mini|Słoszewy (2015) Słoszewy (deutsch: Schlossau) ist ein Dorf in der Gmina Bobrowo innerhalb Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geschichte Das Dorf Schlossau wird erstmals im Jahr 1322 schriftlich erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1338.

In den nachfolgenden Jahrhunderten taucht es unter verschiedenen – deutschen bzw. polnischen Namen und Schreibweisen – auf. Darunter: Zchulusowe, Sulischow, Czulsow, Czolschaw, Czolshow, Czulschaw, Chulschau, Czolse, Czolssche, Czolsow, Czulschaw, Schulschow, Czulsow, Sclosaw und seit dem Jahr 1570 Słoszewy.

Der Hochmeister des Deutschen Ordens verlieh ein Gut von 10 Hufen 9 Morgen bei Czulsow, das der Orden einem aus der Stadt Graudenz stammenden Preußen namens Santil geschenkt hatte. Es handelte sich hierbei um ein Gut kulmischen Rechts mit der Verpflichtung eines Plattendienstes, also dem ausrüsten eines Ordensritters in Falle eines Krieges.

In Schlossau wurde im Jahr 1375 der Bischof Wigbold von Culm von dem Ritter Hans von Kruschin gefangen gehalten. Ende des 14. Jahrhunderts war der Ort ein Domänenvorwerk der Straßburger Komturei. Bereits aus dem Jahr 1392 stammen Informationen über einen Bauernhof, der Eigentum des Deutschen Ordens war. Das im Kulmer Land produzierte Getreide wurde nicht nur für den Eigenbedarf produziert, sondern später auch nach Graudenz, Thorn, Danzig und bis ins Ausland exportiert.

Das Land betrug zu dieser Zeit 3 Pflüge bzw. 12 Hufen. Der Müller zinsste 4½ Mark für seine Produkte. Während des Reiterkrieges von 1414 erlitt der Ort rund 1000 Mark (finanziellen) Schaden. Der Müller ca. 80 Mark und der Pfarrer ca. 100 Mark.

Im Ort gab es früher auch eine Kirche, die wahrscheinlich im Dreizehnjährigen Krieg zwischen dem Ordensstaat und Polen-Litauen bzw. den preußischen Ständen zerstört wurde und anschließend nicht wieder aufgebaut wurde. Auch heute gibt es in dem kleinen Ort keine Kirche. 1664 wurde bei bzw. neben dem Dorf ein Vorwerk errichtet.

Ein Ort namens Grabda oder Kantel wird noch im Jahr 1605 genannt. Er kam mit Bobrowo, Niewierz, Adlig Kruschin und Kantilla bei Schwetz in den privaten Besitz von einem gewissen Johann Zawodski. 1672 standen in der kleinen Ortschaft nur noch Ruinen. Nach dem Ort Strzesz gab es vor der Schwedenzeit 24 Bauern und eine Lehmannerei, also ein Lehngut in Schlossau. Bei diesem Lehngut könnte es sich um das bereits erwähnte und in den historischen Quellen nicht näher beschriebene und schlecht dokumentierte Kantel handeln.

Im Jahr 1767 wurde der Ort emphyteutisch auf 40 Jahre an einen Bartholomäus Sowinski verliehen. Lediglich das kleine Vorwerk, das Kurkoczyzna oder – nach einem früheren Besitzer – auf Deutsch auch „Mehlsack“ genannt wurde, war davon ausgenommen.

Bis 1772, dem Jahr der ersten polnischen Teilung, war das Dorf ein königlicher Besitz. Nach der ersten polnischen Teilung ging Preußen königlichen Anteils mitsamt Schlossau nach 256 Jahren unter polnischer Herrschaft an Preußen. Während der preußischen bzw. deutschen Zeit ab 1772 gehörte es als Gutsbezirk administrativ zum Kreis Strasburg innerhalb der Provinz Westpreußen. Im Jahr 1789 zählte Schlossau 16 Feuerstellen. Kurkoczyzna hatte nur eine Feuerstelle.

1790 wurde Schlossau an einen Amtmann namens Kayser vererbpachtet. Das Gut Schlossau fiel in den darauffolgenden Jahrzehnten durch Kauf in die Händer verschiedener Familien.

Im Jahr 1816, nach dem Schlossau bereits wieder zu Preußen gehörte, wurde auch Kantel mit Schlossau vereinigt. Erstmals wird nun auch der Name Lawa für den Ort(steil) Mehlsack erwähnt. In Mehlsack bzw. Lawa stand zu dieser Zeit ein preußisches Zollhaus, das wiederum 1828 an Gloszewo verkauft wurde.

1816 übernahm es August Kayser für 26 000 Thaler. Zwei Jahre später im Jahr 1818 wurde Schlossau mit der Mühle namens Krzosek von Florian von Lehwalb-Jezierski erworben. 1833 übernahm es Marian von Lehwald-Jezierski für 8000 Thaler. Zur Zeit von Marian von Lehwald-Jezierski wurde 1829 das neue, noch heute existierende, Guts- bzw. Herrenhaus erbaut, wobei es sich in schlechtem Zustand befindet und auch der ehemals große Turm seine markante Turmspitze verloren hat.

1853 übernahm Ernst Krieger-Karbowo Schlossau für 87 000 Thaler. 1895 dann eine Frau Elisabeth von Egan, geborene Krieger. Zu Schlossau gehörte zu dieser Zeit auch das Vorwerk Florentia. Das Gut umfasste damals ganze 660 Hektar.

Ab 1909 ging Schlossau wiederum in den Besitz von Alfred Weissermel über. Er wurde nach seinem Tod 1929 ganz in der Nähe des Guts beerdigt. Sein Grabstein steht dort heute noch.

Seinen Nachfahren gehörte das Gut offiziell bis 1945, wobei es nicht von seiner Tochter und seinem Schwiegersohn Hartmann von Witzleben, sondern von Justus Wurtz verwaltet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es während der sozialistischen Zeit in einen staatlichen Landwirtschaftsbetrieb umgewandelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Schlossau an Polen. Von 1939 bis 1945 stand es unter deutscher Verwaltung, ehe es ab 1945 zu Polen gehört und nun wieder den Namen Słoszewy trägt. Die Deutschen Einwohner des Gutsbezirkes Schlossau wurden ausnahmslos vertrieben.

Gutsbrauerei Dank der Bemühungen von Konstanze Kosowa, geborene Denhoff, welche die Starostin von Strasburg war, gelang 1664, also bereits vier Jahre nach dem Ende Zweiten Nordischen Krieges, hier ein Wohnhaus für den Verwalter des Starosten zu errichten.

Historische Dokumente aus dem Jahr 1664 erwähnen das Vorwerk mit einem Herrenhaus, einer Scheune, einer – zu dem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellten – Mälzerei in der später Malz für das dort gebraute Bier hergestellt wurde, einen Obstgarten beim Gutshof und einer Auflistung der dort gehaltenen Tiere.

Den ersten schriftlichen Beleg für in Schlossau gebrautes und ausgeschenktes Bier stammt aus dem Jahr 1765, da in diesem Jahr ein Mann namens Martin bzw. Marcin erwähnt wird, der Bier und Wodka ausschenkt. Ab 1909 wurde allerdings die seit mindestens 1865 bestehende moderne Dominialbrauerei unter dem Pächter Alfred Weissermel stillgelegt.

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Einzelnachweise

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