John Graham White (* 1943 in Wales) ist ein britischer Entwicklungsbiologe, der vor allem für seine Arbeiten zum Nervensystem von C. elegans und die Entwicklung verschiedener mikroskopischer Verfahren bekannt ist.

Leben und Wirken White arbeitete ab 1964 für das Medical Research Council, das ihm von 1965 bis 1969 ein berufsbegleitendes Studium der Physik am Brunel University ermöglichte. Anschließend begann er Forschungsarbeiten beim späteren Nobelpreisträger Sydney Brenner am Laboratory of Molecular Biology zur computergestützten Rekonstruktion des Nervensystems von C. elegans (Promotion 1975). Eine Arbeitsgruppe um White beschrieb 1986J. G. White, E. Southgate, J. N. Thomson, S. Brenner: The structure of the nervous system of the nematode Caenorhabditis elegans. In: Phil. Trans. Royal Soc. London. B 314, 1986, S. 1–340. doi:10.1098/rstb.1986.0056 das komplette Netzwerk des Nervensystems (Konnektom) dieses Fadenwurms – des ersten Organismus überhaupt. Später identifizierte White Gene, die für spezifische synaptische Verbindungen verantwortlich sind.

Sein Fokus verlagerte sich auf die Zellbiologie früher Embryonalentwicklung, insbesondere Zellteilung, Zellpolarität und Cytokinese. Dafür entwickelte er genetische Screens sowie optische Technologien wie konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie, Laser-Mikrostrahl-Ablation und computergestützte Simulationen der Zellteilung. Seine Arbeiten klärten grundlegende Mechanismen der Spindelausrichtung, Zellpolarität und Zell-Zell-Interaktion auf und lieferten wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung vielzelliger Organismen.

Ab 1993 setzte er seine Forschung an der University of Wisconsin–Madison fort und entwickelte dort – neben der Arbeiten an C. elegans – neue Verfahren für 3D-, Multiphotonen- und Fluoreszenz-Lebendzellmikroskopie. Seine technologischen Innovationen machten moderne konfokale und hochauflösende Mikroskopie zu zentralen Werkzeugen der biomedizinischen Forschung.

2008 ging John White als Leiter eines eigenen Labors in den Ruhestand, war aber weiterhin wissenschaftlich aktiv. Seine jüngste Veröffentlichung bei der Datenbank Scopus stammt aus dem Jahr 2020. White hat laut Google Scholar einen h-Index von 71, laut Datenbank Scopus einen von 64 (Stand Mai 2026). Zu seinen Schülern zählt Anthony Hyman.

Auszeichnungen (Auswahl) 1994 Mullard Award der Royal Society 1994 Mitglied der European Molecular Biology Organization 2005 Mitglied der Royal Society 2026 Wiley Prize in Biomedical Sciences

Literatur

Weblinks White, John bei der University of Wisconsin–Madison

Einzelnachweise

Kategorie:Entwicklungsbiologe Kategorie:Person (Mikroskopie) Kategorie:Hochschullehrer (University of Wisconsin–Madison) Kategorie:Mitglied der European Molecular Biology Organization Kategorie:Mitglied der Royal Society Kategorie:Brite Kategorie:Waliser Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann