Joseph Abadie (* 18. Juli 1805 in Sère-en-Lavedan, Département Hautes-Pyrénées; † 11. Juli 1867 in Saint-Savin, Département Hautes-Pyrénées) war ein französischer Geistlicher und Hagiograph.

Leben Joseph Abadie schlug eine geistliche Laufbahn ein und wurde Priester. Zuerst amtierte er als Vikar der Gemeinde Bazet und ab 1837 16 Jahre lang als Pfarrer von Momères. 1853 wurde er zum Pfarrer von Saint-Savin ernannt, welches Amt er bis zu seinem Tod bekleidete. In dieser Pfarrgemeinde wurden die Gottesdienste in der Kirche St-Savin-en-Lavedan abgehalten.

Abadie widmete sich insbesondere der Verehrung des heiligen Einsiedlers Sabinus von Lavedan, unter dessen Patrozinium die Kirche steht. Anfang 1858 veröffentlichte er in Tarbes eine 48 Seiten umfassende Schrift über diesen Heiligen unter dem Titel Vie de saint Savin, anachorète du Lavedan. Dabei handelt es sich um ein populärwissenschaftliches Werk, für dessen Erstellung Abadie nach eigenen Angaben ein Hilfs-Brevier, das von den Mönchen von Saint-Sevin verfasste Stundenbuch des Heiligen sowie die 1850 von Gustave Bascle de Lagrèze herausgegebene Monographie über den Heiligen heranzog. Ferner verwendete er als Quelle zwei links und rechts des Hochaltars der Kirche angebrachte Gemälde, die Szenen aus dem Leben des Heiligen und der von ihm vollbrachten Wunder darstellen. Sie dürften aus dem Spätmittelalter oder dem Beginn der Renaissance stammen und bestätigen nach den Untersuchungen Abadies regionale Überlieferungen. Über die Geschichte des Klosters und der Kirche von Saint-Savin publizierte Abadie die Schrift Détails archéologiques et historiques sur l’église et le monastère de Saint-Savin.

Literatur L. Ricaud: Abadie (Abbé Joseph). In: Dictionnaire de Biographie française. Bd. 1 (1932), Sp. 14.

Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1805 Kategorie:Gestorben 1867 Kategorie:Mann Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (19. Jahrhundert)