Freiherr Sigismund Christoph Gustav Löw von Steinfurt (auch: Siegmund Löw von und zu Steinfurth) (* 7. November 1757 in Staden in der Wetterau; † 15. Juli 1846 in der Villa Löwenruh bei Offenbach) war ein königlich hannoverischer General der Infanterie.

Herkunft Seine Eltern waren Johann Friedrich Ferdinand Löw von Steinfurt und dessen Ehefrau Sophie Marie Margarethe Diede zum Fürstenstein. Er hatte noch drei Brüder Georg (1750–1811), der ebenfalls zu Militär ging, sowie Philipp (1756–1841) nassauischer Oberforstmeister und Johann Carl (1753–1815), der Hofmarschall in Hannover wurde.

Leben Löw erhielt eine sorgfältige Ausbildung und kam als Kadett auf die Militärakademien in Lüneburg und Hannover. Anschließend ging er am 1. April 1774 als Fähnrich in die Fußgarde. Am 9. Juni 1777 wurde er zum Burgmann in Friedberg ernannt. Er wurde er am 5. Oktober 1778 Leutnant der Garde. 1784 erhielt er den Auftrag die österreichische Rüstung in den Österreichischen Niederlanden zu erkunden. Am 8. Dezember 1787 wurde er zum Kapitän (Hauptmann) befördert. 1790 war er in Begleitung des Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg und des Landgrafen Ludwig X. von Hessen-Darmstadt bei der Krönung von Kaiser Leopold II. in Frankfurt dabei.

Als 1792 der Erste Koalitionskrieg begann, wurde Löw zusammen mit weiteren 12.000 hannoverischen Soldaten gegen Frankreich mobilisiert. Er kämpfte auch bei der vergeblichen Belagerung von Dünkirchen. Anschließend wurde er für die erfolgreiche Deckung des Rückzugs belobigt. Im Lager bei Oosterhout erhielt er am 15. August 1794 die Beförderung zum Major und zum Kommandeur des 1. Bataillons der Garde. Am 8. Dezember 1802 wurde er dann Oberstleutnant im 8. Infanterie-Regiment.

Aber 1803 wurde das Kurfürstentum Hannover von Frankreich besetzt und mit der Konvention von Artlenburg kam es zur Auflösung der hannoverschen Armee. Löw wechselte wie viele seiner Kameraden in britische Dienste. In der neuerrichteten King’s German Legion (KGL) wurde er am 20. Dezember 1804 kommandierender Oberst des 4. Linien Bataillon der KGL. Am 25. Juli 1810 wurde er zum Generalmajor ernannt. Er nahm mit der Legion an zahlreichen Gefechten teil.

Nach dem Krieg und der Auflösung der Legion, kehrte er in hannoversche Dienste zurück und wurde pensioniert. Dennoch wurde er am 11. Februar 1817 zum Generalleutnant und 1838 auch noch zum General der Armee ernannt. Löw starb am 15. Juli 1846 in seiner Villa Löwenruh bei Offenbach.

Löw heiratete 1816 Wilhelmine von dem Bussche verwitwete von Linsingen (* 24. Juni 1771; † 5. August 1836).Gustav von dem Bussche, Geschichte der von dem Bussche, Band 1, Teil 1, Ippenburg Tafel 2

Er war Träger des Großkreuzes des Guelphen-Ordens (1836)Friedrich Wilhelm Boldwin Ferdinand Knesebeck, Historisches Taschenbuch des Adels im Königreich Hannover, S. 338, Kommandeur des Bath- und St. Joseph-Ordens sowie Inhaber der Army Gold Cross mit Spangen für die Schlachten bei Talavera und Salamanca, der Kriegsgedenkmedaille und des Dienstehrenzeichen.

Literatur Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 291 Nr. 283. North Ludlow Beamish: Geschichte der koeniglich deutschen Legion. Teil 2, . Neuer Nekrolog der Deutschen auf das Jahr 1846, Teil 2, S. 926ff Wilhelm Löw von und zu Steinfurth, Ehrengedächtniß für Siegmund Christoph Gustav Freiherrn Löw von und zu Steinfurth, königl. hannöverscher General der Armee Wilhelm Löw von und zu Steinfurth, Notizen über die Familie derer Freiherrn Löw von und zu Steinfurth, 1868

Einzelnachweise

Kategorie:General der Infanterie (Hannover) Kategorie:Generalmajor (British Army) Kategorie:Angehöriger der King’s German Legion Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Hannover) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Vereinigtes Königreich) Sigismund Kategorie:Freiherr Kategorie:Geboren 1757 Kategorie:Gestorben 1846 Kategorie:Mann