag íslenskra listamanna). Für sein Wirken erhielt er verschiedene Auszeichnungen, darunter den Falkenorden durch den Präsident von Island (1996).
Hjálmar H. Ragnarsson war ein produktiver Komponist von Theatermusik, u. a. Yerma (García Lorca, 1987), Bernarda Albas Haus (García Lorca, 1989) und Peer Gynt (Ibsen, 1991), sowie die Kammeroper Rhodymenia Palmata (Text: Halldór Laxness; 1992). Er war Musikdirektor für den Film Tár úr steini (1995), eine Darstellung des Lebens des isländischen Komponistens Jón Leifs.
Werke (Auswahl)
Kvöldvísur um sumarmál (Abendlied im Frühling, für gemischten Chor a cappella), text: Stefán Hörður Grímsson (1984) Ave Maria für gemischten Chor a cappella (1985) Fünf Präludien für Klavier (1985) Messe für gemischten Chor a cappella (1982–1989) Adagio für Streichsextett (1990) Konzert für Orgel und Orchester (1997) Yfir heiðan morgun (Über einen klaren Morgen) für Solocello und Orchester (2009) Partita für Solovioline (2020)
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Island) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Musiktheoretiker Kategorie:Träger des Falkenordens (Ritter) Kategorie:Isländer Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann