There’s a Yearnin’ (Untertitel: Music for Winds and Voice) ist ein Musikalbum von Jeff Lederer und Mary LaRose mit dem Wildebeest Quintet. Die im Studio Guilford Sound in Guilford, Vermont, entstandenen Aufnahmen erschienen am 1. Mai 2026 auf Lederers Label Little (i) Music.

Hintergrund Der Saxophonist und Komponist Jeff Lederer hat seine Karriere auf Neuinterpretationen von Werken der Geschichte des Jazz aufgebaut, und There’s a Yearnin’ versammelt angeblich bedeutende, bisher wenig bekannte Werke des Jazz – die erste Aufnahme eines Holzbläser-Sextetts, komponiert von Eric Dolphy, eine neue Umsetzung von Ornette Colemans selten aufgeführtem „Forms and Sounds“ sowie neu arrangierte Stücke von Oliver Nelson für Bläser und Gesang – neben einer neu instrumentierten Eigenkomposition Lederers. Dessen Werk „Cruxifiction“ stammt aus seiner Studienzeit am Oberlin College im Jahr 1982 und wurde neu für Blasinstrumente und immersive Elektronik arrangiert. Inspiriert von Marian Andersons bahnbrechendem Vortrag von „They Crucified My Lord“ setzt es sich mit zum Schweigen gebrachtem Widerstand auseinander – wobei der Kreuzigung als zentrales Thema der religiöse Rahmen genommen wird.

Das Dolphy-Manuskript, das in der Library of Congress aufbewahrt wird und zu dessen Lebzeiten nie aufgeführt wurde, gab den Anstoß für das gesamte Projekt. „Bei Dolphy und seiner notierten Musik hat man ein wenig das Gefühl eines unerfüllten Traums“, sagt Lederer. Colemans Quintett, das angeblich nicht Mitte, sondern erst „Ende der 1960er Jahre in Auftrag gegeben wurde, wurde nur selten wieder aufgeführt; und Nelsons Konzertambitionen wurden allzu oft von kommerziellen Kompositionsaufträgen verdrängt“.

Jeff Lederer nahm sein Album mit dem Wildebeest Quintet auf, dem Michel Gentile (Flöte), Mike McGinnis (Klarinette), Katie Scheele (Oboe), Sara Schoenbeck (Fagott) und Nathan Koci (Waldhorn) angehören. Vokalsolistin ist seine Frau Mary LaRose, Lederer selbst ist Solist auf der Klarinette. Die Elektronik auf „Cruxifiction“ steuerte Curha (Curtis Hasselbring) bei; die neuen Liedtexte Mary LaRose. Alle neuen Arrangements stammen von Jeff Lederer. Das Titelstück hatte Oliver Nelson 1961 mit seinem Orchester für das Prestige-Album Afro-American Sketches aufgenommen.

Titelliste Jeff Lederer: There’s a Yearnin’ (Little (i) Music) Forms and Sounds Mvmt 1 (Ornette Coleman) 5:13 Images 4:03 Nocturne 3:31 Forms and Sounds Mvmt 2 (Ornette Coleman) 5:51 Dolphy Woodwind Sextet (Eric Dolphy) 4:39 There’s a Yearnin’ 4:50 Three Seconds 4:18 Cruxifiction (Not a Word) (Lederer) 9:29 Forms and Sounds Mvmt 3 (Ornette Coleman) 7:27 Lem and Aide 1:40

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Oliver Nelson.

Rezeption Jeff Lederers There’s a Yearnin’ hauche vergessenen Kompositionen von Dolphy, Coleman und Nelson neues Leben ein, meint Andrew Palmer (The Yorkshire Times). Die Sängerin Mary LaRose, Lederers langjährige Mitstreiterin, sei das schlagende Herz des Albums. Ihre Stimme klinge verführerisch, voller Leidenschaft und von eindringlicher Schönheit; sie bewege sich mit außergewöhnlicher Souveränität zwischen gesungenen Passagen, gesprochenem Wort und Scat-Vocalese. Das in Brooklyn ansässige Wildebeest Wind Quintet bringe die Präzision mit, die diese Partituren erfordern, und den Improvisationsinstinkt, den ihre Schöpfer schätzten. Die Kombination der Instrumente passe wie angegossen; die Flötenstimmen seien besonders atmosphärisch. Hier gebe es wunderbare, klangvolle Momente, und eine klare künstlerische Vision komme zum Vorschein. Das sei Jazz, der hervorragend vermittelt, lebendig und frisch sei – und der leise, aber eindringlich deutlich mache, dass diese Kompositionen nicht in Archiven, sondern im lebendigen Repertoire zu Hause seien.

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Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2026