mini|Warren Buffett, 2015rahmenlos|hochkant Warren Edward Buffett [] (* 30. August 1930 in Omaha, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Investor, Unternehmer und Philanthrop. Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt; 2024 wurde sein Vermögen auf ca. 147 Milliarden US-Dollar geschätzt.

1956 gründete er die Buffett Partnership Ltd., mit der er eine Textilfabrik namens Berkshire Hathaway erwarb, die er zu einem diversifizierten Beteiligungskonzern ausbaute. Buffett leitete Berkshire Hathaway von 1970 bis 2025 und ist dort zugleich größter Anteilseigner. 1978 wurde sein Geschäftspartner Charlie Munger (1924–2023) stellvertretender Vorsitzender.Schroeder, A. (2010). Warren Buffett - Das Leben ist wie ein Schneeball: Zum 80sten Geburtstag, S. 38. FinanzBuch Verlag, ISBN 3-89879-602-7. Buffett wird von Medien weltweit als „das Orakel von Omaha“ bezeichnet. Er ist bekannt für die Anlagestrategie des Value-Investing sowie seine persönliche Genügsamkeit trotz des immensen Reichtums. Die finanzökonomische Forschung erklärt Buffetts großen Investmenterfolg über die konsequente Umsetzung eines faktorbasierten Portfolios mit Leverage.

2010 war er einer der Initiatoren des Giving Pledge, dessen Teilnehmer sich verpflichten, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Buffett selbst hat angekündigt, mehr als 99 Prozent seines Vermögens für wohltätige Zwecke abzugeben. Er gilt als Philanthrop mit der höchsten je gespendeten Summe.cbsnews.com 28. Juni 2025: Investor Warren Buffett announces $6 billion in donations to 5 foundations

Leben Kindheit und Studienzeit Warren Buffett wurde als zweites Kind des Brokers und späteren Kongressabgeordneten Howard Buffett und dessen Frau Leila (geb. Stahl) in Omaha geboren. Er begann seine Schulbildung an der Rose Hill Elementary School. 1942 wurde sein Vater in die erste von vier Amtszeiten des US-Kongresses gewählt. Nachdem er mit seiner Familie nach Washington, D.C. gezogen war, beendete Warren die Grundschule, besuchte die Alice Deal Junior High School und absolvierte 1946 die Woodrow Wilson High School. Sein Bild im Jahrbuch der Abschlussklasse trägt den Untertitel: „Mag Mathe, ein zukünftiger Börsenmakler.“

Buffett zeigte schon in jungen Jahren Interesse an Geschäften und Investitionen. Er wurde besonders von einem Buch inspiriert, das er im Alter von sieben Jahren aus der öffentlichen Bibliothek von Omaha ausgeliehen hatte: Tausend Möglichkeiten, 1000 Dollar zu verdienen. Ein Großteil von Buffetts frühen Kindheitsjahren wurde durch unternehmerische Tätigkeiten geprägt. Bei einer seiner ersten Geschäftsideen verkaufte Buffett Kaugummi, Coca-Cola-Flaschen und Wochenzeitschriften von Tür zu Tür. Sein erstes Geld verdiente Buffett dabei im Sommer 1936, indem er Coca-Cola-Sixpacks für 25 Cent kaufte und die Einzelflaschen für jeweils 10 Cent weiterverkaufte. Er arbeitete außerdem im Lebensmittelgeschäft seines Großvaters. Noch in der High School verdiente er Geld mit der Lieferung von Zeitungen, dem Verkauf von Golfbällen und Briefmarken sowie der Wartung von Autos. In seiner ersten Einkommensteuererklärung im Jahr 1944 veranschlagte er die anfallenden Kosten für die Nutzung seines Fahrrads und seiner Armbanduhr mit 35 US-Dollar. Im Jahr 1945 gaben Buffett und ein Freund 25 US-Dollar aus, um einen gebrauchten Flipper zu kaufen, den sie in einem lokalen Friseurladen aufstellten. Innerhalb weniger Monate besaßen sie mehrere Maschinen in drei verschiedenen Friseurläden in Omaha. Sie verkauften das Geschäft später im Jahr für 1.200 Dollar an einen Kriegsveteranen.

Seine ersten Aktien erwarb er 1942 im Alter von elf Jahren. Es handelte sich um Vorzugsaktien (Preferred shares) des Unternehmens Cities Service, welches sich heute im Staatsbesitz von Venezuela befindet. Er erwarb sie für 38,25 US-Dollar und er verkaufte sie für ca. 40 US-Dollar. Mit 14 Jahren kaufte er eine 16 ha große Farm in Omaha für 1200 US-Dollar, die er verpachtete. Als er 17 war, kaufte er zusammen mit Freunden einen schrottreifen Rolls-Royce für 350 US-Dollar. Nachdem sie ihn instand gesetzt hatten, konnten sie ihn für 35 US-Dollar pro Tag vermieten.The Snowball: Warren Buffett and the Business of Life, Alice Schroeder, Bloomsbury Plc 2008.

Nachdem Buffett 1947 die High School abgeschlossen und mit seinen unternehmerischen und Investment-Unternehmungen Erfolg hatte, wollte er das College überspringen und direkt ins Geschäftsleben einsteigen. Sein Vater zwang ihn jedoch zu einem Collegestudium.

Mit 16 Jahren begann Buffett ein Studium an der Wharton Business School. Er blieb dort zwei Jahre und trat der Alpha Sigma Phi Fraternity bei. Anschließend wechselte er an die University of Nebraska, wo er mit 19 Jahren und einem Bachelor of Science in Business Administration abschloss. Nachdem Buffett von der Harvard Business School abgelehnt worden war, schrieb er sich an der Columbia Business School der Columbia University ein, nachdem er erfahren hatte, dass Benjamin Graham, der Vater der Fundamentalanalyse und des Value Investing, dort unterrichtete. Er erwarb dort 1951 einen Master of Science in Wirtschaftswissenschaften. Nach seinem Abschluss besuchte Buffett das New York Institute of Finance.

Frühe Geschäftskarriere 1951 entdeckte Buffett, dass Graham im Vorstand der GEICO-Versicherung war. Er fuhr an einem Samstag mit dem Zug nach Washington DC und klopfte an die Tür des GEICO-Hauptquartiers, bis ihn ein Hausmeister einließ. Dort traf er Lorimer Davidson, den Vizepräsidenten von GEICO. Dieser sollte schließlich Buffetts lebenslanger Freund und ein bleibender Einfluss werden. Buffett wollte an der Wall Street arbeiten, aber sowohl sein Vater als auch Benjamin Graham drängten ihn, dies nicht zu tun. Er bot an, kostenlos für Graham zu arbeiten, aber Graham lehnte ab.

1954 nahm Buffett eine Stelle bei Benjamin Graham an. Sein Anfangsgehalt betrug 12.000 USD pro Jahr (heute etwa 114.000 USD). Dort arbeitete er eng mit Walter Schloss zusammen. Graham war nach Buffetts Aussage ein harter Chef. Er bestand darauf, dass Aktien einen großen Sicherheitsspielraum bieten, nachdem der Kompromiss zwischen ihrem Preis und ihrem inneren Wert abgewogen wurde. 1956 zog sich Benjamin Graham zurück und schloss seine Partnerschaft. Zu diesem Zeitpunkt betrug Buffetts persönliche Ersparnis über 174.000 USD (heute etwa 1,64 Millionen USD) und er gründete Buffett Partnership Ltd.

Nachdem sich Graham 1956 ins Privatleben zurückgezogen hatte, gründete Buffett 25-jährig am 1. Mai 1956 in Omaha seine erste private Kommanditgesellschaft (Buffett Partnership) mit einer eigenen symbolischen Einzahlung von 100 US-Dollar. Weitere 105.000 US-Dollar wurden von sieben Verwandten und Bekannten beigesteuert, darunter seine Schwester Doris, seine Tante und sein Schwiegervater. Während dieser Zeit absolvierte Buffett einen Dale-Carnegie-Kurs für Kommunikation und Menschenführung und hielt daraufhin regelmäßige Vorlesungen an der University of Nebraska zum Thema Investment Principles.

Im Jahr 1957 betrieb Buffett drei Partnerschaften, 1958 waren es bereits fünf Partnerschaften. 1959 wuchs Buffets Investmentpool auf sechs Partnerschaften und Buffett lernte seinen zukünftigen Partner Charlie Munger kennen.

Der im Laufe der Jahre nach Teilnehmern und Einlagen kräftig wachsende Investmentpool erzielte von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches jährliches Anlageergebnis von 29,5 % (dabei verdiente Buffett 25 % des über 6 % hinausgehenden Anlageergebnisses). Für die Anfangsinvestoren wurden so (nach Abzug von Buffetts Erfolgsanteil) aus 10.000 US-Dollar, 150.000 US-Dollar, im gleichen Zeitraum hätte eine Investition in den Dow-Jones-Index lediglich einen Betrag von etwas mehr als 15.000 US-Dollar ergeben.

Berkshire Hathaway 1962 wurde Buffett Millionär und führte alle seine Partnerschaften zu einer zusammen.

Buffett investierte im selben Jahr in Berkshire Hathaway und übernahm schließlich die Kontrolle über die Textilfabrik. Er begann, Anteile an Berkshire von Seabury Stanton, dem Eigentümer, zu kaufen, den er später entließ. Buffetts Partnerschaft begann mit dem Kauf von Aktien zu einem Preis von 7,60 USD pro Aktie. Als Buffetts Partnerschaft 1965 begann, Berkshire aggressiv zu kaufen, zahlte sie 14,86 USD pro Aktie. Zu diesem Zeitpunkt wies das Unternehmen pro Aktie ein Betriebskapital von 19 USD aus, allerdings war in diesem Wert das Anlagevermögen (Fabrik und Ausrüstung) noch nicht enthalten. Bei einer Vorstandssitzung übernahm Buffett die Kontrolle über Berkshire Hathaway und ernannte einen neuen leitenden Präsidenten, Ken Chace. 1966 schloss Buffett seine Partnerschaft für weiteres Geld. Er behauptete später, dass das Textilgeschäft von Berkshire sein bisher schlechtestes Geschäft gewesen sei. In den Folgejahren verlegte er Berkshires Geschäftsfeld in den Versicherungssektor. 1985 wurde die letzte der Mühlen verkauft, die einst das Kerngeschäft von Berkshire Hathaway gebildet hatten.

Buffett löste 1969 seine Partnerschaft auf und bot den Investoren an, ihr Geld in Anteile von Berkshire Hathaway zum damaligen Kurs von etwa 43 US-Dollar/Anteil zu tauschen.

Buffett besaß Anfang 1970 neben Berkshire Hathaway noch Beteiligungen an Diversified Retailing und Blue Chip Stamps. Diese beiden Unternehmen fusionierte er später mit Berkshire Hathaway (1979 Diversified Retailing, 1982 Blue Chip Stamps), nachdem Mitte der 1970er Jahre die amerikanische Börsenaufsicht SEC nicht zuletzt wegen vermuteter Interessenkonflikte gegen ihn ermittelt hatte (Blue Chip Stamps war ebenfalls eine Art Investmentholding).

Einer breiten Öffentlichkeit war Buffett lange Zeit unbekannt. Das änderte sich erst, als der bekannte Finanzbuchautor George W. Goodman (besser bekannt unter seinem Pseudonym „Adam Smith“) 1972 Warren Buffett und Benjamin Graham ein eigenes Kapitel in seinem Buch Supermoney widmete.

An der Wall Street hatte der Zusammenbruch der hochspekulativen Aktien Ende der 1960er zu einer Flucht in Aktien von soliden Unternehmen mit guten Gewinnen und bewährten Erfolgsgeschichten geführt. Durch die Massenbewegung in die sogenannten Nifty-Fifty oder Vestal-Virgins wurden jetzt deren Kurse, wie vorher die der spekulativen Aktien, in immer unwahrscheinlichere Höhen getrieben. Schließlich sollte auch diese Blase 1973/74 platzen. Erst Ende 1974, fast am Ende eines fünfjährigen Bärenmarktes, der die schlimmsten Kursverluste seit der Großen Depression gebracht hatte, meldete sich Buffett zu Wort. In einem Forbes-Interview sagte er: „Jetzt ist die Zeit zu investieren und reich zu werden.“ Buffett selbst hatte schon vor 1974 viele Beteiligungen erworben. Als bis heute hochprofitable Investitionen sollten sich dabei die 1973 erfolgte Beteiligung an der Washington Post und der Erwerb des Süßwarenherstellers See's Candies 1972 (über Blue Chip Stamps) erweisen.

In den 1980er Jahren machte Buffett Schlagzeilen durch den Aufbau größerer Aktienbestände von Coca-Cola, American Express und Gillette. Daneben erwarb Berkshire Hathaway auch immer wieder ganze Unternehmen, so 1983 den erfolgreichen Möbelhandel Nebraska Furniture Mart, 2003 den größten amerikanischen Hersteller von Unterkünften in Trailerparks, Clayton Homes, und die dazugehörenden Kreditbanken, die größten ihrer Art in den USAAmerica’s trailer parks: the residents may be poor but the owners are getting rich, The Guardian, 3. Mai 2015. (siehe unten, Rechtsstreit und Kontroversen). Weiterhin erregte er großes Aufsehen, als er 1991 das durch einen Skandal um Manipulationen bei der Versteigerung amerikanischer Staatsanleihen in existentielle Not geratene Wall-Street-Haus Salomon Brothers vor dem Untergang rettete.